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Maritime Wirtschaft : Hafenkonzept will den Weg weisen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schleswig-Holsteins maritime Wirtschaft hat gewaltiges Entwicklungspotenzial: Güterumschlag soll von 50 auf 70 Millionen Tonnen wachsen.

Beinahe 20 Jahre lang, seit 1994, gab es keinen Leitfaden mehr für die Entwicklung der Häfen in Schleswig-Holstein. Seit die sich vor vier Jahren unter dem gemeinsame Dach eines Landesverbands zusammentaten, wird emsig an der Zukunftsfähigkeit dieser maritimen Logistikbranche gestrickt. Das Ergebnis legte der Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH), gestern in Brunsbüttel vor: Das von der Uniconsult erstellte Entwicklungskonzept. Das Besondere daran: Die Landesregierung ist beteiligt.

Dies, so GvSH-Vorsitzende Frank Schnabel, sei alles andere als üblich. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer griff dies auf: „Das ist sogar verdammt viel.“ Denn, so der Kieler Minister weiter: „Die Aufgabe ist schon deshalb so gewaltig, weil die Häfen so verschieden sind.“ Es gebe privat betriebene wie etwa die drei Brunsbütteler Häfen oder vom Land verantwortete wie Büsum aber auch Kiel oder Lübeck. Die einen orientieren sich Richtung Hamburg, die nächsten ins Baltikum und wieder andere nach Dänemark.

Immerhin, in der Summe machen die Häfen Schleswig Holstein nach Hamburg und Bremen zum drittgrößten Hafenstandort der Republik. Der Güterumschlag liegt bei 50 Millionen Tonnen im Jahr, die Zahl der abgefertigten Passagiere bei 15 Millionen. Und allein schon für den Güterumschlag ist das Ziel ehrgeizig: Bis 2025 soll dieser auf 70 Millionen Jahrestonnen angehoben werden. Das sei aber kein Selbstgänger, betonte Schnabel. Der Chef der Brunsbüttel Ports, die auch in Glückstadt und Rendsburg aktiv sind, verweist auf etwas, das sich gestern beim Hafentag an der Elbe wie ein roter Faden durch die Diskussion zog: die ausbaufähigen Hinterlandanbindungen.

„Wir sind die Wertschöpfungstreiber“, betonte Schnabel. Denn längst seien florierende Häfen die Motoren für Industrieansiedlungen in unmittelbarer Nachbarschaft. 50 000 Arbeitsplätze im Umfeld der 25 Häfen der GvSH sprechen eine deutliche Sprache.

Minister Meyer hat im Zusammenhang mit der Wertschöpfung auch den Kreuzfahrttourismus im Blick. Denn hier gelte es dafür zu sorgen, dass die Schiffe nicht etwa nur in Kiel festmachen und die Passagiere dann mit dem Bus quer durchs Land Richtung Hamburg gefahren werden sondern in Schleswig-Holstein bleiben – und hier Geld ausgeben. Und das ist nicht wenig. So bescherte der Kreuzfahrttourismus der Wirtschaft im benachbarten Hamburg im vergangenen Jahr rund 270 Millionen Euro Einnahmen.

Meyer sieht seine Rolle aber auch als Vermittler, wenn es darum geht die Häfen der GvSH an sich auf internationaler Ebene ins Gespräch zu bringen. Jeder für sich allein werde es in der Außendarstellung schwer haben, ist er überzeugt.

Sechs Handlungsfelder sieht der „Leitfaden 2025“ im gestern vorgelegten Hafenkonzept vor: Onshorewindkraft, Offshorewindkraft, Kreuzfahrt, Inselversorgung, Projektlogistik und RoRo-Fährhäfen. Hier gilt es, in den kommenden Jahren die individuellen Stärken zu fördern, um die angestrebte Steigerung im Güterumschlag zu erreichen.

„Hier werden nicht nur die Entwicklungschancen unserer Häfen aufgezeigt, sondern auch konkrete Strategien empfohlen“, sagte der Minister über das Konzept: „Es ist also gleichermaßen eine Art Kompass für Wirtschaft und Politik, um unsere Kräfte in Zukunft noch besser zu bündeln. Die Landesregierung wird ihren Beitrag dazu leisten“, versprach Reinhard Meyer den etwa 200 Teilnehmern des Hafentags.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 11:45 Uhr

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