Kultur in Itzehoe : Harte Debatte um Wenzel-Hablik-Museum

Warb für das Wenzel-Hablik-Museum in Itzehoe: Harald Brommer.
Warb für das Wenzel-Hablik-Museum in Itzehoe: Harald Brommer.

Streit im Stadtforum: Museum will noch mehr Geld von der Politik.

Kay Müller von
05. Dezember 2014, 16:48 Uhr

Die Entwarnung ist nur vorläufig. „Wenn alles gut läuft, können wir am Jahresende in den Bereich einer schwarzen Null kommen“, sagt Harald Brommer, Vorsitzender der Wenzel-Hablik-Stiftung und blickt in die Augen der Gäste des Stadtforums, die sich im Hotel Mercure versammelt haben. Damit ist das Museum nach der öffentlichen Debatte durch zahlreiche Spenden, Neueintritte in den Förderverein und zusätzliche Einnahmen vor allem durch die Friedel-Anderson-Ausstellung erstmal gerettet – doch Brommer reicht das nicht. „Wir brauchen eine dauerhafte Unterstützung durch die Politik. Die Kommunalpolitiker sollten sich jetzt nicht zurücklehnen und sagen: ,Na, da haben es die vom Museum ja geschafft, genug Geld aufzutreiben, dann brauchen wir nichts geben.‘“ Zu Beginn des Jahrtausends habe die Unterstützung der Stadt bei 55 000 Euro gelegen, sagt der Stiftungsvorsitzende. Rund 30 000 Euro an weiteren Fehlbedarfszuweisungen seien aber jetzt notwendig, um den Betrieb des Museum dauerhaft zu gewährleisten, wird er später sagen.

Summen, die die anwesenden Lokalpolitiker in Entsetzen versetzen. „Ich sehe nicht, dass es dafür eine Mehrheit geben wird“, sagt der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Sönke Doll. In einer emotionalen Replik auf Brommers Vortrag weist er darauf hin, dass die große Koalition der Stadt die jährlichen Zuschüsse fürs Museum von 27 000 auf 45 000 Euro angehoben hat. „Und es war ein erheblicher Schritt, dass wir den Betrag auf fünf Jahre festgeschrieben haben. Damit hast Du die Planungssicherheit, die Du forderst.“ Er stehe zum Museum, so Doll, aber: „Wir wollen auch andere Projekte fördern, und da kann ich verstehen, dass einige Leute bei Euren zusätzlichen Forderungen irgendwann sagen: ,Es reicht.‘“ Doll kritisierte, dass Brommer neue Projekte wie etwa die Kooperation mit den Itzehoer Schulen angeschoben habe, „für die in den Planungen kein Geld da war.“ Dafür hätte die Stiftung extra Mittel beantragen müssen, statt jetzt im Nachhinein pauschal mehr Geld zu verlangen, so Doll. „Förderung heißt nicht Voll-Alimentierung.“

Die Ratsversammlung muss über einen Antrag der Stiftung beraten, die einen Ausgleich des angenommenen Defizits von rund 20 000 Euro in diesem Jahr gefordert hatte, das nun laut Brommer auf wenige tausend Euro sinken werde. Die Ausschüsse hatten die zusätzlichen Gelder bislang mit den Stimmen der großen Koalition abgelehnt.

Das Publikum fordert an diesem Abend immer wieder, dass der Name Wenzel Hablik die Marke der Stadt stärken solle. „Kulturförderung ist auch Wirtschaftsförderung“, sagt auch der FDP-Kreistagsabgeordnete Tobias Rückerl. Der Kreis könne aber angesichts der Neuregelung des Finanzausgleichsgesetzes keine zusätzlichen Ausgaben fürs Museum bewilligen (sie neben stehender Bericht). Rückerl appellierte an Brommer, mehr Gelder aus der Wirtschaft einzuwerben. „Das mache ich die ganze Zeit, aber es ist schwierig“, sagt Brommer. Er habe 20 Firmen aus der Region zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. „Keiner ist gekommen.“

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