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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 03:47 Uhr

Kultur : Hablik-Museum fast ohne Defizit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Minus aus dem Jahr 2014 auf 500 Euro gesenkt

shz.de von
erstellt am 28.Mär.2015 | 08:17 Uhr

Ein Problem weniger hat Harald Brommer. „Wir blicken auf ein äußerst erfolgreiches Jahr 2014 zurück“, sagt der Vorsitzende der Wenzel-Hablik-Stiftung. Noch im Herbst hatte Brommer das voraussichtliche Defizit des Wenzel-Hablik-Museums mit rund 20  000 Euro beziffert. Kreis und Stadt hatten eine stärkere Förderung des Museums aus kommunalen Mitteln abgelehnt (wir berichteten). Doch im Laufe des Winters konnte das Minus reduziert werden. „Auch durch die öffentliche Diskussion des leidlichen Themas haben wir viel Unterstützung erfahren. Viele Leute sind in den Förderverein eingetreten, andere haben Bücher gekauft und vor allem Privatleute haben gespendet“, sagt Brommer. Nun belaufe sich das Minus nur noch auf 500 Euro. „Ich bin seit 1991 in Itzehoe, aber so eine Welle der Unterstützung für Kunst und Kultur habe ich noch nicht erlebt.“

Doch kaum ist das Problem gelöst, steht das selbe wieder vor der Tür. „Denn wir haben für den Haushalt des laufenden Jahres ein Defizit von fast 43  000 Euro eingeplant“, sagt Brommer. Er und Museumsleiterin Katrin Maibaum setzten alles daran, das zu verringern. „Aber es wird immer schwieriger, bei Firmen Spenden zu bekommen“, sagt Brommer. Katrin Maibaum ist stolz, dass sie 20 Prozent des Etats des Museum von rund 140  000 Euro aus eigenen Einnahmen finanzieren konnte. „Allerdings werden wir das in diesem Jahr nicht schaffen“, sagt Brommer.

Das Museum steht finanziell auch unter Druck, weil die Aushilfskräfte, die am Wochenende das Museum betreuen, nun nach dem Mindestlohn bezahlt werden müssen. „Wir haben die Öffnungszeiten verkürzt, um die Ausgaben in Grenzen zu halten“, sagt Maibaum. Dazu ist der Eintritt von von 3,50 Euro auf vier Euro angehoben worden. „Damit haben wir eine absolute Grenze in der Region erreicht. Wir können nicht mehr nehmen“, so Maibaum. Sonst bestehe die Gefahr, dass die Besucher wegblieben.

Rund 5200 waren es im vergangenen Jahr, damit konnte das Museum die Zahlen aus dem Vorjahr um rund 100 steigern. Über 600 Schüler waren im Rahmen der Kunstprojekte im Museum. „Für diese Projekte haben wir weitere Unterstützung beantragt – etwa bei der Kulturstiftung“, sagt Maibaum. Im Rahmen des Haushaltsberatungen der Stadt hatten Politiker der Großen Koalition argumentiert, dass die Stadt das Museum mit 45  000 Euro pro Jahr ausreichend unterstütze. Dazu waren Vorwürfe laut geworden, die Schulprojekte seien zu teuer, auch weil sie die Beschäftigung einer Volontärin erfordern. „Natürlich könnten wir diese Projekte streichen, aber das würde die Qualität des Museums rapide senken“, sagt Maibaum. „Dann kann ich bald nur noch das Museum auf- und zuschließen, aber das ist nicht unser Anspruch. Wir wollen gerade Kinder und Jugendliche ins Museum holen, die sonst keine Berührung mit Kunst haben.“ Und dafür dürften die nicht viel zahlen. Rund 16  000 Euro kosten das Museum die Projekte. „Auch wenn uns das finanziell drückt – wir wollen das auf jeden Fall durchhalten“, sagt Brommer.

Und so wird er wieder Gespräche mit der Politik suchen, weil das Museum nicht genug einnimmt. „Der Staat hat einen Bildungsauftrag“, sagt Brommer. Doch dass Kreis oder Stadt mehr Geld geben gilt als unwahrscheinlich. „Ich bin da skeptisch“, glaubt selbst der Stiftungsvorsitzende.

Auch deswegen hofft er auf viele Besucher im Jubiläumsjahr. Seit 20 Jahren gibt es das Museum, seit 30 Jahren die Wenzel-Hablik-Stiftung. Am 5. Juli wird es eine Feier in der Kaiser-Karl-Schule geben, anschließend wird die zweite Sonderausstellung im Museum eröffnet. Dabei werden rund 50 Ölbilder und Skizzen gezeigt, die Hablik gefertigt hat. „Einige werden gerade aufwändig restauriert“, sagt Maibaum. „Wir haben in der Vergangenheit da manches liegen lassen und ein wenig vom Bestand gelebt“, ergänzt Brommer. Größtenteils würden Sponsoren die Kosten für die Restaurierung übernehmen – ein Konzept auf das das Museum weiter setzt. Die Unterfinanzierung löst das aber nicht.

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