Heimatmuseum zeigt Werke einer vergessenen Künstlerin

Entwickelte schon früh ihr künstlerisches Talent:  Irmgard Nieper-Wachs. Das Foto zeigt die Malerin 1902.
Entwickelte schon früh ihr künstlerisches Talent: Irmgard Nieper-Wachs. Das Foto zeigt die Malerin 1902.

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07. September 2018, 17:44 Uhr

Im Heimatmuseum wird seit Sonntag mit Irmgard Nieper-Wachs (1884 -1972) eine Künstlerin präsentiert, die zehn Jahre in Dithmarschen verbrachte und inzwischen in Vergessenheit geraten ist. Eine Empfehlung des Künstlermuseums Heikendorf-Kieler Förde brachte die Leiterin des Brunsbütteler Heimatmuseums auf das Oeuvre dieser faszinierenden Frau, die früh versuchte, ein selbstständiges und unabhängiges Leben als Künstlerin zu führen.

Aufgewachsen in Goslar im Harz, war bei ihr bereits während der Schulzeit eine außerordentliche zeichnerische Begabung erkennbar. Ein kleiner Linoldruck, den sie mit zwölf Jahren gearbeitet hat, demonstriert bereits einen gekonnten Umgang mit Proportionen von Pferd und Mensch. Auch in malerischen wie grafischen Techniken entwickelte sie bald beachtliche Fähigkeiten, die die Eltern bewusst zu fördern verstanden. So schickten sie ihre Tochter zum Kunststudium nach London. Auf diese Weise entwickelte Nieper früh ein ausgeprägtes Selbstverständnis als Künstlerin.

Nach der Heirat mit Otto Wachs, einem in preußischem Staatsdienst stehenden Juristen, signierte sie ganz selbstbewusst mit „Nieper-Wachs“. Doch musste sie sich nun vornehmlich um die wachsende Familie kümmern und einen repräsentativen Haushalt führen, der der öffentlichen Stellung ihres Mannes als Landrat in Süder-Dithmarschen geschuldet war. Die künstlerische Betätigung kam in diesen Jahren zu kurz. Erst nach der Trennung von ihrem Mann Ende der 1920er Jahre konnte sie zunächst in Kiel und dann nahe Hanerau-Hademarschen naturverbunden und künstlerisch unabhängig leben.

Die Ausstellung zeigt nur einen Teil des bislang nicht vollständig erfassten Werkes von Irmgard Nieper-Wachs. Großartige Unterstützung erhielt Eikermann-Moseberg von den Nachfahren der Künstlerin. „Das ist inzwischen schon die Enkelgeneration!“ Neben Bildern können auch Skizzenbücher, Zeitungsberichte und Fotos gezeigt werden. Für die erschienene Biografie standen auch Tagebücher und Korrespondenzen aus dem Nachlass zur Verfügung. „Ein unglaublich großes Talent!“, attestiert Eikermann-Moseberg der Malerin, die aus künstlerischer Sicht, aber auch mit historischem Blick Bemerkenswertes vorzuweisen hat.

Die Ausstellung „Es lebe der Lebensmut. Irmgard Nieper-Wachs, eine Künstlerin besonderer Art“ ist bis 11. November im Brunsbütteler Heimatmuseum (Markt 4) zu sehen. Eine Ausstellungs-Führung mit Silke Eikermann-Moseberg gibt es am 24. Oktober um 15 Uhr.


Öffnungszeiten: Di, Do, Sa, So 14.30 bis 17.30 Uhr sowie Mi 10 bis 12 Uhr.

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