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Hermann verschwunden: Bürgermeister hofft auf Rückgabe

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Er sollte für immer an eine langjährige Sängerfreundschaft erinnern: Seit dem Wochenende aber ist Hermann verschwunden. Das stählerne Denkmal des berühmten Cheruskers war auf besonders massive Weise auf einem Sockel im Stadtpark verankert. Aber offenbar nicht massiv genug für eine Gruppe Jugendlicher. „Ein Nachbar hat beobachtet, wie in der Nacht zu Sonntag zehn bis zwölf Jugendliche durch den Stadtpark zogen und sich an Hermann zu schaffen machten“, berichtet Bürgermeister Walter Schulz. Bei der Vielzahl der Randalierer habe er sich aber nicht getraut einzugreifen.

Nun ist Hermann verschwunden. „Wir haben noch zweimal den Stadtpark abgesucht, aber nichts gefunden“, bedauert Schulz. Jetzt hofft er auf reuige Sünder, die die kleine Statue notfalls auch anonym wieder zurückgeben können. Vielleicht liegt Hermann ja auch nur irgendwo in einem Gebüsch.

Das Original der Kolossalstatue steht bei Detmold und damit in der Nähe von Vahlhausen. Den dortigen Männerchor verbindet seit 25 Jahren eine enge Freundschaft mit der Liedertafel Wilster. Bei ihrem Besuch im Mai vergangenen Jahres hatten die Sänger den kleinen Bruder von Hermann als Gastgeschenk mitgebracht. Er machte das „lippische Dreieck“, wie Sangesbruder Otto Andresen es formulierte, komplett. 2001 hatten die Vahlhausener eine inzwischen auf sieben Meter hochgewachsene Eiche, 2011 eine Sitzbank und schließlich den kleinen Hermann spendiert.

Offenbar ebenfalls auf das Konto dieser Jugendgruppe gehen weitere nächtliche Umtriebe. So wurden im Toilettenbereich der leer stehenden Alten Schule sämtliche Fensterscheiben zerschlagen. Und das Neue Rathaus wurde ebenso wie das Gebäude der Wilsterschen Zeitung mit Graffiti verunstaltet. Bürgermeister Walter Schulz hat Anzeige erstattet.

„Wir hatten im Stadtgebiet immer mal wieder Graffiti, in letzter Zeit aber eigentlich nicht mehr“, sagt ein Beamter der Polizeistation Wilster. Besondere Auffälligkeiten habe es am Wochenende nicht gegeben – lediglich eine Lärmbelästigung vom Bolzplatz aus. Der Bevölkerung gibt der Polizist den guten Rat, bei Beobachtungen umgehend die Polizei zu alarmieren. „Auch deshalb stehen wir ja rund um die Uhr zur Verfügung.“

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erstellt am 27.Jun.2016 | 17:08 Uhr

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