Herzhorn : Heimat im Großformat

Ihre Bilder sind abstrakt, aber auch gegenständlich: Beate Hellerich mit einem Bild ihrer Leuchttürme.
Ihre Bilder sind abstrakt, aber auch gegenständlich: Beate Hellerich mit einem Bild ihrer Leuchttürme.

Die Herzhorner Künstlerin Beate Hellerich malt mit Vorliebe Bilder im Format 70 mal 100 Zentimeter und größer.

shz.de von
15. April 2018, 14:56 Uhr

Explosionen, Nebel, Licht – ein Leuchten: Ihre Werke sind düster wie hell, gegenständlich wie abstrakt, eigentlich nie wirklich zu fassen. Genau das macht die Faszination der Bilder der Herzhorner Künstlerin Beate Hellerich (55) aus.

In Glückstadt geboren und in Borsfleth groß geworden, hat sie schon von klein auf den Pinsel geschwungen, denn bei ihr liegt die Kunst in der Familie. „Ich konnte sie schon mit zwei Jahren einen Seehund zeichnen und war auch in der Schule immer gut im Zeichnenunterricht“, erinnert sie sich.

Mit 14 Jahren hat sie angefangen, die ersten Ölbilder zu malen – Wasser mit Segelschiffen auf Pappe. „Die Bilder habe ich verschenkt“, erzählt sie. Später bannte sie ein brennendes Haus in Borsfleth und das Pastorat im Ort ebenso wie das eigene Reetdachhaus in Öl auf Leinwand. „Ein paar davon konnte ich sogar verkaufen.“

In ihrer Schulzeit bei der Berufsschule in Itzehoe begann sie mit ersten Aktzeichnungen, malte aus Katalogen die Frauen ab und verbesserte ihre Technik immer weiter. „Ich habe gelernt, wie man verschiedene Techniken umsetzt.“ Seidenmalerei hat sie von der Mutter gelernt. Beim Malen draußen im Garten und zu Hause hat sie die „Beatles“ gehört. „Das hat mich inspiriert. Mit Musik bringt das viel mehr Spaß.“

Wegen Familie und Beruf musste das Malen in ihrem Leben dann für einige Zeit ruhen, aber während einer Projektwoche des Sohnes fing sie an, die Kinder seiner Klasse zu unterrichten. „Ich habe ihnen beigebracht, wie ein Bild lebendig wird, sie konnten dann fast fotorealistisch zeichnen.“

Sie selber pausierte, bis sie im Jahre 2016 ihrem damaligen Freund etwas zum Geburtstag schenken wollte. „Ich wollte ihn mit einem eigenen Bild überraschen“, wie sie erzählt. „Das fand er supertoll und sagte: Das musst du unbedingt weiter machen.“

Sie kaufte sich Leinwände und Acrylfarbe und malte jede Woche mindestens ein Bild. Ihren künstlerischen Horizont erweiterte Beate Hellerich durch Künstler, über die sie etwas in Büchern las, so etwa den chinesischen Maler Zao Wou-Ki (1921 bis 2013) und die deutsche Malerei-Ikone Gerhard Richter.

Vieles geschieht aus der Inspiration heraus. So wimmelt es auf ihren Gemälden aus Acryl- und Ölfarbe nur so von Licht und Schatten, Explosionen, Wolken und Nebel. Und sie hat die Bilder zum Leuchten gebracht. „Ich male erst mal drauf los und erkenne selber gar nicht gleich, was es sein soll“, sagt sie. „Wenn es so wäre, würde das ja auch langweilig werden.“

So malt sie in der kalten Jahreszeit in der Wohnung auf dem Maltisch und geht bei schönem Wetter nach draußen in den Garten. Ihre Formate sind selten kleiner als 70 mal 100 Zentimeter. „Und ich möchte noch größer malen, damit ich auch mal länger an einem Bild sitze.“

Ihre Technik hat die Künstlerin mit Pinsel in Acryl und Öl selbst entwickelt. „Ich übermale Bilder, wenn sie mir nicht gefallen.“ Den Titel denkt sie sich erst hinterher aus, vor allem bei den abstrakten Gemälden.

Nun wurde eine Galerie in der Deichstraße in Glückstadt auf ihre Werke aufmerksam, nachdem sie sich dort vorstellte. Ab Anfang Mai ist sie dort mit mehreren ihrer Werke in großen und kleinen Formaten zu sehen. Im vergangenen Jahr hatte Beate Hellerich einige Bilder schon beim Basar im Detlefsengymnasium präsentiert.

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