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Norddeutsche Rundschau

18. November 2017 | 04:03 Uhr

Interview : „Gutes Image ist Gold wert“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Klagen über Parkverstöße und Verschmutzung in Itzehoe: Der Bürgermeister will den Ordnungsdienst der Stadt aufstocken.

von
erstellt am 09.Mai.2017 | 05:00 Uhr

Sieben Stellen umfasst der Ordnungsdienst der Stadt, bald wegen Schwangerschaft noch sechs. Bürgermeister Andreas Koeppen will die Zahl der Mitarbeiter, die in der Stadt unterwegs sind, im kommenden Jahr um zwei erhöhen. Einen entsprechenden Vorstoß kündigte er der Politik gerade für die Beratungen des Etats 2018 an. Im Interview erklärt er die Gründe dafür.

Herr Koeppen, warum braucht der Ordnungsdienst Verstärkung?

Koeppen: Wir haben Klagen von Bürgerinnen und Bürgern in dieser Stadt über Verunreinigungen. Wir haben auch Klagen über Verkehrsverstöße. Und wir haben nur eine begrenzte Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserem städtischen Ordnungsdienst, die den vielen Klagen nicht richtig nachkommen können, weil die Personalkapazität zu gering ist, um alle Fälle auch wirklich zeitnah bearbeiten zu können.

Welche Fälle zum Beispiel?

Wir haben einen allumfassenden Auftrag, sie sollen sich um alle Ordnungsbelange in unserer Stadt kümmern und den Bürgern auch das Bild vermitteln, dass sich die Stadt, das Rathaus, um die Dinge kümmert. Bei Verunreinigungen wird das Rathaus angerufen oder unsere Ordnungsabteilung mit der Bitte, dem abzuhelfen. Wir haben Verkehrsverstöße, insbesondere in dem Gebiet um das Krankenhaus herum, die immer wieder Menschen dazu bringen, auch mich anzuschreiben, dass die Zustände so nicht haltbar seien. Sie bitten sozusagen um Hilfe – die würden wir ihnen auch gern gewähren. Wir wollen keinen abweisen, der zu uns kommt, aber wir können mit so wenigen Kräften natürlich immer nur punktuell in der Stadt unterwegs sein.

Mehr Ordnungskräfte – manche mögen da zu viel Überwachung sehen.

Es gibt selbstverständlich immer Menschen, die sich bedrängt fühlen, wenn es mehr Ordnungskräfte in der Stadt gibt. Aber die überwiegende Mehrheit hält sich an die Regeln und möchte, dass diese eingehalten werden. Ich kann dieser Mehrheit mit dem Personal, was zur Verfügung steht, nicht gerecht werden.

Ein Kritikpunkt könnte auch sein, dass die Stadt durch mehr Bußgelder ihre Kasse aufbessern wolle.

Ich kann verstehen, wenn man so denkt, aber ich teile die Meinung nicht. Die allermeisten Menschen halten sich an die Regeln. Aber es gibt einige, die meinen, sich nicht daran halten zu müssen. Diesen Verstößen wollen wir nachgehen. Dabei geht es nicht darum, nur Geld einzunehmen. Wir wollen versuchen, die Ordnung in der Stadt so gut herzustellen, wie es geht.

Vermutlich ginge die Rechnung ohnehin nicht auf wegen der Personalkosten durch zwei zusätzliche Mitarbeiter?

Das steht nicht im Vordergrund, aber ich wäre nicht so pessimistisch in der Berechnung. Wir haben viele Verkehrsverstöße und durchaus die Möglichkeit, diesen noch mehr nachzugehen, wenn wir mehr Personal haben. Es ist unsere Aufgabe, zu den Haushaltsberatungen für 2018 solchen Fragestellungen nachzugehen. Die aus der Festsetzung von Verwarnungs- und Bußgeldern erzielten Einnahmen sind aber nicht die Hauptsache. Sie sind willkommenes Beiwerk, da mit ihnen der durch die Überwachung entstehende Personal- und Sachaufwand zumindest teilweise kostendeckend finanziert werden kann. Die Festsetzung von Verwarn- und Bußgeldern ist somit ein erlaubtes Mittel der Einnahmebeschaffung, jedoch steht eine Amortisierung nicht im Vordergrund.

Geht es auch um das Image der Stadt?

Mir ging es von Anfang an darum, dem Zustand der Stadt so gut beizukommen, wie es nur irgend geht. Das beinhaltet insbesondere die Verunreinigung. Deshalb ist der städtische Ordnungsdienst von mir so aufgestellt worden, dass er nicht nur den ruhenden Verkehr überwacht, sondern er soll auch den Verunreinigungen nachgehen. Er meldet diese an unsere zentrale Anlaufstelle, die dann wiederum den Bauhof in die Gänge bringt. Das größte Problem ist leider oft, dass man den Verursacher nicht finden kann. Man kann versuchen, im Müll Anhaltspunkte zu finden – das ist am Rande dessen, was man Ordnungskräften zumuten kann. Aber wir versuchen wenigstens, den Dingen beizukommen, indem wir den Müll wegräumen. Schlimm genug, dass er da liegt. Es ist besser geworden, aber das Image der Stadt muss besser werden. Ein gutes Image einer Stadt ist durch nichts zu bezahlen, es ist Gold wert. Und dann rechnen sich auch zwei Kräfte mehr.

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