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Landschaftspflege : Heidschnucken für den Naturschutz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Besonders an den Wochenenden ist die Störkathener Heide gut besucht. Lederfabrikant stellte einst das Geld für den Kauf zur Verfügung.

Im Gatter drängen sich die Heidschnucken und ihr Nachwuchs eng aneinander. Nach der Schur, ohne ihre prächtigen Wollkleider, präsentieren sie sich ungewohnt schlank. Das silberschwarze Schnuckenhaar steht in große Säcke gestopft, zur Abholung bereit. In Frühling, Sommer und Herbst leistet die kleine Herde in der Störkathener Heide wertvolle Dienste in der Landschaftspflege. „Vor allem durch den Verbiss immer wieder aufkommender Birkentriebe sorgen sie für den Erhalt der Heidelandschaft“, sagt Besitzer Hermann Hellwig.

Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich der Kellinghusener für den Erhalt der urzeitlichen Areals vor den Toren seiner Heimatstadt. „Das Heidegebiet ist als Überbleibsel großflächiger Heidegebiet der holsteinischen Geestlandschaft anzusehen“, weiß Hans Jochen Hasselmann, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) der Kreise Steinburg und Pinneberg.

Unter Naturschutz steht die Fläche bereits seit 1938 – schon damals war privates Engagement im Spiel. Der Kellinghusener Lederfabrikant C. Westphal stellte der Stadt die Mittel zum Erwerb der Flächen zur Verfügung. Einzige Auflage: Die Heide sollte erhalten werden. Seit den 1970er Jahren handelt Hellwig ganz im Sinne des damaligen Versprechens. Zudem will er junge und ältere Besucher mit der abwechslungsreiche Landschaft bekannt machen. Sein Anliegen teilt der Naturfreund mit der SDW. Deren Waldjugend schuf 1972 rund um das Heideareal einen Waldlehrpfad. In Gemeinschaft mit der Stadt, der Steinburger Jägerschaft, der Forstbetriebsgemeinschaft Mittlere Stör sowie der Umweltlotterie Bingo-Lotto gelang es Hellwig und der SDW 2006, einen runderneuerten Naturerlebnispfad mit sechs Infoständen und zwölf Stationen zum „Staunen, Entdecken, Experimentieren und Lernen“ zu eröffnen.

Seither waren zahlreiche Schulklassen und Kitagruppen auf dem zwei Kilometer-Rundkurs unterwegs. Vielfältige Erkundungen für große und kleine Leute offeriert auch Carola Sagawe-Becker, SDW-Geschäftsführerin sowie Natur- und Landschaftsführerin. Für Ersatz der durch Wind und Wetter mitgenommenen alten Beschilderung von Bäumen, Pflanzen und Büschen sorgt aktuell wieder die Familie Hellwig. In die Erde gebracht werden die stabilen grünen Kennzeichnungen derzeit von den ehrenamtlichen Mitstreitern Fritz Bahr und Horst Retzlaff. Hinzu kommen noch einmal 100 flexible Krautschilder.

Für eine weitere Attraktion des Waldlehr- und Erlebnispfads sorgte Hasselmann mit der Präsentation einer mächtigen Birkenwurzel. Im Heidegebiet werden Birken zwar als Schädlinge angesehen, in einem stabilen Holzrahmen mit Drahtseilen befestigt, bietet das Wurzelwerk jedoch interessantes Anschauungsmaterial. „Da kann man einmal sehen, was sonst unter der Erde verborgen ist“, sagt Hasselmann.

Über Besuchermangel wollen die Freunde der Störkathener Heide nicht klagen. Besonders an den Wochenenden werde die ortsnahe Rundweg von Spaziergängern und Familien mit Kindern gut genutzt, bilanziert Hasselmann. Freuen würden sie sich aber über mehr ehrenamtliche Unterstützung – gern auch von Menschen jüngeren Alters.

 

>Informationen www.naturerleben-holsteinerauenland.de, www.sdw-steinburg.de.

 

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