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Vereinsleben : Hallengebühr gefährdet Breitensport

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In Brunsbüttel warnen TSV, BSC und VfB vor dem Überdrehen der Abgabenschraube. Sie fürchten massive Mitgliederverluste.

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erstellt am 18.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Sie sind ein stetiger Streitpunkt: die Hallen- und Sportplatzgebühren, mit denen die Stadt einen Teil ihrer Kosten für die Sportstätten von den Vereinen zurückholt. In der jüngsten Sitzung des zuständigen Fachausschusses einigte man sich am Mittwoch auf einen Kompromiss: Die von der Verwaltung empfohlene Erhöhung soll ausgesetzt und ein Runder Tisch eingerichtet werden. Der soll die strittige Punkte ausräumen helfen. Dies betrifft vor allem eine von den Vereinen monierte Energieverschwendung in verschiedenen Bereichen. Nach dem Winter soll ein Weg gefunden werden, wie die Stadt ihre Gebühren durchsetzen kann, ohne den Breitensport in Brunsbüttel zu gefährden.

Denn so viel stand bereits am Mittwoch im Ausschuss für Jugend, Gesundheit, Sport und Soziales fest: Weitere Kosten können TSV, VfB und BSC nach Ansicht ihrer Vorsitzenden nicht tragen, ohne eine Austrittswelle bei den Mitgliedern in Gang zu setzen.

Es geht um eine Erhöhung in einer Gesamtgröße von 8000 Euro, von denen der TSV als größter Breitensportverein der Stadt ab Beginn des neuen Jahres 6700 Euro schultern muss, der Fußballclub BSC 800 und er kleine VfB 300 Euro. Beträge, die sich nach wenig anhören. Aber die Auswirkungen in den Vereinen gelten als Besorgnis erregend.

Für TSV-Chefin Silke Heisterkamp ist mit der geplanten Gebührenordnung eine Grenze erreicht. „Ich werde eine Welle von Austritten erhalten“, warnte sie. Denn die Mehrbelastung sei nur durch Beitragserhöhungen zu bewältigen. Und genau die seien nicht mehr durchsetzbar. Heisterkamp hinterfragte das System der Hallengebühren: „Jeder Bürger zahlt hier Steuern. Dann noch Nutzungsgebühren für die Sportstätten – das kann es nicht sein.“

VfB-Vorsitzender Volker Rehder stimmte seiner Kollegin zu. Die überwiegend von seinem Verein genutzte Halle Süd sei „seit Jahren abgeschrieben“. Das mache Nutzungsgebühren zum großen Teil überflüssig.

Und für den auf Leistungsfußball ausgerichteten BSC kündigte Bernd Rehder an, Mannschaften aus dem Spielbetrieb abmelden zu müssen. Denn der BSC habe ohnehin schon mit hohen Kosten zu tun.

Er legte auch gleich einen Finger in die Wunde: Im Sommer würden die Sportplätze sogar bei Regen bewässert. Der Verein habe keine Handhabe, das zu regulieren. „Wir nutzen doch die Plätze und sehen, wann die Wasser brauchen.“

Auf Energieverschwendung machten auch Volker Rehder und Silke Heisterkamp aufmerksam. So fänden die Sportler regelmäßig nach dem Schulbetrieb Hallen vor, in denen Fenster geöffnet sind – und die Heizung nicht abgeregelt ist.

Hier müsse es ein bessere Kommunikation aller Beteiligten untereinander geben, fordert Ratsherr Wilhelm Malerius (SPD). Nur so ließen sich solche offenkundigen Missstände abstellen. Der Runde Tisch hat dies jetzt zum Ziel.

Verwaltungsmitarbeiter Michael Brakhage erinnerte daran, dass für die Jugendlichen in den Vereinen gar keine Hallengebühren berechnet würden und für Erwachsene nur 60 Prozent. Völlig verzichten dürfe die Stadt auf die Gebühren aus Haushaltsgründen nicht. „Dieser Bereich muss zuerst ausgeschöpft werden“, erklärte Brakhage.

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