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Energiepreise : Heizen ist günstiger, aber nicht für alle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dank sinkender Gaspreise spart ein Itzehoer Durchschnittshaushalt in diesem Jahr zwischen 55 und 125 Euro.

von
erstellt am 09.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Auch in Itzehoe bekommen Mieter und Wohnungsbesitzer in diesen Wochen ihre Heizkostenabrechnung. Während Bewohner von Häusern mit Ölheizungen mit kräftigen Rückzahlungen rechnen dürfen, müssen Gaskunden eventuell sogar nachzahlen. Die bisher übliche Preisbindung beider Brennstoffe gilt nur noch bedingt. Für die Kunden der Stadtwerke Itzehoe blieb der Gaspreis im abgelaufenen Jahr weitgehend stabil.

Rund 25 Prozent günstiger war Heizöl im Herbst 2015 gegenüber dem Vorjahr. Zum Jahresende fiel der Preis noch einmal deutlich. „Man kann fast von einem Einbruch beim Ölpreis sprechen“, sagt Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes. „Die Heizkosten haben sich 2015 erheblich verringert.“ Nachdem Hausbesitzer vom billigen Öl schon im vergangen Jahr profitierten, werden nun Mieter den Preissturz im Portemonnaie spüren, denn die Ersparnis wird über die Nebenkostenabrechnung an sie weiter gereicht. „Uns liegen noch keine exakten Zahlen für 2015 vor, aber obwohl das Wetter etwas kühler als 2014 gewesen ist, wird das den Rückgang beim Heizölpreis nicht aufwiegen.“

Anders verhält es sich bei Gas und Fernwärme: „Dort sind die Preise weitgehend stabil geblieben“, erklärt Ropertz. Aufgrund der kühleren Witterung seien daher sogar geringe Nachzahlungen für Mieter möglich. „Das hängt im Einzelfall von der Gestaltung der Abschlagszahlungen ab. Sind diese nach dem besonders milden Jahr 2014 gesenkt worden, sind Nachzahlungen wahrscheinlich.“ Was an dieser Entwicklung verwundert: Auch beim Gas sind die Einkaufspreise auf dem Weltmarkt deutlich gefallen. Laut dem Verbraucherportal Verivox um rund 25 Prozent in den vergangenen zwei Jahren. Die Energieversorger haben dies aber nur begrenzt an die Endkunden weitergegeben (siehe Grafik). „Wir kritisieren diese Entwicklung schon seit längerem“, sagt Margrit Hintz, stellvertretende Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Sie rät Verbrauchern zum Anbietervergleich: „Es gibt teilweise erhebliche Preisunterschiede.“ Aber: Oft ließen sich auch mit dem alten Anbieter bessere Konditionen aushandeln. „Mieter sind natürlich nur indirekt handlungsfähig. Sie können aber ihren Vermieter auf eventuell überhöhte Energiepreise hinweisen“, rät Hintz.

Auch bei den Stadtwerken Itzehoe, Energieversorger für etwa 50 000 Menschen im Kreis Steinburg, blieben die Gaspreise 2015 stabil. Mit etwas Verzögerung werden die Kunden von den gesunkenen Rohstoffpreisen profitieren, erklärt Geschäftsführer Manfred Tenfelde. Der Einkauf funktioniere beim Gas anders als beim Öl. Neben dem reinen Einkaufspreis beeinflussen auch Netzentgelte die Kostenentwicklung. Die Stadtwerke würden eine „effiziente und langfristige Beschaffungsstrategie“ verfolgen. „Gemeinsam mit anderen norddeutschen Stadtwerken kaufen wir im Laufe des Jahres in mehreren Schritten unser Gas für das kommende Jahr ein.“ Der Brennstoff, mit dem 2016 geheizt werde, sei bereits 2015 gekauft worden. Der gesunkene Einkaufspreis im vergangenen Jahr wirke sich nun 2016 aus. Die Gaspreise wie auch die Preise für Fernwärme seien bereits zum Jahresbeginn gesenkt worden. Die Ersparnis geben die Stadtwerke mit rund 55 Euro beim Gas und 125 Euro bei der Fernwärme für Durchschnittshaushalte an.

„2017 ist mit einer weiteren Preissenkung zu rechnen, wenn die Entwicklung so bleibt“, sagt Tenfelde. Die Einkaufspolitik ermögliche es, den Kunden ein günstiges Angebot. Nach eigenen Angaben gehören die Stadtwerke zu den 15 Prozent der günstigsten Gasanbietern in Deutschland. „Vorteile beim Einkauf geben wir an unsere Kunden weiter.“

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