zur Navigation springen

ausbildung : Herzblut am Herd: Als Koch zwischen Nudelteig und Großmarkt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Tüte auf und fertig? Ein Koch muss mehr können – meint zumindest Frank Prüß. In seinem Restaurant Dückerstieg in Neuendorf-Sachsenbande lernen Azubis nicht nur, wie man selber Nudeln macht, sondern auch, wie man Obst und Gemüse richtig lagert.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2013 | 19:15 Uhr

Was will ich werden? Welcher Beruf passt zu mir? Auf der Berufsmesse AzubIZ am 13. September können Schüler sich über verschiedene Berufe informieren. Vorab stellen wir in lockerer Reihenfolge einige Ausbildungsberufe vor. Heute: Koch.

Salat waschen, Dressing mixen und Fleisch zerlegen – das sind nur einige der vielen Aufgaben, die ein angehender Koch bewältigen muss. „Der Beruf ist sehr vielfältig, es kehrt keine Routine ein“, sagt Azubi Ole Westphalen, der im Restaurant „Zum Dückerstieg“ in Neuendorf-Sachsenbande lernt. Für den 18-Jährigen war schon früh klar, dass er Koch werden will. „Ich habe auch zuhause immer gerne gekocht.“

Doch nicht jeder eignet sich für den Job. „Man muss dem mental gewachsen sein“, erklärt Frank Prüß, Geschäftsführer und Chefkoch des Dückerstieg. Denn zu Stoßzeiten gehe es in der Küche hektisch zu. „Es kann sein, dass man an einem Abend 40 Leute gleichzeitig bekochen muss.“

Zur Praxis gehört allerdings auch Theorie. Einmal pro Woche lernt Ole in der Berufsschule Mathe, WiPo oder Warenwirtschaft. Wer eine Ausbildung zum Koch machen will, sollte mindestens einen guten Hauptschulabschluss mitbringen und Spaß an Lebensmitteln haben. Von Vorteil sind außerdem Grundkenntnisse in Französisch – der internationalen Küchensprache.

Die Arbeit im Restaurant macht dem Azubi aber mehr Spaß, als theoretische Grundlagen zu pauken – auch, wenn meistens viel zu tun ist. „Klar ist es manchmal stressig, aber wenn man 20 Gerichte in der Stunde geschickt hat – das ist schon toll.“ Wenn er nicht in der Küche steht, kümmert sich Ole auch um das Lager. Was muss eingekauft werden? Ist das Gemüse noch in Ordnung? Wie viel Fleisch geht in den nächsten Tagen über den Tresen? „Einkaufskalkulation und Lagerhaltung sind sehr wichtig“, betont Ausbilder Frank Prüß. Schließlich werde in seinem Restaurant alles frisch zubereitet – Fertigprodukte oder Tütensoßen finde man hier nicht. Um seinen Schützlingen möglichst viel beizubringen, nimmt er sie regelmäßig mit auf den Großmarkt in Hamburg. „Damit sie sehen, wie das so abläuft und worauf sie achten müssen.“

Das Einstiegsgehalt für einen gelernten Koch liegt bei rund 1400 Euro, die Jobchancen sind zudem gut. Das wichtigste aber sei der Spaß an der Arbeit. „Wenn man mit Herzblut dabei ist“, betont Prüß, dem die Ausbildung des Nachwuchses als Kreisjugendausbildungswart besonders am Herzen liegt. Zudem seien deutsche Köche auf der ganzen Welt gefragt. Während seiner eigenen Wanderjahre – die nicht nur im Handwerk, sondern auch unter Köchen beliebt sind – habe Prüß die „Vielseitigkeit der kulinarischen Küche“ kennengelernt.

 

> Infos zur Messe: www.azubiz.info

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen