Zu Besuch bei den Eltern : Hendrik Pekeler: Ein Glückstädter bei der Handball-WM 2015 in Katar

Voller Einsatz: Hendrik Pekeler im Vorrunden-Spiel Deutschland-Polen.
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Voller Einsatz: Hendrik Pekeler im Vorrunden-Spiel Deutschland-Polen.

Handball-Nationalspieler Hendrik Pekeler stammt aus Glückstadt. Auf dem heimischen Sofa fiebert seine Familie beim Turnier mit. Beim Spiel Deutschland-Argentinien waren wir zu Gast.

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23. Januar 2015, 05:00 Uhr

Glückstadt | Eigentlich wollten sie jetzt in Doha in einer Halle sitzen inmitten von jubelnden Handball-Fans. Stattdessen müssen sie mit dem heimischen Sofa und einem Glas Rotwein Vorlieb nehmen. Auf der Mattscheibe verfolgte Familie Pekeler auch Donnerstagabend wieder den nächsten Erfolg des Handball-Nationalteams. Mit auf dem Feld: Ihr 23-jähriger Sohn Hendrik, Profi-Spieler beim TBV-Lemgo.

Hartes Training und ein straffer Spielplan lassen für den Glückstädter nur zwei bis drei Besuche im Jahr in seiner alten Heimat zu. Zuletzt saß er Anfang Januar auf diesem Sofa, von dem aus seine Eltern Heike (54) und Hein Pekeler (66) jetzt das Spiel verfolgen.

Damals war noch ungewiss, ob der verletzte Sohn überhaupt mit seinem Team nach Katar fliegen kann. Die Ungewissheit hielt auch seine Familie davon ab, rechtzeitig die Flüge zu buchen. Am Ende durfte Hendrik Pekeler dann doch seine Koffer packen. Nach dem Spiel gegen Tschechien am 9. Januar fiel die Entscheidung, dass er mit um den Weltmeistertitel kämpfen darf. „Zum Glück“, sagt seine Mutter, „bei den Erfolgen, die das Team jetzt holt, hätte er sich sonst geärgert.“

Fiebern mit im heimischen Wohnzimmer: Eltern Heike und Hein Pekeler, Schwester Jenny und Oma Grete Weintraut.
Foto: Althaus
Fiebern mit im heimischen Wohnzimmer: Eltern Heike und Hein Pekeler, Schwester Jenny und Oma Grete Weintraut.
 

Für die Daheimgebliebenen ist jedes WM-Spiel nun eine kleine Zeremonie. Tochter Jenny (24) sitzt ebenso mit im Wohnzimmer wie Oma Grete Weintraut (82). Gebannt schauen sie auf den Fernseher, bei jedem der insgesamt 28 Tore, die Donnerstagabend fallen, wird der Jubel ein bisschen lauter.

 

Nach jedem „Jaaaaa“ und „Suuuuper“ nimmt Heike Pekeler ihr Handy zur Hand: „Ich muss Hendriks Freundin auf dem Laufenden halten. Die ist beim Arzt“, erklärt sie. Ihr Mann schreibt derweil via Facebook auf dem iPad einer Cousine: „Sie hat kein Sky. Leider laufen die Spiele ja nicht im öffentlichen Fernsehen.“ Zu Beginn der zweiten Halbzeit klingelt das Haus-Telefon der Familie. Ein Bekannter erkundigt sich nach dem Spiel: „Es steht 15 zu 15“, informiert Heike Pekeler den Anrufer.

Im Spiel gegen Argentinien kommt Hendrik Pekeler nur in der ersten Halbzeit in gewohnter Position in der Abwehr zum Einsatz. Für seine Familienmitglieder bleibt trotzdem auch die zweite Spielhälfte spannend. Wenn sie zwischendurch über den Spielverlauf fachsimpeln, dann wissen sie, wovon sie reden. Schon die Oma hat früher kurzzeitig Handball gespielt. Heike Pekeler war ebenfalls lange aktiv. Jetzt reisen sie ihrem Sohn als Fans hinterher - bis nach Tunesien, Tschechien, Griechenland und in die Slowakei sind sie so bereits gekommen. Dass sie diesmal nicht dabei sein können, stimmt sie traurig: „Aber es ist schon ein schönes Gefühl, unseren Sohn am Fernseher zu sehen“, sagt Heike Pekeler.

Mit seinen bisherigen Leistungen im Turnier ist sie sehr zufrieden: „Hendrik ist ein sehr beständiger und zuverlässiger Spieler.“ Per Whats-App steht sie auch jetzt während der WM mit ihrem Sohn regelmäßig in Kontakt. Gleich nach dem Spiel meldet er sich telefonisch per Skype: „Herzlichen Glückwunsch!“, rufen alle Familienmitglieder. Und Oma Grete ergänzt: „Ich drück’ dir auch weiter die Daumen.“

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