Rotes Kreuz in Wilster : „Helfen macht einfach großen Spaß“

Die DRK-Helfer im Sanitätsdienst in Wilster sorgen für die qualifizierte Erste Hilfe (v.l.): Stefanie Wiechmann, Melanie Grassing, Saskia Piech und Chantal Grassing, Lisa Grassing, Rüdiger Wiechmann und Christoph Nühse sowie Jan Nühse (liegend, vorne).
Die DRK-Helfer im Sanitätsdienst in Wilster sorgen für die qualifizierte Erste Hilfe (v.l.): Stefanie Wiechmann, Melanie Grassing, Saskia Piech und Chantal Grassing, Lisa Grassing, Rüdiger Wiechmann und Christoph Nühse sowie Jan Nühse (liegend, vorne).

Nicht nur beim Jahrmarkt: Bei vielen Großveranstaltungen in der Region ist die DRK-Bereitschaft Wilster präsent.

shz.de von
30. Juli 2018, 05:06 Uhr

Ob Schnittverletzungen, Brüche bei Stürzen oder der übermäßige Genuss von Alkohol – wenn jemandem auf dem vergangene Woche zu Ende gegangenen Wilster Jahrmarkt etwas passiert sein sollte, konnte er sich auf eines verlassen: Ihm wurde geholfen. Denn die DRK-Bereitschaft Wilster war gemäß ihres Auftrages an allen Tagen für die Erstversorgung vor Ort.

Fünf ehrenamtliche Helfer standen von Freitag bis Montag vier Tage lang bereit, gingen permanent auf Streife. Bereitschaftsleiter Rüdiger Wiechmann: „Die wirklichen Ernstfälle hielten sich jedoch im Rahmen.“

Beim Sanitätsdienst während größerer Veranstaltungen stehen dem DRK mit seinen Zugehörigen im Alter von 18 bis etwa 60 Jahren bis 21 Uhr auch Mitglieder vom Jugendrotkreuz (JRK) im Alter von 13 bis 15 Jahren hilfreich zur Seite. Um dafür fit zu sein, treffen sie sich an jedem zweiten und vierten Dienstag im Monat von 20 bis 23 Uhr zu ihren Übungsabenden in Wilster.

Für eine eigene Staffel stehen ihnen sogar zwei eigene Quads sowie sechs Fahrräder zur Verfügung, um im Ernstfall schneller durch dichten Verkehr oder über unwegsames Gelände zu gelangen. „Unsere Fahrradstaffel war sogar die erste in ganz Schleswig-Holstein“, sagt Wiechmann. Als Erstversorger bei den „Classic Motor Days“ in Hohenlockstedt hatten sie es jüngst mit zwei schwereren Unfällen zu tun (wir berichteten). Dass es einmal real dazu kommen kann, darauf stellen sich die Helfer vorher durch Übungen bei Dienstabende ein. Auf ihre Einsätze bereiten sie sich auch psychisch „durch spielerisches Herangehen“ vor. „Unsere ,Realistische Unfallgruppe’ kann Verletzungen so gut schminken, dass man sie zumindest schon einmal gesehen hat, um sich dafür zu sensibilisieren.“

Die DRK-Mitglieder kommen, wie Wiechmann betont, aus allen sozialen Schichten, vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Akademiker. Eine Teilnehmerin, die von klein auf dabei ist, ist Lisa Grassing (17) aus Wilster. Sie macht derzeit nach der Schule zunächst eine Maßnahme als Überbrückung und möchte im nächsten Jahr eine Ausbildung zur Verkäuferin absolvieren. „Ich bin seit vier Jahren schon Mitglied in der Jugendfeuerwehr und der Feuerwehr Wilster“, erzählt sie.
Nachdem sie vorher zwei Jahre beim Jugendrotkreuz war, arbeitet sie nun schon seit einem Jahr in der DRK-Bereitschaft mit. „Ich mache das aus Leidenschaft, denn ich finde es interessant, andern zu helfen. Das macht mir großen Spaß.“ Auch das Miteinander in der Bereitschaft, in der immer wieder neue Fälle auftauchen, auf die sie fachlich mit ihren Erfahrungen reagieren muss, sei ein Grund für ihr Engagement. „Das ist dann gar nicht mehr so schwer.“

Ähnliche Erfahrungen hat auch Christoph Nühse (29) aus Wilster gemacht, der seit vier Jahren beim DRK ist. Er war vorher zehn Jahre lang in der Feuerwehr und suchte nun nach einer neuen Aufgabe. „Ich habe das DRK durch einen Freund kennen gelernt und festgestellt: Das ist genau das Richtige für mich“, sagt er. Er arbeitet im aufbauenden „Fachdienst für medizinischen Transport“, der eine Ausbildung an acht Wochenenden umfasst.

Sein dabei erlangtes Können umfasst das Gesamtpaket: „In der Erstversorgung kann ich Detailwerte kontrollieren, die Schienung von Knochenbrüchen mit Gerätschaften durchführen, eine Schaufeltrage für die Mobilisation einsetzen sowie die Transporfähigkeit und die Transportsicherheit eines Patienten herstellen“, beschreibt er. 2017 hat er dafür 490 Stunden und 65 Einsätze abgeleistet. „Das hat sich gelohnt und viel Spaß gemacht. „Faszinierend ist es, wenn man diejenigen, denen man geholfen hat, später wieder sieht und es ihnen gut geht.“

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