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Freiwilligendienst : „Hakuna Matata“ in Tansania

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Feuer und Flamme für Afrika: Caroline Parr aus Itzehoe geht im Freiwilligendienst an die Kiumako Secondary School, um Wissen und Lebensfreude zu vermitteln.

Vor wenigen Wochen hat sie noch selbst die Schulbank gedrückt. Ab September soll Caroline Parr (20) Kindern in Tansania praktisches Wissen und Lebensfreude vermitteln. Die Itzehoer Abiturientin geht im Rahmen des Freiwilligendienstes des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für zwölf Monate nach Afrika – „weltwärts“, wie es das Ministerium nennt.

Ihr erster Kontakt zum „schwarzen Kontinent“ liegt zwei Jahre zurück – und nach einem abenteuerlichen Urlaub in Südafrika war sie sofort fasziniert. Als die Frage drängender wurde, was nach der Schulzeit kommen sollte, stand für Caroline schnell fest: Reisen wäre toll. Afrika näher kennen lernen ebenfalls. Die Weichen für eine Kombination dieser beiden Pläne stellte sie mit Unterstützung ihres Fußballtrainers. Marcus Wack betreut nicht nur die Damen des VfL Kellinghusen, sondern ist auch stellvertretender Vorsitzender des Vereins Rafiki, der im Gemeindeverbund Mrimbo in Tansania den Bau einer weiterführenden Schule initiierte. In der Kiumako Secondary School kommen auch junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren im Bundesfreiwilligendienst zum Einsatz: Caroline gehört bereits zur vierten „Volunteer“-Generation.

„Wir freuen uns natürlich immer, wenn wir auch Jugendliche aus der Region schicken können“, betont Marcus Wack, im Verein für die Freiwilligendienste zuständig. Das sei nicht selbstverständlich, denn die Bewerber aus dem ganzen Bundesgebiet müssen zunächst ein Auswahlverfahren durchlaufen. Die Konkurrenz ist groß, aber Caroline hat es geschafft: Sie wird im September als eine von vier Rafiki-Volunteers ihren Dienst antreten, zwei weitere Freiwillige werden vom Verein Elimu aus Heikendorf betreut. Wohnen werden die sechs Frauen zwischen 18 und 22 Jahren in der kleinen Familienpension der Kiumako-Verwaltungsleiterin Pracseda Towo. Sie war vor kurzem in Kellinghusen, und Caroline ist überzeugt: „Da bin ich gut aufgehoben.“

Die junge Itzehoerin freut sich sehr auf ihren Einsatz, rechnet jedoch auch fest mit Heimweh-Attacken. „Doch dadurch, dass ich meine Gastmama und meinen Gastpapa und die anderen Freiwilligen schon kennen gelernt habe, mache ich mir keine zu großen Sorgen.“ Dabei hält sie es bereits mit dem Lebensmotto vieler Tansanier: „Hakuna Matata“ – „Alles in Ordnung“. Zumal ihre Eltern einen Besuch planen. Darüber hinaus gebe es das Internet, das dank eines neuen Mastes seit einem halben Jahr viel besser funktioniere, so Marcus Wack. „Wenn man an der richtigen Stelle ist, kann man sogar skypen.“

Am Anfang wird ein vierwöchiger Intensiv-Sprachkurs stehen. Denn anders als in vielen anderen afrikanischen Staaten kommt man mit Englisch oder Französisch nicht weit. Wack: „Gerade im ländlichen Raum hat man ohne Kisuaheli schlechte Karten.“ Umso wichtiger sei der Sprachkurs, denn: „Die Jugendlichen sollen ganz viel lernen über das Land und seine Kultur.“ Im Gegenzug vermitteln die Gäste aus Deutschland den Einheimischen Praktisches zum Thema Mülltrennung oder Aufforstung – so wird für jeden Kiumako-Schüler ein Baum gepflanzt –, Kochen, Nähen oder Energiesparen. Dieses Mal soll ein neuartiger Ofen eingeführt werden, der nur ein Sechstel der Holzmenge herkömmlicher Feuerstellen benötigt. Darüber hinaus gehe es darum, Lebensfreude zu schenken, sagt Caroline. „Wir wollen das Leben mit einfachen Sachen schöner machen.“ Daher stehen auch Spiel, Spaß und Sport auf dem Programm – je nach persönlicher Neigung der Volunteers. „Das Gute ist: Jeder kann etwas machen, aber keiner muss“, findet die junge Itzehoerin. Das nehme den Druck. „Wir wissen zum Beispiel: Auch wenn wir nicht mit ihnen kochen, kriegen sie in der Schule etwas zu essen.“ Caroline möchte auf jeden Fall Fußball mit den Kindern trainieren – besonders mit den Mädchen. Auch in der Umwelt-AG will sie sich engagieren. „Holz ist sehr knapp dort – alles, was irgendwie wächst, wird sofort abgehackt“, berichtet Wack. Wenn man bei diesem Problem ansetze, so Caroline, sei allen geholfen.

Auch im Kleidungsstil sollen sich die jungen Deutschen anpassen und so zeigen, dass sie nicht nur Touristen sind. „Das komplette Eintauchen in die Kultur – das ist es, worauf wir Lust haben“, betont die Abiturientin. Wenn in Tansania Schulferien sind, ist Gelegenheit, weitere afrikanische Staaten zu bereisen. Und zwar zusammen mit Wack, der in den Osterferien zum Zwischenseminar nach Tansania kommt. Am 19. August begleitet er Caroline mit ihrer besten Freundin und Mannschaftskameradin Jule nach Mrimbo. So hat die 20-Jährige vor Dienstbeginn noch einige Ferientage mit vertrauten Gesichtern vor sich. Doch auch für die folgenden zwölf Monate fern von Itzehoe ist sie durch Seminare, Gesundheitsvorsorge und Praxistipps von ehemaligen Volunteers optimal gerüstet. Für Caroline Parr steht fest: „Ninapenda kuondoka“ – „Ich möchte aufbrechen!“>

Entsendeorganisation von Caroline Parr ist Jugend im Ausland, KJSH e.V.. Ihr Projekt kann durch Spenden unterstützt werden: Kontoinhaber KJSH e.V., IBAN DE77 2003 0000 0070 3215 05, BIC HYVE DEMM 300, Verwendungszweck: Tansania 2015/Spende Caroline Parr.


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erstellt am 10.Aug.2015 | 05:00 Uhr

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