Wassersport : Hafenmeister auf Abenteuertour

Klaus Kühn (links) und Armin Schneider machen die Reise „Ostsee-Rund“.
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Klaus Kühn (links) und Armin Schneider machen die Reise „Ostsee-Rund“.

Klaus Kühn aus Glückstadt segelt vier Monate über die Ostsee. Sein Schiff Rea ist zehn Meter lang und 41 Jahre alt.

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23. Mai 2018, 05:53 Uhr

Seit April 2015 ist er der Hafenwart der Segler-Vereinigung Glückstadt (SVG). Doch in dieser Saison müssen sich die Segler an ein neues Gesicht gewöhnen. Klaus Kühn ist vor kurzem auf eine viermonatige Ostsee-Rundreise gestartet. Als Ersatz wird solange Karl-Heinz Wiechmann die Aufgaben des Hafenmeisters übernehmen.

Bis Dezember 2016 war Klaus Kühn (66) noch als Hausmeister in der Elbschule tätig. Nach seiner Pensionierung hatte er sich vor einem Jahr von einem Vereinsmitglied ein eigenes Segelschiff gekauft, und dadurch entstand der Plan, eine längere Reise rund um die Ostsee zu unternehmen.

Sein Segelschiff Rea ist zehn Meter lang und 41 Jahre alt. „Ich habe die Navigation und die Elektrik aufgerüstet. Jetzt ist das Boot in einem Top-Zustand, sodass ich mir keine Sorgen mache.“ Der Zweimaster ist mit einer Selbststeueranlage ausgerüstet und kann von einer Person bedient werden. „Einfacher ist das Segeln aber mit zwei Personen.“

Deshalb hat Klaus Kühn seinen alten Bekannten Armin Schneider (78) dabei, den er von seinem früheren Wohnort Kremperheide noch gut kennt. Schneider: „Ich bin für die Verpflegung zuständig und habe genügend Vorräte eingekauft. Die bekamen wir gerade so eben unter Deck verstaut.“ Schneider wird bis Ende Mai an Bord bleiben. „Dann wollen wir in Danzig sein. Und dort wird Rolf Pieper an Bord gehen.“

Auf einem „Ostsee-Rund-Stammtisch“ in Hamburg, wo sich Segler regelmäßig treffen, die diese Fahrt schon gemacht haben, hat Klaus Kühn gebrauchte Seekarten erworben und viele gute Tipps erhalten. Die Reiseroute führt über Fehmarn und Stralsund entlang der polnischen Küste. Dann geht es über Litauen, Lettland und Estland nach Finnland, Schweden und Dänemark wieder zurück nach Glückstadt.

Besonders freut sich Kühn auf die finnischen und schwedischen Schären. „Diese felsigen Inseln sollen besonders schön sein.“ Auf der Insel Aaland im südlichen Finnland will er sich im Juli in der Hafenstadt Mariehamn mit Seglern von vier weiteren Schiffen aus Glückstadt treffen: Mit Arno Hoppe, Klaus Dössel, Hans-Ludwig Bechtel und Hans-Heinrich Theis. Die Rückkehr ist für Mitte September geplant.

Als erfahrener Segler weiß Kühn um die Wichtigkeit, während der Reise den Wetterberichtes zu hören: „Wenn über sechs Windstärken angesagt sind, bleibe ich im Hafen.“ Kühn ist sich des Risikos bewusst. „Ich habe aber keine Angst. Im Moment genieße ich das Gefühl aus Anspannung und Freude. Und ich wünsche mir, dass das Schiff heil bleibt und wir auf keinen Felsen auflaufen.“ Das Motiv für die Reise: „Ich möchte das Segeln und die Ruhe intensiv genießen – ohne Termindruck. Und dabei möchte ich viele Häfen und Menschen kennen lernen.“

Als die „Rea“ bei besten Segelbedingungen in Beidenfleth ablegte, ertönte ein vielstimmiges Sirenengeheul über die Stör, denn 29 Segelboote aus Glückstadt waren zur Verabschiedung vor Ort. Unter Motor ging dann die Fahrt für Klaus Kühn und Armin Schneider durch das Störsperrwerk und die Elbe über Brunsbüttel in den Nord-Ostsee-Kanal bis nach Rendsburg. Bis dahin fuhren auch zwei Enkelkinder und die Partnerin Marina mit. Dann ging es zu zweit weiter bis nach Laboe und rauf auf die Ostsee.

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