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suchtkranke Männer : Haus Elim: Oase an Weihnachtstagen

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Autor Saliya Kahawatte erzählt von der Unterstützung, die ihm zuteil wurde. Für ihn war das Haus ein wichtiger Zufluchtsort.

von
erstellt am 22.Dez.2013 | 16:15 Uhr

Die Kerzen brennen am Weihnachtsbaum, der Duft von Zimt, Orangen und Nelken liegt in der Luft. Wer Weihnachten allerdings nicht mit Vorfreude entgegenblickt, sondern Einsamkeit fürchtet, für den ist es eine der schwersten Zeiten des Jahres. Für Familien und besonders für Kinder überwiegt die Vorfreude. Für einsame Menschen aber können Heiligabend und die Weihnachtstage zur Qual werden. Dies gilt besonders, wenn Suchterkrankungen wie Alkoholismus eine Rolle spielen, denn Einsamkeit, Depression und Alkoholmissbrauch verstärken sich häufig gegenseitig. Alkoholkranke, die nach einer Entgiftung im Haus Elim in Wilster Aufnahme gefunden haben, werden über die schwierige Zeit der Weihnachtstage und des Jahreswechsels begleitet. Das Haus Elim ist nach einer Oase benannt, in der laut Altem Testament die Israeliten beim Auszug aus Ägypten gerastet haben. Zur Weihnachtszeit gleicht das Haus Elim genau diesem Bild einer inselartigen Oase: Einem trockenen Ort für Alkoholkranke, inmitten einer Zeit, in der das Feiern mit Alkohol überall anzutreffen ist.

Einer, dem an dem Zufluchtsort in Wilster vor Jahren geholfen wurde, ist Saliya Kahawatte. Der 44-Jährige ist seither trocken und auf der Erfolgsspur. Als erfolgreicher Autor zweier Bücher und Businesscoach betreut er Privatpersonen wie Manager großer Unternehmen. Seine Erfahrungen als trockener Alkoholiker spielen dabei häufig eine Rolle. Mit dem Wissen, dass er seine Süchte überwunden hat, motiviert er Menschen dazu, ihre Probleme anzugehen. „Was mir am Haus Elim gefallen hat“, sagt Saliya Kahawatte, „war die Toleranz. Obwohl es eine christliche Einrichtung ist, konnte ich meinen persönlichen Glauben hier während meiner Behandlung ohne Einschränkungen leben. Aus dieser Toleranz heraus habe ich Kraft für meinen Kampf gegen den Alkohol geschöpft.“

Mehr als 5000 Menschen konnten die Mitarbeiter des Hauses Elim im Laufe der vergangenen 33 Jahre helfen. „Darüber sind wir sehr froh“, betont Dietmar von Seht und fügt hinzu: „Und dass Gott uns das zutraut, dass wir eine der gut etablierten Suchthilfeeinrichtungen im Großraum Hamburg sind. Wie die meisten karitativen Einrichtungen haben wir das unrealistische, aber erstrebenswerte Ziel, uns selbst überflüssig zu machen. Dafür werden wir auch im neuen Jahr wieder in Betrieben Schulungen anbieten, um über Suchtverhalten aufzuklären.“ Nachdem er viele Menschen mit Suchtbiographien kennen gelernt hat, hat von Seht eine Reihe von Schlüssen gezogen: Alkoholkrankheit könne jeden treffen. Ein oder zwei unglückliche Umstände reichten, um innerhalb von zwei Jahren abzustürzen. „Das sage ich nicht, um Angst zu machen, sondern weil es unserer täglichen Erfahrung entspricht. Die Menschen, die bei uns Hilfe suchen, sind eben ganz normale Menschen mit einer Krankheit und einer Portion Pech“, hebt von Seht hervor.

Diese Hilfe finanzieren zu können, gleicht oft einem Spagat. Entsprechend wichtig ist die Unterstützung durch Spenden. „Wer zu Weihnachten nicht in die weite Welt spenden, sondern etwas gegen Elend vor der eigenen Haustür tun möchte, ist bei uns genau richtig. Da wir ein Verein sind, der auf Spenden angewiesen ist, freuen wir uns über jeden Cent“, unterstreicht der Leiter des Haus Elim.

Infos/Kontakt: www.hauselim.de



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