Suche nach neuem Träger : Haus Elim auf Sanierungskurs

Das vorläufige Insolvenzverfahren sieht die Geschäftsleitung von Haus Elim als Chance,  mit einem neuen Träger die soziale Arbeit fortzusetzen.
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Das vorläufige Insolvenzverfahren sieht die Geschäftsleitung von Haus Elim als Chance, mit einem neuen Träger die soziale Arbeit fortzusetzen.

Trägerverein zur Förderung der Rehabilitation Gefährdeter stellt vorläufigen Insolvenzantrag für die Einrichtung in Wilster.

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18. Juni 2014, 12:00 Uhr

„Wir sind guten Mutes, dass eine Sanierungslösung zeitnah gefunden wird“, sagt Dietmar von Seht, Leiter von Haus Elim. Die Einrichtung hat seit Mitte Mai durch verzögerte Pflegegeldzahlungen einen großen Liquiditätsengpass. Der Vorstand des Trägervereins „Verein zur Förderung der Rehabilitation Gefährdeter e.V.“ habe sich daraufhin entschieden, „den Insolvenzantrag zu einem frühen Zeitpunkt wegen drohender Zahlungsunfähigkeit zu stellen, um bestmögliche Sanierungschancen zu haben“.

Dietmar von Seht: „Das vorläufige Insolvenzverfahren wurde am 6. Juni mit Beschluss vom Amtsgericht Itzehoe bestätigt.“ Der vorläufige Insolvenzverwalter habe der „uneingeschränkten Fortführung aller Einrichtungsteile“ zugestimmt. „Die laufende Versorgung der Bewohner ist damit gesichert“, betont Dietmar von Seht und fügt hinzu, dass die Löhne der 14 Mitarbeiter bis einschließlich August durch das Insolvenzgeld abgedeckt seien. Geschäftsleitung und vorläufiger Insolvenzverwalter haben begonnen, Gespräche mit potentiellen Interessenten zu führen, um einen Trägerwechsel zu erreichen.

Die Übergangseinrichtung Haus Elim ist eine spezialisierte Einrichtung für Männer mit Abhängigkeitserkrankungen und bietet ein differenziertes Wohn- und Betreuungsangebot in einer voll- und teilstationären Übergangseinrichtung an. Die vollstationäre Einrichtung zählt 29 Plätze, die teilstationären Wohngemeinschaften in Wilster, Wedel und Uetersen 21 Plätze. Hinzu kommt die ambulante Betreuung im eigenen Wohnraum im Kreis Steinburg. In der vollstationären Einrichtung Haus Elim erfolgen Eingliederungshilfe und Adaptionsmaßnahmen im Anschluss an eine fachklinische Entwöhnungsbehandlung. „Haus Elim ist die einzige Einrichtung im Kreis Steinburg, die seit 33 Jahren schnell und unbürokratische Hilfe für Männer mit Suchterkrankung und Begleiterkrankungen bietet“, sagt von Seht. Dies sei der einzige Platz im Kreis, „an dem sie wieder einen stabilen, abstinenten Lebensalltag kennen lernen können“. Neben einem intensiven gesprächstherapeutischen Programm nimmt jeder Bewohner an einer Arbeitstherapie bis zu 5,5 Stunden am Tag teil. Viele Betroffene seien in Folge ihrer Suchtkrankheit von Obdachlosigkeit bedroht und erführen durch die Betreuung im Haus Elim eine „neue reelle Chance auf eine Teilhabe in der Gesellschaft“. In den vergangenen vier Jahren sei im Haus Elim „sehr viel positives“ passiert. „Viele Bereiche der Einrichtung sind modernisiert worden, die Einrichtung hat sich der Öffentlichkeit mit einem neuen Gesicht auf Flyern, Konzepten und Internetseiten präsentiert.“ Auch im Bereich Qualität sei durch die Zertifizierung 2012 „ein großer Schritt zum Wohle der Bewohner nach vorne gelungen“. Speziell für Wilster bedeute Haus Elim auch einen besonderen Wirtschaftsfaktor. Die Bewohner kauften vor Ort ein, ebenso werde für das Haus das Angebot in der Region genutzt. Die Produktionsküche im Haus Elim fertigt übrigens seit Jahren für Kindertagesstätte und Schule in Wilster das tägliche Mittagessen. Seit 2012 ist die neue Beratungsfirma Betriebliche Gesundheitsförderung Elim mit Seminaren zum Thema „Proaktiver Umgang mit Sucht“ in vielen Firmen bundesweit mit Erfolg tätig.

„Das vorläufige Insolvenzverfahren sehen wir als Chance, zusammen mit einem neuen Träger unsere gute soziale Arbeit fortzuführen“, betont Dietmar von Seht. „Wir haben alle Kooperations- und Geschäftspartner über die Situation informiert und sind an einer weiteren guten Zusammenarbeit interessiert. „Wir bleiben optimistisch.“

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