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Norddeutsche Rundschau

20. November 2017 | 13:05 Uhr

Vor Gericht : Haftbefehl für Unfallverursacher

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eineinhalb Jahre nach einem schweren Unfall an Bahnübergang in Landscheide sollte sich ein 51-Jähriger vor dem Gericht in Itzehoe verantworten – und erschien nicht.

Den schweren Verkehrsunfall auf einem Bahnübergang in Landscheide hatte der Mann wie durch ein Wunder überlebt. Jetzt muss der 51-Jährige sich allerdings mit den juristischen Folgen auseinandersetzen. Weil er als Angeklagter vor der Amtsrichterin in Itzehoer unentschuldigt nicht erschien, soll der Mann nun per Haftbefehl vorgeführt werden.

Am 19. Mai vergangenen Jahres hatte der Wilstermarschbewohner einen Bahnunfall verursacht. Er war am Nachmittag mit seinem Wagen auf einem unbeschrankten Bahnübergang im Bereich Moorweg in Landscheide von einem aus Brunsbüttel kommenden Güterzug erfasst worden. Helfer mussten den Schwerverletzten aus seinem völlig zertrümmerten Citroen Kombi herausschneiden. Sein Fahrzeug war trotz Vollbremsung des Zuges rund 150 Meter weit mitgeschleift worden. Der Lokführer erlitt einen Schock.

Nun sollte sich der 51-Jährige vor Strafrichterin Katja Komposch am Amtsgericht in Itzehoe wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, begangen in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Hinzu kam noch eine Anklage wegen eBay-Betrugs. Dabei soll der 51-Jährige Autoteile auf der Verkaufsplattform angeboten, das Geld kassiert, aber die Ware mit einem Wert von unter tausend Euro, nicht geliefert haben.

Weil der Angeklagte zu seinem Prozess nicht erschien, setzte Komposch Beamte der Polizeistation Wilster zwecks sofortiger Vorführung in Marsch. Die Beamten aber trafen den Mann an seiner Wohnanschrift in der Nähe von Wilster nicht an. ,,Hab’ ich total verbaselt“, teilte der 51-Jährige auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung mit. An dem Nachmittag, an dem der Prozess angesetzt war, fegte gerade Sturm ,,Xavier“ über die Wilstermarsch. ,,Wir sind etwas abgesoffen und haben einen leichten Sturmschaden erlitten“, so der 51-Jährige, der in der Sache von dem Itzehoer Strafverteidiger Peter Wiebensohn vertreten wird. Richterin Komposch hatte dafür wenig Verständnis und nach der misslungenen Vorführung die Wahl zwischen Strafbefehl und Haftbefehl. Doch Komposch wollte die Sache nicht durch Erlass eines Strafbefehls vorläufig beenden, sie will den 51-Jährigen in Person vor Gericht stehen sehen, weshalb die Richterin Haftbefehl erließ.

Sobald die Polizei den Mann festgesetzt hat, wird von ihr ein neuer Prozesstermin anberaumt.

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