Krisen : Helfen, wo die Not am größten ist

Will sich informieren, wie Schüler aus Deutschland, Flüchtlingen in Jordanien am besten helfen können: Rajiv Engling.
Will sich informieren, wie Schüler aus Deutschland, Flüchtlingen in Jordanien am besten helfen können: Rajiv Engling.

Rajiv Engling (20) aus Itzehoe reist am Wochenende für die Organisation Schüler helfen Leben nach Jordanien.

Kay Müller von
28. Mai 2015, 04:38 Uhr

Noch weiß Rajiv Engling nicht genau, was ihn erwartet. „Natürlich habe ich mich schlau gemacht, wie es um die syrischen Flüchtlinge in Jordanien bestellt ist, aber genau werde ich das erst wissen, wenn ich da bin“, sagt der 20-jährige Itzehoer, der gerade Abitur am Detlefsengymnasium in Glückstadt macht. Sonnabend wird er mit einem Team von Schüler helfen Leben (SHL) nach Jordanien reisen, um sich ein genaues Bild davon zu machen, wohin die Gelder der Organisation gehen, die seit Jahren den Sozialen Tag organisiert, bei dem Schüler ihren Arbeitslohn für Hilfsprojekte zur Verfügung stellen. „Ich gehöre zu den wenigen Menschen, die durch SHL die Möglichkeit bekommen, nach Jordanien zu reisen und sehe es als meine Pflicht, nach meiner Rückkehr alle Infos weiterzugeben, um andere Jugendliche zum Mitmachen am Sozialen Tag zu begeistern“, sagt Rajiv. Er selbst hat an diesem Tag schon einmal für Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) gearbeitet.

Rajiv Engling wird eine Woche lang im Flüchtlingslager Za’atari sein, das an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien liegt. Von den rund 83  000 Menschen, die derzeit in Za’atari leben, sind 47  000 Kinder und Jugendliche, „die keine Perspektive auf Bildung, Sicherheit und Unbeschwertheit – auf eine Zukunft – haben, die ihnen eigentlich zustehen“, sagt Anna-Lena Oltersdorf von SHL, die ebenfalls nach Jordanien reist. Dort wird das Team auch ein neues Projekt besuchen, dessen Finanzierung durch die Spenden des Sozialen Tages, der dieses Jahr am 9. Juli stattfindet, gewährleistet werden soll. Es unterstützt rund um die Hauptstadt Amman Familien außerhalb der Flüchtlingslager, die oft auf den Arbeitslohn ihrer Kinder angewiesen sind, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Motto des Projekts ist „Lernen dürfen statt Arbeiten müssen – Kinderarbeit entgegenwirken“. Dafür will Rajiv Engling werben, aber er hat auch Respekt vor der Reise. „Ich bin ein emotionaler Mensch, leide oft mit.“ Schicksale bewegten ihn. „Es kann sein, dass ich nicht mehr aufhören kann zu weinen.“

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