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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 14:20 Uhr

Anonyme Anzeige : Heider Bauhof durchsucht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Vorwurf wiegt schwer: Die Mitarbeiter des Heider Bauhofs sollen eine Schwarzgeldkasse geführt und davon Feiern finanziert haben. Bürgermeister Ulf Stecher glaubt nicht an die Vorwürfe.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat den Baubetriebshof in Heide durchsuchte. Der Schock war groß – für die Mitarbeiter, aber auch Bürgermeister Ulf Stecher. Grund war eine anonyme Anzeige, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft so detailliert war, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Der Verdacht: Untreue. Die Mitarbeiter sollen Schrott und Altmetall zu Geld gemacht haben.

Jetzt äußerte sich Stecher. Seiner Angabe nach, sollen Schrott und Altmetall überwiegend aus privaten Sammlungen stammen. Zum Teil sei auch Schrott, den die Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit in der Stadt fanden, in dem Container gelandet. Ob auch Gegenstände, die direkt auf dem Baubetriebshof anfallen, ebenfalls zu Geld gemacht wurden, konnte Stecher nicht sagen. Das muss die Staatsanwaltschaft klären.

Drei Wochen schwieg Stecher zu den Vorwürfen. Denn nicht nur gegen zwei Mitarbeiter und den Leiter des Baubetriebshofs, sondern auch gegen den Bürgermeister als Dienstherrn wurde Strafanzeige gestellt. Zu dem Vorwurf, von der privaten Sammlung für die Kaffeekasse gewusst zu haben, wollte sich Stecher.

Er habe sich zuerst einen Überblick über die Aktenlage machen und Rücksprache mit seinem Anwalt halten müssen, rechtfertigte Stecher sein langes Schweigen. Nach seinen Berechnungen geht es um 4000 Euro, die seit 2006 mit dem Schrott verdient wurden. Der Bürgermeister sieht dies „völlig unkritisch“ und für ihn ist das kein Straftatbestand. „Es gilt die Unschuldsvermutung.“

Grundsätzlich hat er auch nichts dagegen, wenn die Mitarbeiter ihre Kaffeekasse aufbessern. „Ich bin stolz auf den Baubetriebshof“, so Stecher und macht damit seine Rückdeckung für die Mitarbeiter deutlich. Und die 26 Männer halten zusammen. Auch bei der Strafanzeige. Da sich alle an der Sammelaktion für Feierlichkeiten beteiligten, haben sich die Kollegen selbst angezeigt.

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