zur Navigation springen

Porträt : Herzhorner Pastor engagiert sich für sicheren Radweg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Friedrich Kleine kümmert sich in seiner Gemeinde nicht nur um die Seelsorge. Der Pastor engagiert sich für einen neuen Radweg zwischen Herzhorn und Sommerland, aber auch für den Kindergartenneubau.

Von der Küche des Herzhorner Pastorats blickt Friedrich Kleine direkt auf eine Baustelle. „Da entsteht gerade unser neuer Kindergarten“, sagt der Pastor. Er freut sich bereits auf das Richtfest, das am Donnerstag, 17. Oktober, ab 16 Uhr stattfinden soll.

Friedrich Kleine wechselte im Februar 2006 von Hamburg-Billstedt nach Herzhorn. Vom einem sozialen Brennpunkt in der Großstadt mitten hinein ins idyllische Landleben. „Der Unterschied war schon gewaltig“, gibt der 53-Jährige zu. Wobei er das Leben als Landpastor nicht mehr missen möchte. „Hier begegnen sich alle auf Augenhöhe.“ Ein städtisches Standesdenken gebe es nicht. Die Kinder würden „aufwachsen wie in Bullerbü“, und auch die Vernetzung mit den Schulen sei – anders als in Hamburg – „einfach wunderbar“.

Kleine ist für rund 1420 Gemeindeglieder zuständig. Zur Herzhorner Gemeinde gehören auch die Engelbrechtsche Wildnis und Teile von Glückstadt. Außerdem betreut er auch noch die Gemeinde Süderau. Reichlich Arbeit für einen einzigen Pastor. Neben seinen „Kernaufgaben“ legt der 53-Jährige den Schwerpunkt seines Schaffens auf die Kinder- und Konfirmandenarbeit. „Es gibt ein Konfi-Camp, wo wir mit 50 Leuten auf einen Zeltplatz fahren, unsere Jugendfreizeit führte uns dieses Jahr nach Schweden, in Süderau existiert eine Jugendgruppe, und in beiden Gemeinden gibt es Jugendausschüsse“, zählt er auf.

Regelmäßig ist Kleine auch im Psychiatrischen Centrum an der Grillchaussee zu Gast. Dort bietet er Einzelseelsorge an, begleitet Beerdigungen, und steht bereit, wenn Mitarbeiter Probleme haben. Zwei bis drei Mal im Jahr lädt Friedrich Kleine auch zu Gottesdiensten ins Centrum ein. Wobei er zugibt, „dass da viele Menschen immer noch Berührungsängste haben“. Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Pastoralpsychologie verfügt Kleine über das nötige Know-how im Umgang mit kniffligen Themen. Und als ehemaliger Öffentlichkeitsarbeiter für den Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf weiß er auch die Medien zu bedienen.

Zum Fototermin stellt er sich mit mobilem Keyboard in Positur. Ganz gemäß seines Mottos „Kirche ist ein Teil der Dorfgemeinschaft“, die entsprechend zu den Gläubigen gehen müsse. Auch das soziale Engagement gehört für Kleine dazu. So setzt er sich aktuell für einen Radweg nach Sommerland ein. Es könne nicht sein, dass das Land erst auf eine Ämterfusion dränge, und dann die Bürger eines Alt-Amtes Herzhorn nicht einmal auf einem sicheren Radweg das neue Amt in Horst erreichen könnten. Zwei Fahrradgottesdienste hat Pastor Kleine schon abgehalten, und in der Fahrradinitiative für den Radweg bleibt er „natürlich auch aktiv“.

Das Zentrum der Herzhorner Gemeinde bildet die 1954 erbaute St.-Annen-Kirche im Ortszentrum. Auf rund 100 ehrenamtliche Mitstreiter kann Kleine bei seiner Arbeit bauen. Rund 25 unterstützen ihn in der Jugendarbeit in den beiden Gemeinden. „Das sind tolle Zahlen“, betont der Pastor. Auch sie stünden für den Wert der Kirche auf dem Lande.

Einen Abriss von sanierungsbedürftigen Gotteshäusern auf den Dörfern kann er sich nicht vorstellen. „Das würde einen Aufschrei der Entrüstung nach sich ziehen.“ Generell genieße er das Leben in Herzhorn. Ein Zurück in die Großstadt ist für Friedrich Kleine zumindest derzeit kein Thema.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert