Wilster : Gutes Händchen

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Hannes Neumann blickt auf eine erfolgreiche Teilnahme bei den Deutschen Boßel-Meisterschaften zurück.

shz.de von
29. Juni 2018, 05:40 Uhr

Er ist einer der aktuell erfolgreichsten Boßler im Norden: Der Wilsteraner Hannes Neumann brachte von den Deutschen Meisterschaften in Aurich gleich fünf Medaillen mit – vier als Teamplayer und eine in der Einzelwertung für jeweils vordere Platzierungen. Dabei war er zunächst nur als Reserve–Werfer angetreten.

Der 16 Jahre alte Zehntklässler – er besucht die AVS in Itzehoe – ist in seiner Altersgruppe eine Ausnahmeerscheinung. Während sich Altersgenossen lieber digitalen Freizeitbeschäftigungen oder auf sportlicher Ebene eher Fußball oder Handball widmen, greift er regelmäßig zur Boßelkugel. Irgendwie liegt das in der Familie. Schwester Marthe mischt ebenfalls bei Meisterschaften vorn mit, der ältere Bruder Momme holte vor zwei Jahren bei den Europameisterschaften eine Gold- und eine Bronzemedaille.

Zunächst schienen die Aussichten für die Teilnehmer aus Schleswig-Holstein gar nicht so gut. Traditionell haben hier eher die Ostfriesen die Nase vorne. „Der Boden war aber so schlecht, weil es kalt war und geregnet hatte“, sagt Hannes Neumann. Das spielte den Boßlern von nördlich der Elbe in die Karten.

Ob auf der Straße, aus dem Stand oder im Feldkampf: Neumann war bei den Junioren immer vorn dabei. Dabei sind die Rahmenbedingungen für Erfolge in der Traditionssportart von den äußeren Bedingungen in Wilster zwar nicht schlecht. Es fehlt allerdings fast jeglicher Nachwuchs. „In unserem Verein bin ich der Jüngste“, bedauert der Jugendliche und fügt noch hinzu: „Man kriegt die Jüngeren heute einfach nicht mehr dazu.“ Die meisten, so Neumann weiter, verbänden Boßeln mit einer Art Trinksport. Und im Fernsehen werde davon auch nichts gezeigt. „Vielleicht im NDR. Aber das guckt ja von uns keiner.“ Für Hannes Neumann selbst, er spielt nebenbei übrigens auch noch Handball und fährt dazu regelmäßig mit dem Fahrrad nach Kremperheide, bleibt Boßeln die sportliche Herausforderung. „Ich habe mit den Europameisterschaften ja noch ein Ziel vor Augen. Da hört man nicht einfach auf.“ Außerdem: „Ich gehe sehr gerne zum Training und hoffe, dass der Spaß daran nicht so schnell weggeht.“

Mit dem Training will er jetzt bald wieder loslegen – für die EM-Ausscheidungen im nächsten Jahr. „Da will ich auf jeden Fall hin. Da ist immer eine Superstimmung“, weiß der 16-Jährige, den vor allem auch nach wie vor der Ehrgeiz packt. „Schon jetzt muss ich mich da auch mental drauf vorbereiten.“ Praktische Übungen absolviert er auf dem Sportplatz Büttel mit Werfen aus dem Stand und beim Straßenboßeln in Hollerwettern.

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