Abschied : Heiko Gauert geht nach 41 Jahren

Dank an den  scheidenden Schulleiter: Schulverbandsvorsteher Lothar Schlutz mit Heiko Gauert.
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Dank an den scheidenden Schulleiter: Schulverbandsvorsteher Lothar Schlutz mit Heiko Gauert.

Heiko Gauert gilt als humorvoll, teamfähig und sehr menschlich – kurzum ein „riesiger Treffer für die Wilhelm-Käber-Gemeinschaftsschule“ in Hohenlockstedt. Jetzt wurde er in den Ruhestand verabschiedet.

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11. Juli 2014, 17:00 Uhr

Alleskönner mit Managerqualitäten, zielstrebig, durchsetzungsfähig, aber auch humorvoll, teamfähig und sehr menschlich – kurzum ein „riesiger Treffer für die Wilhelm-Käber-Gemeinschaftsschule“. So charakterisierte nicht nur die stellvertretende Schulleiterin Andrea Mittelmann ihren Chef Heiko Gauert. Auch die anderen Redner würdigten den Schulleiter und den Menschen Heiko Gauert, der elf Jahre an der Spitze der Gemeinschaftsschule stand und die Lehranstalt in dieser Zeit geformt und geprägt hat. Mit Humor, Musik, kurzweiligen Reden, aber auch mit viel Wehmut wurde der 65-Jährige gestern nach 41 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet.

„Wir lassen Sie ungern ziehen, Sie haben Großes geleistet“, würdigte Schulverbandsvorsteher Lothar Schlutz vor dem Hintergrund, dass sich die WKS unter Gauerts Leitung einen hervorragenden Ruf erarbeitet habe. „Wir bedauern, dass Sie gehen, aber nach 41 Jahren Schuldienst haben sie es verdient“, betonte Hohenlockstedts Bürgermeister Jürgen Kirsten. In baulicher Hinsicht nannten die Redner unter anderem moderne Fachräume, die Mensa und die Offene Ganztagsschule, die in der Zeit von Heiko Gauert geschaffen worden seien. Er sei in seiner Argumentation sehr überzeugend gewesen, so dass „der Schulverband meist seinen Geldbeutel geöffnet hat“, so Schlutz.

Der „Alleskönner mit Managenerqualitäten“ war laut Andrea Mittelmann daneben aber auch ein guter Pädagoge und Chef. Er habe die notwendigen Veränderungsprozesse eingeleitet und vorangetrieben. Ein Indiz: Heute gingen Schüler aus 25 Gemeinden auf die WKS.

Für Lehrer Jan-Hendrik Rose hat Heiko Gauert einen heimlichen Zwillingsbruder – Papa Schlumpf. Ähnlich wie dieser sei Gauert ein Dorfführer (für die Schüler) und eine Vaterfigur (für das Kollegium). Und wie Papa Schlumpf versuchte es auch der Rektor, stets das Richtige zu tun. Doch der so gelobte Heiko Gauert hat auch seine Geheimnisse – eines enthüllte Schulsekretärin und Gauerts „rechte und linke Hand“ Britta Rohwer: An schlechten Tagen griff der 65-Jährige in die dritte Schublade seines Schreibtisches und stärkte sich mit einem Schokoriegel.

In fast allen Reden kam auch Gauerts größte Leidenschaft vor – die Liebe zur plattdeutschen Sprache. „Dass ab Sommer an 27 Grundschulen im Land Plattdeutsch als ordentliches Unterrichtsfach eingeführt wird, ist auch sein Verdienst“, ging Herbert Frauen, ehemaliger Schulleiter der Glückstädter Regionalschule und langjähriger Kreisfachberater für Niederdeutsch, auf die vielfältigen Plattdeutsch-Aktivitäten ein. Diese Aufgaben wird Gauert beibehalten und noch ausbauen, unter anderem ist er in seiner neuen Heimat – er zieht an die Ostsee – schon zum Vorsitzender der plattdeutschen Gilde in Eckernförde gewählt worden.

Die offizielle Entlassungsurkunde überreichte Schulrat Arnold Rehder. Er ging kurz auf den Werdegang ein mit der Geburt 1949 in Eckernförde und der Kindheit in Nordfriesland. Über die Universitäten Kiel und Flensburg sowie über Lehrerstationen in Dithmarschen und Nordfriesland kam Gauert dann 2003 nach Hohenlockstedt.

In seiner Schlussrede dankte der 65-Jährige, jenen, die ihn auf seinem Weg unterstützt und begleitet haben. Sein Fazit: „Dieses letzte Viertel meines Berufslebens hat mich so ausgefüllt, so zufrieden, so froh, glücklich und stolz gemacht, dass ich jetzt mit großer Dankbarkeit in die neue Lebensphase wechseln kann.“

Dass es ein kurzweiliger Nachmittag wurde, lag nicht nur an humorvollen und – meist – kurzen Reden, sondern auch an den lustigen und originellen Beiträgen, Aufführungen und Sketchen der Schüler, der Elternvertretung und des Lehrerkollegiums. So sang der Schulchor die Schleswig-Holstein-Hymne, und die Klassen 9 A und 8 A zeigten ihr komödiantisches Talent. Etwas Besonders hatte sich auch der Wahlpflichtkurs Medien einfallen lassen. In einem eingespielten Filmbeitrag kamen Hohenlockstedter zu Wort, die nach ihrer Meinung zu Heiko Gauert gefragt worden waren.

Gleich dreimal ging das Lehrerkollegium auf die Bühne – als Chor. Die Lehrer sangen nicht nur das bekannte Lied „von Herrn Pastor sien Kauh“ – zugeschnitten auf ihren Chef –, sondern verabschieden ihn auch mit plattdeutschen Version des Trude Herr-Liedes „Niemals geht man so ganz“. Die Gauert-Version hieß dann „Keeneen geiht so ganz, n’lütt beeten vun di blivt hier.“

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