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Krisenzeit Pubertät : Heiße Themen und kühle Drinks

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Familienberater hält humorvollen Vortrag in der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld.

Wer sich einen Elternvortrag mit Erziehungstipps gewünscht hatte, lag falsch. Jan-Uwe Rogge stellte gleich zu Beginn seines Auftrittes im Pädagogischen Zentrums am Lehmwohld klar: „Ich werde heute Abend nur Geschichten erzählen und keine Tipps geben.“ Dabei sprach der Familienberater zu einem Thema, das offensichtlich vielen Eltern, Lehrern und Erziehern den letzten Nerv raubt: die Pubertät. Entsprechend voll war der Zuhörerraum – gut 300 Besucher sahen den Vortrag, der eher als Comedy durchging. „Erziehung hat zu tun mit Lachen, mit Humor“, so der Autor. Gezielt traf er die Wunden der Anwesenden und erntete viele Lacher. „Wenn ich Sie so anschaue, frage ich mich: Möchtest du bei denen Kind sein? – Die Antwort ist: Nein! – Sie sehen kaputt und fertig aus.“

Urplötzlich werde aus dem hilfsbereiten, lieben Kind, das abends noch „Gute Nacht, liebe Mama“ sagt, der stinkende Pubertierende, der morgens: „Verpiss’ dich, Alte“ ruft. Die Pubertierenden verglich er mit dem Hummer (oder der Hummerine), denen das Fleisch wächst, die den Panzer abwerfen und sich schutzlos in dunklen, stickigen Höhlen verstecken. Gestört nur durch die ständig patrouillierenden Mütter, die nur einen Gedanken hätten: „Ich will es alles anders machen. Ich will es nicht wie meine Eltern machen.“

Die Väter bekamen in der zweiten Hälfte von Rogges Vortrag ihr Fett weg. „Er kommt nur mit zu Erziehungsvorträgen, wenn die Lage ernst ist.“ Und dann gab Rogge doch noch einige Tipps: „Man kann es Pubertierenden nicht recht machen.“ Viel mehr sei es ihr Recht aufzubegehren. Zur Not müsse man dem Nachwuchs sagen: „Ja, es stimmt, vor dir steht die gemeinste Mutter Itzehoes.“

Hans-Joachim Sohrt, Leiter der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld, hatte zu dem Vortrag geladen und ihn zu einer Pflichtveranstaltung für seine Lehrer gemacht. Er wolle aber auch den Eltern sagen: „Wir sind genau da, wo ihr seid.“ Den Unterhaltungswert fand er gut: „Der Vortrag bleibt im Kopf, hier hat man gemeinsam gelacht, hier hat man sich wiedergefunden.“

Zuhörerin Meike Schneider war begeistert: „Ich finde ihn so lustig, so treffend. In jeder Geschichte erkennt man sich wieder.“ Auch Martina Nagel war angetan, ihre pubertierende Tochter sei allerdings „ganz harmlos“. „Es sind schon einige Sachen dabei, mit denen ich viel anfangen kann. Ich finde seine lockere Art toll.“ Pauline Hergenreder, Mutter eines pubertierenden Sohnes, hat bereits einige Bücher von Rogge gelesen: „Die Situationen kommen mir alle bekannt vor. Es hat sich gelohnt herzukommen.“



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