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Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 23:53 Uhr

DRK-Arbeit : „Helfen kann so einfach sein“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Meike Zimmer engagiert sich seit 40 Jahren ehrenamtlich für das Rote Kreuz in ihrer Heimatgemeinde Kollmar.

„Man ist ja, wer man ist und ich war eben schon immer jemand, der gerne geholfen hat“, sagt Meike Zimmer. Seit 40 Jahren ist sie ehrenamtlich im DRK-Ortsverein Kollmar aktiv. Ab der Gründung 1976 war sie als zweite Vorsitzende im Einsatz, 2003 übernahm sie das Amt der Vorsitzenden. „Im Grunde bin ich wegen meines Vaters zum DRK gegangen, der in Erinnerung an den Krieg immer sehr ehrfürchtig vom Roten Kreuz gesprochen hat. Da habe man immer Hilfe bekommen, sagte er damals und helfen wollte ich ja auch.“

Genug zu tun gab und gibt es für die Kollmaranerin immer. Vor allem die regelmäßigen Blutspendetermine liegen ihr am Herzen. Leider sei es heute schwierig, die Leute zur Blutspende zu motivieren. „Früher gab es viele Leute, die jahrelang jeden Termin wahrnahmen. Heute sind die meisten von ihnen über 70 und dürfen nicht mehr. In der heutigen Generation ist das Blutspenden anscheinend nicht mehr so präsent“, stellt die Kollmaranerin fest.

Sehr erfolgreich sei hingegen wieder die jüngste Straßensammlung gewesen. Rund 2000 Euro spendeten die Kollmaraner Bürger. Davon könne das Rote Kreuz wieder gemeinnützige Projekte unterstützen. Eines dieser Projekte ist auch der alljährliche Seniorenausflug des DRK. Dieses Jahr ging es in Kooperation mit der Kirche per Bus in die Lüneburger Heide, wo gemeinsame Kutschfahrten und gemütliches Kaffeetrinken auf dem Programm standen.

Gemeinsames Gruseln gab es hingegen bei der Halloweenparty für die Kinder der Gemeinde. Rund 80 kleine Monster, Zombies und Vampire feierten in der Elbdiele und hatten einen schaurig-schönen Nachmittag. „Diese Veranstaltung hat vorrangig Marco von Aspern organisiert. Mit seinen 17 Jahren ist er eines unser jüngsten Mitglieder. Er hat das ganz hervorragend organisiert“, erzählt die 69-Jährige stolz.

Ebenfalls für Kinder gab es im Rahmen der diesjährigen Ferienaktion einen Tag rund um den Bauernhof. Das DRK spendete zehn Euro pro Kind und ermöglichte 24 kleinen Teilnehmern einen fröhlichen Nachmittag, an dem gebastelt, gestaunt, gelernt und gespielt wurde.

Dass ihr Herz auch für die zugezogenen neuen Kollmaraner Bürger schlägt, beweist Meike Zimmer mit ihrer Mannschaft auch im Einsatz für Flüchtlinge und deren Kinder. Jeden Freitag ist die DRK-Vorsitzende mit acht dieser Kinder zum Schwimmunterricht gefahren, um ihnen das Schwimmen beibringen zu lassen. „Die Kurse wurden vom Erlös des vergangenen Weihnachtsmarktes bezahlt und wir haben sehr viel Zuspruch aus der Gemeinde erhalten.“

Einen Schmähbrief zu diesem Thema erhielt die Familie Zimmer zwar auch, lässt sich aber davon nicht abhalten, weiter an die gute Sache zu glauben. So gehen auch in diesem Jahr die Erlöse vom Weihnachtsmarkt in der Reithalle Zimmer an einen gemeinnützigen Zweck. „So haben wir bisher schon Spenden an den Kindergarten, die Schule oder verschiedene Vereine überreichen können.“

Dass ihr Engagement keine Pause kennt, zeigt auch, dass sie unabhängig von ihrem Dienst beim DRK zehn der in Kollmar angesiedelten Flüchtlinge unter ihre Fittiche genommen hat. Fahrten zum Arzt, zum Einkauf, zu Behörden oder einfach nur Zeit für ein schönes Gespräch – das gehörte zu dieser Aufgabe. „Es ist mir egal, was und wofür - ich helfe einfach gern. Und meine zehn Afghanen sind inzwischen schon ein bisschen wie Familie für mich. Klar ist es manchmal auch sehr anstrengend und geht einem an die Substanz, aber diesen Menschen, die so viel durchleiden mussten, kann man gar nicht genug geben.“ Das einzige, was die DRK-Vorsitzende, die zwischenzeitlich auch im Gemeinderat tätig war, nicht noch einmal machen möchte, ist der Schöffen-Dienst. „Als harmonieliebender Mensch, der immer an das Gute in den Leuten glaubt, hätte ich am liebsten alle freigesprochen“ erinnert sie sich an diese Zeit. Da arbeitet sie dann lieber ein bisschen in Haus und Garten und überlegt sich schöne Dekorationen für drinnen und draußen. „Dabei finde ich meine Entspannung“, sagt sie und hat doch schon wieder die Uhr im Blick, um zu einem neuen Termin zu eilen, Kleiderspenden zu sortieren oder ihre Flüchtlingsfamilie zu besuchen.

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