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Kostenexplosion : Hafensanierung wird wieder teurer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erst 150 000, dann 350 000 und jetzt rund 500 000 Euro – die Kostenschätzungen für die Hafensanierung in Kellinghusen explodieren. Dennoch sind die Politiker einig: Es muss etwas passieren.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 17:01 Uhr

„Diese Kröte müssen wir schlucken“, sagte Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) im vergangenen Bauausschuss. Gemeint waren damit die erneut gestiegenen Kosten für die Hafensanierung. Dessen Glanzzeiten sind längst vergangen. Seit Jahrzehnten aus dem Blickfeld geraten, bröckelt es dort mittlerweile beträchtlich.

Schon im Mittelalter wurde von Kellinghusen aus Holz die Stör hinunter verschifft. Einen nennenswerten Aufschwung erfuhr der Hafen aber erst nach dem Bau der Eisanbahnstrecke Wrist-Itzehoe 1889. Mit der direkten Anbindung an das Streckennetz erhöhte sich der Güterumschlag beträchtlich. Regelmäßig schipperten Holz, Baumaterial und Kohle gen Elbe. Hinzu kam der Umschlag von Getreide – Mühlenbetriebe siedelten sich an, zwei Großsilos wurden gebaut. Mit der Einstellung des Bahnbetriebs und der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straße geriet das gesamte Areal jedoch ins Abseits.

Einen neuen Stellenwert bekam der Fluss durch den beliebten Wassertourismus. Am Anleger Kellinghusen glitten Kanus bislang meistens vorbei. Daran änderten auch der eigens gebaute Ponton, die an sich schöne Industrie-Kulisse und die innerstädtische Lage nichts. Zu wenig einladend präsentierte sich Kellinghusens Hafenfront.

Das will die Stadt nun ändern. Das Paket der Hafensanierung beinhaltet auch den Bau einer Beton-Stufenanlage für Wassersportler. Dringend erforderlich sind zudem die Sanierung der Schwergewichtsmauer und des Spundwandbereichs sowie der Rück- beziehungsweise Umbau der Regenwassereinleiter in der Hafenstraße und bei der HaGe. Bislang zeigte sich jedoch, daß die Kosten dafür offenbar nur schwer in den Griff zu bekommen sind. Hatte ein Planer zunächst 150 000 Euro veranschlagt, so lag der zweite bereits bei einer Summe von 350 000 Euro. Nach Rücksprache mit beiden Ingenieurbüros hatte die Ratsversammlung schließlich eine abgespeckte Version in Höhe von 300 000 Euro für das Gesamtpaket – abzüglich einer Förderung durch das Auenland in Höhe von 50 000 Euro beschlossen (wir berichteten).

Schock im jüngsten Baugremium: Die Ausschreibung ergab, dass allein die Stufenanlage und die Sanierung der Schwergewichtsmauer mit rund 276 000 Euro zu Buche schlagen. Host Nitz (KeLi) erhob Einwände gegen die Höhe der Gesamtinvestition von rund 500 000 Euro. Der Ausschuss folgte mehrheitlich dem Argument des Bürgermeisters „Wir können die Anlage nicht vor sich hingammeln lassen.“ Die Baumaßnahme soll zunächst im genannten reduzierten Umfang angegangen werden.

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