Itzehoe : Hackstruck an das Klinikum verkauft

Geschäftspartner: Hans Graf zu Rantzau (vorn) und Bernhard Ziegler im Hackstruck gegenüber dem Klinikeingang. Foto: ehrich
Geschäftspartner: Hans Graf zu Rantzau (vorn) und Bernhard Ziegler im Hackstruck gegenüber dem Klinikeingang. Foto: ehrich

Drei von 21 Hektar werden für die Erweiterung des Krankenhauses benötigt / Geschäft hängt an rechtsgültigem Bebauungsplan

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15. Juni 2013, 07:42 Uhr

itzehoe | Historischer Tag beim Notar: Das Adelige Kloster hat den gesamten Hackstruck an das Klinikum Itzehoe verkauft. Drei der 21 Hektar sollen für die lang diskutierte Erweiterung des Krankenhauses genutzt werden.

Ohne diese gehe es nicht, betont Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler. Die vorhandenen acht Hektar Klinikgelände seien verplant oder aus statischen Gründen nicht weiter bebaubar, weil eine Aufstockung nicht möglich sei. Mit dem weiteren Ausbau gehe es um die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitsstandortes Itzehoe: "Wenn wir das nicht können, beeinträchtigen wir die Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit des Klinikums und damit die Entwicklungsfähigkeit von Stadt und Region", sagt Ziegler. Stelle sich das Krankenhaus dem Wettbewerb, dann werde es prosperieren, sonst sei es irgendwann nicht mehr erstklassig.

Seit Jahrhunderten gehört der Hack struck dem Kloster, seit Jahren war aber besprochen, dass das Klinikum den Wald kaufen würde. Nun war der Zeitpunkt gekommen, allerdings gibt es im Vertrag eine Bedingung: Das Geschäft ist erst dann endgültig perfekt, wenn die Vorhaben des Klinikums über einen Bebauungsplan abgesichert sind. Dies sieht Ziegler auf sehr gutem Weg, weil es mit Stadt, Politik und anderen Beteiligten einen "breiten Konsens" gebe. Deshalb wurden rund 1,4 Millionen Euro für den Wald ausgegeben.

Für das Kloster sei das kein normales, aber ein gutes Geschäft, sagt Verbitter Hans Graf zu Rantzau. Das Vermögen des Klosters zu erhalten, sei seine primäre Aufgabe. Gelungen ist deutlich mehr: In einem parallel abgeschlossenen Geschäft wurden 75 Hektar Wald gekauft, die 20 Kilometer nördlich von Itzehoe liegen. "Wir stellen unser Kloster auf breitere Vermögensbeine", so Rantzau.

Bis im Hackstruck gebaut wird, vergeht noch geraume Zeit, so lange sorgt der Klosterförster für Sicherheit im Wald. Und was gebaut wird, ergebe sich nach dem dann aktuellen Stand, so Ziegler. Als Wünsche nennt er ein neues Zentrum für Psychosoziale Medizin, "lieber heute als morgen" gemeinsam mit einem Partner ein Patientenhotel sowie ein Bildungszentrum. Benötigt werde dafür ein Siebtel des Hack strucks, betont der Krankenhausdirektor. Und auf sieben bis acht Hektar Ausgleichsfläche werde dafür in der nahen Umgebung neuer Wald gebildet, ergänzt Rantzau.

Der Rest des Hackstrucks könne mit überschaubaren Mitteln ökologisch aufgewertet werden, aber nicht durch das Klinikum, sagt Ziegler. Dafür habe es kein Personal, Waldwirtschaft sei auch nicht das Kerngeschäft. Was mit den knapp 18 Hektar geschehe, sei noch nicht entschieden. Eine Möglichkeit: Das Klinikum sucht jemanden für die Bewirtschaftung. Oder der restliche Wald werde nach Abstimmung mit der Stadt verkauft - wenn es an der Zeit sei.

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