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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 20:32 Uhr

Festakt : Helfen als Lebensphilosophie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Gala im Brunsbütteler Elbeforum würdigt das Wirken des Itzehoers Hans Stellmacher im Sinne Albert Schweitzers. Er ist auf vielen Ebenen aktiv. Auch internationale Gäste sind dabei.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Vor 100 Jahren gründete der Urwaldarzt und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer im afrikanischen Lambarene sein Hospital. Das Leben und Wirken Schweitzers sowie dessen Lebensgrundsätze zu bewahren und zu verbreiten, hat sich der Itzehoer Hans Stellmacher zur Aufgabe gemacht. Darüber hinaus hat der 67-Jährige seit 25 Jahren Hilfsprojekte in 15 Ländern unterstützt und mit Finanz- und Sachleistungen auf den Weg gebracht. Das Lebenswerk Stellmachers wurde am Sonnabend in einer Festveranstaltung im Brunsbütteler Elbeforum umfassend gewürdigt.

In Anwesenheit von internationalen Gästen aus Finnland, Kasachstan, Kanada und Österreich übergab Stellmacher Urkunden für die Namensgebung „Norddeutsches Albert-Schweitzer-Institut und Akademie für ethische Bildung mit Goethe, Schiller, Schweitzer“ an die Städte Brunsbüttel, Bad Oldesloe und Lüneburg, der Heimatstadt des Itzehoer „Benefiz-Papstes“. Die Urkunden nahmen Brunsbüttels Bürgervorsteherin Karin Süfke, Stefanie Kibscholl aus dem Büro des Lüneburger Oberbürgermeisters sowie die Oldesloer Kommunalpolitikerin Anita Klahn entgegen. Gemeinsam mit dem früheren Landtagspräsidenten Martin Kayenburg übergab Stellmacher außerdem eine Albert-Schweitzer-Büste an die Stadt Bad Oldesloe, eine Wanderausstellung über den Urwaldarzt an die Stadt Lüneburg sowie einen großen Flachbildfernseher an die Stadt Brunsbüttel.

Die Veranstaltung begann mit einem Auftritt der Kremper Fahnenschwenker vor dem Elbeforum, der mit starkem Beifall der Festgesellschaft honoriert wurde. In seiner Ansprache blendete Hans Stellmacher zurück auf die unterschiedlichen Hilfsprojekte, die er in 25 Jahren initiiert hatte. Über das Deutsche Albert-Schweitzer-Zentrum in Frankfurt und das Albert-Schweitzer-Komitee in Weimar sei er zudem ermuntert worden, die ethische Lebenslehre Schweitzers weiter zu verbreiten. Ausstellungen und Schulungsmaterial mit Büchern, CDs und Filmen sind seitdem unter seiner Verantwortung an 40 Schulen, Stadtbüchereien und Archive verteilt worden. Erweitert wurde sein Auftrag um die Gründung von Bildungsstätten und Zentren über Goethe und Schiller. Schon im nächsten Jahr will Stellmacher ein Schulbuch über die Ethik von Goethe, Schiller und Schweitzer herausgeben. „Alle Bildungseinrichtungen bleiben dauerhaft eine ehrenamtliche Einrichtung von Bürgern“, versicherte er und schloss seine Ansprache mit einem Schweitzer-Zitat, das für ihn richtungweisend gewesen ist: „Man muss etwas, und sei es noch so wenig, für diejenigen tun, die Hilfe brauchen. Etwas, was keinen Lohn bringt, sondern Freude, es tun zu dürfen.“

100 Jahre erlebte Menschlichkeit durch das Lebenswerk Albert Schweitzers würdigte auch Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Schweitzer, so sagte der Verwaltungschef, sei für Hans Stellmacher ein großes Vorbild gewesen, denn Helfen sei für ihn zu einer Lebensaufgabe geworden. Die Einrichtung der „Akademie für ethische Bildung“ im Elbeforum sei für die Menschen dieser Stadt ein Geschenk von hohem Wert gewesen, dankte Mohrdieck.

Starken Beifall ernteten drei junge Equilibristik-Turnerinnen der „Hamburger Showsternchen“ für ihre anmutigen artistischen Leistungen auf der Elbeforum-Bühne. Dort traten im Laufe des Abends auch der Pianist Boris Kusnezow (28) und der Bariton Martin Häßler (21) zum Konzert auf. Der erst zwölf Jahre alte Jonathan Zanner vom Kulturhof Itzehoe erinnerte in einer kurzen Ansprache an das Lebenswerk Albert Schweitzers, der mehrere Generationen mit seinem Wissen und seinen Idealen begeistert und motiviert habe. „Er hat nie aufgehört, seine Hoffnung in die Jugend zu setzen.“ Die Ethik Schweitzers sei heute genau so aktuell wie vor hundert Jahren. Auf keinen Fall dürfe man sich dazu bewegen lassen, „die Stimme der Menschlichkeit in uns zum Schweigen zu bringen“, wiederholte Jonathan Zanner eine Forderung des Urwaldarztes.




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