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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 04:45 Uhr

Wirtschaft : Gutes Geschäft trotz mildem Wetter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ladenbetreiber in der Innenstadt sind zufrieden mit den Umsätzen vor Weihnachten

Die Temperaturen in der Vorweihnachtszeit sind so mild wie selten zuvor. Wie schlägt sich das in der Verkaufsbilanz der Itzehoer Geschäftswelt nieder? Eine Woche vor Heiligabend herrscht vorsichtiger Optimismus bei den Kaufleuten.

Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula sagt mit Blick auf den Verkauf: „Ich habe insgesamt den Eindruck, dass es gut läuft: Die Stadt ist gut frequentiert, die Leute konsumieren, die langen Samstage laufen sehr gut.“ Das sei allerdings differenziert zu betrachten, denn beim Kauf seien Tendenzen erkennbar: „Die Fashion- und Schuhgeschäfte sind zurückhaltender, was das Jubeln angeht. Für gute Verkäufe sind bei ihnen die milden Temperaturen nicht förderlich.“ Laut „Konsumtrend“ gingen aber Konsumgüter gut. „Auch die neuen Läden in der Bekstraße tun dem Angebot gut“, so Keune. Medien und Unterhaltung liefen ebenfalls ordentlich, bei Dienstleistungen sei jedoch noch Zurückhaltung angesagt. Aber: „Kleinere Läden und Spezialgeschäfte wie Juweliere und Geschenkeläden sind glücklich“, sagt die Stadtmanagerin.

Diesen Trend kann Goldschmiedemeisterin Carolin Kröhnke für ihre zwei Geschäfte in der Feldschmiede bestätigen. „Wir arbeiten auf Hochtouren“, sagt sie. „Wie jedes Jahr legen wir für die Weihnachtsproduktion Nachtschichten ein, arbeiten bis ein oder zwei Uhr morgens, damit Schmuck wie Ketten, Ohrringe oder Armbänder rechtzeitig fertig werden.“ Froh ist sie, dass Internetkäufe in ihrem Metier, das die Handarbeit in den Mittelpunkt stellt, nicht greifen. „Die Leute lassen gerne etwas anfertigen.“ Die Nachfrage habe Mitte November zugenommen. „Wir haben inzwischen Annahmestopp.“ Und es laufe ähnlich wie im vergangenen Jahr: „Schmuck ist das, wofür die Leute noch Geld ausgeben.“

Sven Haltermann, Geschäftsführer von Behrens & Haltermann und im Stör-Carree, beklagt hingegen: „Die frühlingshaften Temperaturen sind für uns nicht so gut, weil auch nicht die warmen Sachen gekauft werden.“ Dennoch sei er bisher ganz zufrieden, „denn viele wollen sich schick zu Weihnachtsfeiern oder zum Jahreswechsel anziehen, und das steigert unsere Verkäufe“. Spielwaren und Haushaltswaren seien in der Weihnachtszeit ebenso ein großes Thema. „Das Geschäft läuft ähnlich wie im Vorjahr. Der Oktober war in diesem Jahr sogar noch etwas besser.“ Das Late Night Shopping Anfang Dezember sei ein „toller Erfolg“ gewesen mit Aktionen und Bands und einigen Tausend Besuchern in der Stadt. „Die besten Tage sind die Advents-Samstage.“

Im „Skärgarden“ in der Bekstraße verkauft Jessica Scheidemann klassisches und modernes Design aus Skandinavien von Holzschuhen über Pullover bis zu Skulpturen, aber auch Spezialitäten. Bei ihr ist bereits eine fröhliche Zufriedenheit eingekehrt: „Es läuft gut, die Stimmung ist positiv.“ Sie hat ihr Geschäft seit dem 6. Juni geöffnet und stellt fest: „Die Ferienzeiten sind super. Es wurden bislang aber überwiegend Kleinigkeiten gekauft. Erst in der Weihnachtszeit gibt es auch mal etwas Größeres.“ Die Renner bislang: Rentier-Salami von einem Importeur aus Schweden und Aquavit.

Schwierigkeiten für die Geschäfte hat Jacqueline-Corin Fröde, Managerin des Holstein-Centers, festgestellt. „Wir haben 31 Geschäfte auf zwei Ebenen vom kleinen Teeladen bis zum Marktkauf. Für die meisten ist zu bemerken, dass das Weihnachtsgeschäft schlechter angelaufen ist. Es steht und fällt mit dem Wetter, vor allem für die Bekleidungsgeschäfte. Weil noch nicht richtig Winter ist, ist noch nicht die richtige Stimmung aufgekommen.“ Nur mit der langen Einkaufsnacht war sie zufrieden. „Entscheidend sind die Samstage vor Weihnachten“, sagt sie. „Wir appellieren, dass die Leute das Geld in der Region lassen, damit andere ihre Jobs behalten.“

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