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Norddeutsche Rundschau

22. September 2017 | 19:19 Uhr

bilanz : Gute Zahlen im Klinikum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Fast 720 000 Euro Jahresüberschuss im Klinikum Itzehoe – und das Geld wird für weitere Investitionen gebraucht.

von
erstellt am 15.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Die magische Grenze naht beim größten Arbeitgeber im Kreis. 1911 Beschäftigte haben das Klinikum Itzehoe und seine Tochterfirmen inzwischen. Viele von ihnen sind Teilzeitkräfte, drei Viertel sind Frauen – aber alle arbeiten sie in einem sehr gesunden Unternehmen. Das zeigen die Zahlen für 2013: Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler meldet einen Jahresüberschuss in Höhe von 719 875 Euro.

„Dass dieses Haus so läuft, ist für uns alle sehr, sehr zufrieden stellend“, sagt Dr. Reinhold Wenzlaff, Vorsitzender des Klinik-Zweckverbandes. Zwei Drittel der Krankenhäuser in Deutschland schrieben rote Zahlen, dass es in Itzehoe anders sei, sei ein Verdienst der Leitung und aller Mitarbeiter. Diese profitieren davon direkt: Insgesamt rund 800 000 Euro werden laut Ziegler an die Mehrzahl der nichtärztlichen Angestellten ausgeschüttet – rund 1000 Mitarbeiter. So war es vereinbart worden, als sie vor drei Jahren auf einen Teil des Weihnachtsgeldes verzichtet hatten. Zudem ist gerade eine Lohnsteigerung um drei Prozent beschlossen worden. Und die Refinanzierung? „Wir in Itzehoe können das leisten“, sagt Ziegler.

„Überdurchschnittlich“ ist das Wort, das der Klinikchef mehrfach benutzt. So auch für die Steigerung des Umsatzes: Er wuchs um 3,2 Prozent auf 111,2 Millionen Euro. Dabei wurden auch die Abschreibungen verdient. 2,5 Millionen Euro sind viel, weil das Krankenhaus zuletzt jährlich um die zehn Millionen Euro investierte. „Das ist ein Niveau, das für unsere Branche ausreichend ist, um ein modernes Qualitätsniveau zu halten“, sagt Ziegler. Aber genau dafür brauche das Klinikum seine Gewinne auch, betont Wenzlaff: „Das Land lässt uns bei der Investitionsförderung fast komplett im Stich.“ Daher ärgert sich Ziegler derzeit besonders über die Diskussionen über Ausgaben im Bildungsbereich: „Da werden ideologisch vorgeprägt falsche Prioritäten gesetzt.“

Ein zweites Problem bleiben die bundesweit unterschiedlichen Basisfallwerte für Behandlungen. Die Verbesserung für das Land bedeute auch für Itzehoe nur, weniger schlecht gestellt zu sein als früher. Nicht auf Bundesniveau zu sein, kostet laut Ziegler jährlich 2,5 Millionen Euro. Auf Spitzenniveau wären es vier Millionen mehr. Trotzdem: Er ist zuversichtlich, auch für 2014 ein positives Jahresergebnis erreichen zu können.

Das ist notwendig, denn es wird weiter investiert. Fast 12,7 Millionen Euro waren es im vergangenen Jahr – und der Klinikchef räumt ein, dass Patienten und Mitarbeiter teils überfordert wurden. So soll die Schlagzahl reduziert werden, beispielsweise der Bau der Palliativstation erst beginnen, wenn die chirurgischen Stationen 17 und 18 saniert sind. Diese und weitere Modernisierungen seien dringend nötig, betont Wenzlaff. „Und das kann nur im laufenden Betrieb erfolgen.“ Im Sommer soll zudem der zweite Bauabschnitt für das Ärzte- und Dienstleistungszentrum starten: elf Millionen Euro ohne Ausstattung.

Weniger sichtbar, aber aufwändig sind Projekte für ein möglichst papierloses Datenmanagement in der Intensivmedizin sowie zur Organisation. Dabei gehe es letztlich um die Weiterentwicklung eines Kreiskrankenhauses zum Gesundheitskonzern, sagt Ziegler. Dass dieser in den Hackstruck wachsen wird, ist klar. Intensiv und konstruktiv werde daran gearbeitet, so der Krankenhausdirektor. Geplant sind zunächst eine psychosomatische Tagesklinik und ein Bildungszentrum. Denn in allen Bereichen und besonders in der Pflege setzt das Klinikum auf selbst ausgebildete Fachkräfte, um dem Mangel zu begegnen. Zurzeit sind es 149 Auszubildende in 15 Berufen.

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