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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 08:38 Uhr

Sicherheit : Herausforderungen lauern im Netz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kriminalstatistik für Steinburg und Dithmarschen vorgestellt: Fallzahlen und Aufklärungsquoten in beiden Kreisen gestiegen.

Thomas Schettler ist Realist. Er weiß um den Interpretationsspielraum, den Statistiken in sich bergen. Der Leiter der Polizeidirektion (PD) Itzehoe für die Kreise Steinburg und Dithmarschen ist nicht unzufrieden mit den Kriminalitätszahlen für das Jahr 2016. Aber: Erstmals seit vier Jahren hat sich der Wert der gemeldeten Fälle erhöht – im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 9,2 Prozent (16  094 absolut). Parallel dazu ist allerdings die Aufklärungsquote um mehr als 4 Prozent auf 56,7 gestiegen. In beiden Fällen liegt die PD Itzehoe besser als die Durchschnittswerte des Landes. „Die erhöhte Aufklärungsquote ist kein Grund sich zurückzulehnen. Wir müssen am Ball bleiben, um diesen Trend zu halten“, sagte Schettler bei der Vorstellung des Zahlenwerks. Er lobte die Arbeit der Beamten, insbesondere vor dem Hintergrund der angespannten Personalsituation: „Die Bevölkerung kann mit der Sicherheitslage in Steinburg und Dithmarschen zufrieden sein.“

Ein genauer Blick auf die Kreise verrät für Steinburg einen spürbaren Anstieg der registrierten Fälle. Nachdem es im Vorjahr den tiefsten Stand seit 2006 gegeben hatte, verzeichnete die Polizei im Vergleich zu 2015 jetzt 14,3 Prozent mehr Taten. Wenngleich auch für Steinburg gilt: Die Aufklärungsquote hat sich auf 58 Prozent erhöht. Der stellvertretende Leiter der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe, Sven Adomat, wies allerdings auf einen relativierenden Wert hin. Knapp 1000 Fälle mehr nahm die Polizei im vergangenen Jahr auf, 700 davon seien Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht gewesen, die durch die Flüchtlingskrise verursacht wurde. „Glückstadt hat eines von drei Ankunftszentren im Land und ist damit ein Schwerpunkt, der sich in unserer Statistik niederschlägt“, so Adomat. Damit sei gleichzeitig die verbesserte Aufklärung erklärt. Denn eine illegale Einreise ist mit der Feststellung dieses Umstands für die Polizei erledigt.

Eine positive Tendenz lässt sich beim Diebstahl (minus 265 Fälle) und bei den Wohnungseinbrüchen feststellen. Bei Letzteren ist die Zahl um 16 Fälle auf 262 gesunken und die Aufklärungsquote liegt mit 19 Prozent deutlich über dem Landesschnitt (11 Prozent). Zunehmend Sorge bereitet der Polizei im Bereich der Wirtschaftskriminalität der Warenkreditbetrug. „Käufe auf fremden Namen, die über das Internet abgewickelt werden, nehmen zu“, sagte Adomat. 38 Prozent der Betrugsdelikte liefen online, in Dithmarschen sogar 43 Prozent. Thomas Schettler erklärte diesen Trend so: „Das Internet ist für Täter ein fast angstfreier Raum, in dem er sich mehr oder weniger gefahrlos bewegen kann.“ Zum Problem für die Ermittler wird dabei der Faktor Zeit. Beim Missbrauch von Kontodaten merken Betroffene den Schaden oft erst spät. „Damit wird die Nachverfolgung schwierig, weil Spuren nicht mehr da sind“, so Adomat. Zudem endet die Ermittlung meist an der Auslandsgrenze, weil die Gesetzeslage dann eine andere ist. Um besser für diese Herausforderungen gewappnet zu sein, forciert die Polizei den Aufbau des so genannten Kommissariats Cyber-Crime. „Wohnungseinbruch funktioniert noch wie vor 150 Jahren. Internetkriminalität entwickelt sich immer weiter, und zwar rasend schnell. Es gibt große Technologiesprünge, auf die wir reagieren müssen“, so Schettler.

Im Kreis Dithmarschen hat sich der Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt. Abermals gab es einen leichten Anstieg, um 4,3 Prozent auf 7661 Fälle. Auch dort stieg die Aufklärungsquote auf 55, 3 Prozent. Der Schwerpunkt der Arbeit lag in den vergangenen Monaten auf der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität. „Wir haben dafür eigens eine Ermittlungsgruppe eingesetzt“, erklärte der Leiter der Kriminalpolizei Heide, Erik Ewig. Auffällig sei darüber hinaus der Anteil der Jugendkriminalität. Zwar sind die Fallzahlen in Dithmarschen gesunken, bewegen sich aber, wie in Steinburg, bei 22 Prozent. „Der Anteil ist immens und die Täter werden immer jünger“, so Ewig.

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erstellt am 25.Feb.2017 | 08:06 Uhr

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