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Statiker soll beauftragt werden : Hallen-Dächer auf Sicherheit prüfen

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Brokdorfer Bauausschuss befasst sich mit vorbeugenden Maßnahmen im Eisstadion und in der Sporthalle.

Am 2. Januar 2006 gab es beim Einsturz des Hallendaches einer Eissporthalle in Bad Reichenhall 15 Tote und 37 Verletzte. Jetzt diskutierte auch der Bauausschuss der Gemeinde Brokdorf in Folge dieses Unglücks über Konsequenzen für die Brokdorfer Sportanlagen wie Elbe Ice Stadion (EIS) und Sport- und Freizeithalle. Einstimmiger Beschluss der Kommunalpolitiker: Die tragenden Dachkonstruktionen beider Hallen sollen im Jahr 2015 durch einen Statiker auf deren Standsicherheit überprüft werden. Schon in diesem Jahr sollen die Balkenköpfe der Leimbinder der Eissporthalle einen neuen Wetterschutzanstrich erhalten.

Die Gemeinde Brokdorf hat als Eigentümerin und Betreiberin von EIS und Sporthalle besondere Verpflichtungen hinsichtlich des statischen Gebäudenachweises, hatte das Kieler Innenministerium deutlich gemacht. Insbesondere bei Holzhallen entfallen 24 Prozent der Einstürze auf Konstruktionsfehler, 29 Prozent auf Mängel beim Material und in der Ausführung und 37 Prozent auf Probleme beim Betrieb und bei der Instandhaltung. Bei den in der Vergangenheit in Deutschland untersuchten Hallen wiesen 50 Prozent relevante Mängel auf; besonders hoch ist dabei der Mängelanteil bei Holzhallen mit 75 Prozent, hieß es weiter. Die Kosten für die Überprüfung einer tragenden Dachkonstruktion werden auf rund 3000 Euro geschätzt. Zudem müssen, um den Zugang für den Prüfstatiker zu ermöglichen, die Verkleidungen an tragenden Bauteilen freigelegt werden. Bei den Leimbinderköpfen des EIS hat der Fachmann von deren Verkleidung abgeraten und stattdessen eine Auffrischung des Wetterschutzanstrichs empfohlen. Hier würden noch einmal Kosten von etwa 3500 Euro anfallen. Ausschussvorsitzender Jörg Schmidt rechnet insgesamt mit Kosten von 10 000 bis 12 000 Euro für beide Hallen.

Einstimmig befürwortete der Bauausschuss im weiteren Verlauf seiner Sitzung eine Erweiterung der vorhandenen Beschallungsanlage im EIS. Der Auftrag für ein optimiertes Bass-System soll an die Firma Lünstedt sound & service vergeben werden. Die Kosten werden mit gut 7500 Euro beziffert. Jörg Schmidt: „Die jetzige Anlage reicht nicht aus. Die neue Technik, deren Akustik bereits getestet wurde, ist eine gute Sache.“ Weitere 7800 Euro lässt sich die Gemeinde Brokdorf die Installation einer Einbruchmeldeanlage für den Kassenbereich der Eissporthalle kosten. Damit soll die Firma „Alarm plus Sicherheitssysteme“ in Itzehoe beauftragt werden. Offen bleibt noch, ob für die Eissporthalle neben der Wintersaison auch eine Nutzung in den Sommermonaten auf den Weg gebracht werden soll. Ausschussvorsitzender Jörg Schmidt empfahl nach ausführlicher Diskussion ein Gespräch mit Fachleuten darüber, ob überhaupt eine Chance für eine Sommernutzung besteht.

Problematisch ist vor allem die mögliche Zunahme einer Lärmbelästigung. Bereits in der Vergangenheit vorgenommene Lärmpegelmessungen haben deutlich gemacht, dass die zulässigen Grenzwerte zur nächstgelegenen Wohnbebauung nicht eingehalten werden können. Nur durch eine Beschränkung auf Winterbetrieb konnte der übers Jahr gerechnete Lärmpegel eingehalten werden.

Bei einer künftigen Sommernutzung könnte die Gemeinde gezwungen sein, die Parkplätze auf die andere Seite des Stadions zu verlegen, da der größte Lärm durch die An- und Abreise der Gäste verursacht wird. Bei der Erarbeitung eines Lärmkonzeptes wird mit einmaligen Kosten von rund 7000 Euro gerechnet. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Sommernutzung nicht möglich.

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