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Sozialkaufhaus : Gutschein-Aktion sorgt für Ansturm

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Awo Bildung und Arbeit gibt im Kreis Steinburg 1965 Willkommensgeschenke aus

„Wir haben das selbst getestet. Für 15 Euro kann man sich in den Sozialkaufhäusern von den Socken bis zur Mütze komplett einkleiden“, sagt Monika Horst, Projektleiterin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Bildung und Arbeit. Einen Gutschein über diesen Warenwert erhalten seit April vergangenen Jahres alle Flüchtlinge, die sich erstmals in Sozialämtern und Anlaufstellen anmelden – landesweit. „Das ist ein Beitrag der Awo zur Willkommenskultur.“

1965 Gutscheine sind im Kreis Steinburg ausgegeben worden, fast 7900 in ganz Schleswig-Holstein. Das entspricht einem Warenwert von 29  475 Euro im Kreis Steinburg und sogar 118  500 Euro im ganzen Bundesland. Einzulösen sind die Willkommensgeschenke in allen Sozialkaufhäusern der Awo – in Steinburg sind das die Einrichtungen in Itzehoe, Glückstadt und Hohenlockstedt. Ausgegeben werden Kleidung und Spielsachen. „Fast alle Neuzuwanderer lösen ihren Gutschein auch ein“, weiß Monika Horst. Die Quote liege nahe 100 Prozent. Der Ansturm auf die Sozialkaufhäuser ist riesig. Und immer noch gibt es in den Einrichtungen viel Ware. „Das liegt auch an den vielen Bürgern, die uns nach wie vor mit Spenden versorgen. Dafür möchten wir auch noch einmal ganz herzlichen Dank sagen.“ Angst, dass andere Bedürftige zu kurz kommen, braucht aber niemand zu haben.

Aber es gibt auch einige Bereiche, in denen sich die Regale schneller leeren, als Nachschub angeliefert wird. „In unseren Sozialkaufhäusern brauchen wir dringend warme Kleidung, aber auch T-Shirts, Hosen, Pullover und vieles mehr – vor allem in kleineren Herrengrößen. Und auch Kinderbekleidung ist zum Teil Mangelware“, berichtet die Awo-Projektleiterin.

Aber es gibt noch andere Gegenstände, die „immer knapp sind“. Betten, kleine Schränke und „vor allem Hausrat wie Töpfe und Hände suchen wir händeringend“. Monika Horst wundert es nicht. „Die Menschen, die zu uns kommen, die haben nichts. Die fangen quasi bei Null an.“ Da werden nicht nur Möbel, Geschirr und Besteck benötigt, viele bräuchten auch Baby- und Kindersachen wie Strampler oder Kinderwagen.

Von den Gutscheinen profitierten auch die Mitarbeiter der Awo. „Auch alle AGH-Kräfte haben Gutscheine bekommen.“ Doch die meisten der so genannten Ein-Euro-Kräfte, die durchs Jobcenter gefördert werden, haben ihre Gutscheine für Flüchtlingsfamilien abgegeben, um dort zu helfen, wo es ihnen zurzeit am dringendsten erschien.

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erstellt am 03.Feb.2016 | 04:45 Uhr

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