Kirche in Itzehoe : „Guter Nährboden für Kirchenmusik“

Im Gespräch über die Kirchenmusik (v.l.): Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf, Kantor Stephan Reinke, Kantorin Dörte Landmesser, Propst Thomas Bergemann mit Präses Andreas Tietze.
Im Gespräch über die Kirchenmusik (v.l.): Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf, Kantor Stephan Reinke, Kantorin Dörte Landmesser, Propst Thomas Bergemann mit Präses Andreas Tietze.

Andreas Tietze, Präses der Landessynode, informiert sich in Itzehoe über Nachwuchsarbeit im Kirchenkreis.

shz.de von
14. August 2018, 05:00 Uhr

Fehlender Nachwuchs, gerade im ehrenamtlichen Bereich – ein Grundproblem, das nicht nur Kirchengemeinden kennen. Insbesondere in der Kirchenmusik sind es zu wenig junge Musiker, die Interesse zeigen, dabei „erreicht Kirchenmusik alle Generationen und verzeichnet seit Jahren wachsenden Zuspruch“, sagt Andreas Tietze, Präses der Landessynode.

Zum Auftakt seiner Sommertour zum Thema Kirchenmusik durch Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern besuchte der oberste Parlamentarier der Nordkirche gestern St.-Laurentii, um sich ein Bild im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf zu machen. Die Kirchenmusik sei ein Thema, das ihn persönlich bewege, ein „elementar wichtiger Bereich in der Kirche“ auf den er „Wertschätzung und Aufmerksamkeit lenken“ will.

Propst Thomas Bergemann begrüßte die Wahl des Präses, nach Itzehoe zu kommen, denn „seit der Fusion der Kirchenkreise im Jahr 2009 versuchen wir, neben Jugendarbeit und Kita auch insbesondere die Kirchenmusik zu gewährleisten.“

Die Faszination für Kirchenmusik sei „leicht zu wecken“, sagte Dörte Landmesser, Kantorin der Innenstadtgemeinde. Gerade die Projekte, die sie regelmäßig macht, „funktionieren gut, und die Jugendlichen fragen danach auch, was als nächstes ansteht“, ansonsten finde sie Nachwuchssänger „nur über die persönliche Ansprache.“ „Die Nachwuchssituation in der Kirchenmusik ist nicht ganz einfach“, findet auch ihr Kollege Stephan Reinke. In der Region sei die Wegzugsbewegung der Jugendlichen für Studium und Ausbildung spürbar. „Uns fehlt die Generation zwischen 18 und 35 Jahren.“

Insbesondere beim Orgelnachwuchs hat Landmesser allerdings keine Sorgen, sondern ist an der „Kapazitätsgrenze“. Aktuell hat sie vier Orgelschüler, ebenso wie ihr Kollege Kristian Schneider, Kreiskantor in Elmshorn. „Es ist spannend, dass es gerade hier mit der Kirchenmusik gut funktioniert“, erklärte Tietze. Gründe für die vorbildliche Lage in Itzehoe seien, wie Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf hervorhob, die musikalische Bandbreite mit Popular- und klassischer Kirchenmusik sowie die von Dörte Landmesser organisierten Chor- und Blockflötentage. „Hier im Kirchenkreis gibt es scheinbar einen guten Nährboden für die Kirchenmusik“, schloss Tietze aus den positiven Rückmeldungen.

Als Synode wolle man nun weitere Ideen für die Kirchenmusik sammeln und Ressourcen für die nächsten Jahre organisieren. Im Gespräch sei ein Stipendiensystem für nebenamtliche Kirchenmusiker, sagte Wulf. Aktuell gebe es in der Nordkirche 180 Orgelschüler – „und hier sind viele motivierte Schüler“, erklärte Christian Gladow, der in Itzehoe Orgel-Workshops organisiert. Mit seinem Bruder Stefan hat er das Ziel, „dass mehr Jugendliche musikalische Aufgaben im Gottesdienst übernehmen“, wofür die beiden Freizeiten veranstalten und mit dem „Nordstern“ der Landessynode ausgezeichnet wurden.

In der Innenstadtgemeinde Itzehoe möchte Landmesser weiterhin „Kontakte schaffen und die Begeisterung wecken.“ Ein wichtiger Punkt für Tietze, denn „die Kirchenmusik ist ein zentrales Arbeitsfeld und ein Teil, wo alle mitmachen können.“

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