Wirtschaft : Handwerk fest in Frauenhand

Unternehmer-Frauen im Handwerk: (von links) Petra Schuscke, Rosanna Pofahl, Karen Möller, Ulrike Ernst, Bea Krüger, Hilke Röh und Grit Glashoff.
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Unternehmer-Frauen im Handwerk: (von links) Petra Schuscke, Rosanna Pofahl, Karen Möller, Ulrike Ernst, Bea Krüger, Hilke Röh und Grit Glashoff.

Unternehmerfrauen im Handwerk treffen sich in Glückstadt zum Landesverbandstag

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21. Juni 2015, 16:00 Uhr

Petra Suschke (58) besuchte die Landwirtschaftsschule, als sie ihren Mann Harald kennen lernte. Mit ihm führt sie heute ein Geschäft für Elektromaschinenbau in Itzehoe. „Viele Frauen in Handwerksbetrieben haben keine spezielle Ausbildung dafür gemacht“, sagt sie. Trotzdem führen sie mit ihren Männern die Betrieb, arbeiten mit dem Ehemann zusammen.

Unternehmerfrauen im Handwerk: 58 Teilnehmerinnen trafen sich gestern zum 20. Landesverbandstag in Glückstadt unter dem Motto „dat shall glücken und dat mut glücken“. Eingeladen hatte Petra Suschke im Namen des Arbeitskreises der Steinburger Unternehmer-Frauen.

Mit dabei war unter anderem bei der Begrüßung auch Kreishandwerksmeister Helmut Rowedder, den Petra Suschke als „unserer Patenonkel“ bezeichnete. Denn Rowedder förderte die Initiative der Unternehmer-Frauen, als sie vor 25 Jahren den Arbeitskreis gründeten. „Sie sind ein Aushängeschild unserer Organisation“, lobte er in seiner Ansprache. „Den Meisterfrauen gebührt hohe Anerkennung.“

Die Gründe der Frauen, sich regelmäßig zu treffen, sind so vielfältig wie die Vorträge, die sie hören. Es geht um den Austausch von Themen, die in einem Betrieb wichtig sind, wie Gesundheit am Arbeitsplatz, Fortbildungen, aber auch mit dem eigenen Mann zusammenzuarbeiten. Lohnabrechnung und Verwaltung gehören ebenso dazu. Die Kreise sind unterteilt in einzelne Arbeitsgruppen, die im Landesverband zusammengeschlossen sind, der wiederum auf Bundesebene mitarbeitet.

Landesvorsitzende Rosanna Pofahl erklärte in ihrer Rede, dass der Frauenanteil im Handwerk steigt. „Mit 22 Prozent Inhaberinnen haben wir deutlich mehr als noch vor zehn Jahren.“ Gestiegen sei auch die Zahl der Meisterinnen. Ihre Prognose: „Das Handwerk wird künftig auf den weibliche Nachwuchs angewiesen sein.“ Das Selbstbewusstsein der Frauen sei ein anderes als früher. „Wir engagieren uns für die Weiterbildung.“ Und sie forderte auch, „mehr Mädchen für das Handwerk zu begeistern. Wir wollen etwas bewegen.“

„Das die Unternehmer-Frauen eine große Rolle spielen“, dass erklärte Günther Stapelfeld, Präsident der Handwerkskammer Lübeck. „Sie halten die Betriebe am Laufen.“ Und er berichtete von der regionalen Kampagne, den Handwerksberuf wieder beliebter zu machen.

Alle hatten auch das Thema „Glück“ in ihren Reden aufgegriffen. Bürgermeister Gerhard Blasberg ergänzte es durch „Mut“, den die Unternehmerinnen hätten. Er erinnerte daran, dass die Berater dem Glückstädter Stadtgründer, König Christian IV. ausreden wollten, die Stadt an der Elbe zu gründen. Doch er habe den Mut dazu gehabt. Den Frauen, die aus ganz Schleswig-Holstein gekommen waren, dankte er: „Es ist eine Wertschätzung unsrer Stadt, dass Sie gekommen sind.“

Zu dem Landesverbandstag in den Seminarräumen von Peter Brodersen an der Stadtstraße 12 gehörte ein umfangreiches Programm. Sehr gelungen war der Vortrag von Peter Brodersen über „Geglückte Kommunikation mit Kunden und Mitarbeitern“. Die Teilnehmerinnen lernten nicht nur viel, sondern hatten auch viel zu lachen. Zum Programm gehörte auch ein Rundgang durch die Papierfabrik Steinbeis, ein Festvortrag mit dem Titel „Jeder ist seines Glückes Schmied“, ein Stadtrundgang und am Abend eine Lesung mit der Glückstädter Autorin Tania Schlie im Hotel Anno 1617.

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