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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 18:27 Uhr

Im Museum : Handgemachte Puppenunikate

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sie begeistern nicht nur kleine Mädchen, sondern auch Erwachsene: Puppen. In den 1980ern herrschte ein regelrechter Puppenkurs-Boom. Die handgemachten Unikate gibt es jetzt im Museum Kellinghusen zu sehen.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Ein Blick durch das Museumsfenster wird nicht nur bei kleinen Puppenmamas die Herzen höher schlagen lassen. Auch Erwachsenen dürfte gefallen, was dort gegenwärtig zu sehen ist: Im Erdgeschoss des städtischen Museums hat Museumsleiter Hans-Georg Bluhm Raum für eine kleine Puppenausstellung geschaffen.

In zwei Glasvitrinen zeigen die Kellinghusenerinnen Helga Buhrow und Edith Wischmann eine Auswahl von handgemachten Puppenunikaten aus den 1980er Jahren. „Damals wurde von der Firma Elsner Puppenkurse angeboten“, erklärt Buhrow. Das neuartige Angebot aus der Bastelabteilung des alteingesessenen Haushalts- und Eisenwarengeschäfts schlug offenbar ein. „Die Kurse waren immer voll, wir saßen eng gedrängt“, erinnert sich Wischmann.

Von einem regelrechten Boom in der Hobbyherstellung von Puppen als Sammelobjekten in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts weiß auch Angelika Salzwedel zu berichten. Die Itzehoerin - und passionierte Sammlerin- stand der Puppenmutti Wischmann beim Arrangement der Ausstellungsstücke zur Seite. Cousine Elke Walter half der gerade von einer Krankheit genesenen Helga Buhrow beim Puppen-Aufbau. „Im Laufe der Zeit hatten wir immer neue Ideen für Figuren und Bekleidung“, schwärmt Wischmann. So konnten die zwei Puppenmuttis auch nur einen Bruchteil ihrer Sammlungen auf dem begrenzten Platzangebot im Museum unterbringen.

Angesichts der liebevoll präsentierten Puppenschar ist unschwer zu erkennen, wie viel Spaß die Kursteilnehmerinnen seinerzeit dabei hatten, verloren- und entzwei gegangene Puppenlieblinge aus der Kindheit nachzubauen oder mit viel Fantasie neue Figuren zu erdenken. „Die Köpfe der Exponate sind entweder aus Stoff oder sie wurden aus angerührtem Porzellan in Formen gegossen. Natürlich mussten wir unsere niedlichen Geschöpfe dann auch bekleiden und sie mit einer passenden Frisur versehen“, so Wischmann. Komplett sei die Puppenpersönlichkeit aber erst mit der Namensgebung gewesen. Wischmann arbeitete sogar nach Fotovorlagen. Als Beispiel dafür stellte sie einer ihrer Puppen ein Bild zur Seite. „Nach diesem Originalfoto meiner Großmutter habe ich die Puppe gefertigt“, sagt sie. Ebenfalls abgeschaut habe sie sich die fernöstliche Bekleidung einer exotischen Puppenjapanerin. „Mit zunehmenden Alter erkennen wir erst den Schatz, den uns die Natur mit dem Erinnerungsvermögen geschenkt hat – wer erinnert sich nicht gerne an die Kindheit, in der noch viel mit Puppen gespielt wurde“, so Buhrow.

Zu sehen ist die Ausstellung im Museum noch bis zum Weihnachtsmarkt am Sonntag, 15. Dezember.

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