Brunsbüttel : Hallennutzung soll teurer werden

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TSV sieht sich als hauptsächlich betroffener Verein / Vorsitzende wäre gern von der Stadt vorgewarnt worden

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20. April 2013, 08:52 Uhr

Brunsbüttel | Die Nutzer der städtischen Sporthallen werden sich auf höhere Gebühren einstellen müssen. Spätestens zum 1. Januar sollen die Benutzungsentgelte kräftig angehoben werden. Insgesamt soll die Verteuerung rund 10 200 Euro einbringen. Das löst vor allem beim TSV Bestürzung aus. Denn nach Angaben der Vorsitzenden Silke Heisterkamp trägt der Sportverein das Gros der Hallenkosten.

Den Hintergrund für die beabsichtigte Anhebung liefert die Umstellung der Haushaltsabrechnung auf Doppik. Damit lassen sich Kosten exakter erfassen und genauer zuordnen. Das bedeutet für die Hallengebühren einen kräftigen Sprung nach oben. So hat die Verwaltung errechnet, dass für die Sporthalle am Bildungszentrum eine Anpassung um 36 Prozent nötig sei. Um dies abzufedern, wird eine schrittweise Anhebung vorgeschlagen: am 1. Juli und am 1. Januar 2014. Doch im Sozialausschuss sprachen sich Oliver Kumbartzky (FDP) und Andreas Wohlert (CDU) für eine Anhebung erst zum Beginn des kommenden Jahres aus. Angesichts zu erwartender Mehreinnahmen über 2000 Euro in der ersten Stufe habe das noch Zeit. Dem folgte der Ausschuss einhellig. Für die Halle an der Boy-Lornsen-Schule wird eine Erhöhung sogar um 85 Prozent gegenüber 2012 fällig. Dort aber gelten deutlich geringere Nutzungszeiten für die Turnhalle.

TSV-Vorsitzende Silke Heisterkampreagierte in der Sitzung geschockt, als sie die Zahlen hörte: "Das meiste davon trägt der TSV!" Auf Nachfrage rechnete sie gegenüber unserer Zeitung vor, dass 13 der 15 Sparten des Sportvereins in der Halle trainieren. Unterm Strich müsse der rund 1450 Mitglieder (davon etwa 570 Jugendliche) zählende Verein 90 Prozent der geplanten Erhöhung schultern. Das sei allein schon deshalb schwierig, weil sich die Mitgliederstruktur, dem demografischen Wandel folgend, verändere. "Die Mitglieder werden älter und es kommen weniger nach", so Silke Heisterkamp. Und die verbleibenden TSVer sähen sich nun steigenden Beiträgen gegenüber. Denn daran werde langfristig wohl kein Weg vorbeiführen.

Die TSV-Chefin ist besonders verärgert, dass der Verein im Vorwege nichts von der geplanten Erhöhung erfahren habe. Zur Sitzung war sie nicht eingeladen worden, sondern hatte nur aus der Zeitung von diesem Tagesordnungspunkt erfahren. "Wir hatten gerade erst Jahresversammlung und Vorstandssitzung." Da hätte sie die Mitglieder schon mal vorbereiten können. Nun könne sich der Vorstand erst im Mai damit befassen. Ob dann eine außerordentliche Versammlung einberufen wird, um über höhere Beiträge zu sprechen, oder ob der TSV die Mehrbelastung zunächst aussitzen soll, sei noch offen.

Immerhin, die Stadt legt die Kosten nicht vollständig um. Für örtliche Vereine beträgt seit 2012 die Bezuschussung der Hallenkosten 100 Prozent für jugendliche und 40 Prozent für erwachsene Mitglieder.

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