Schlechte Bilanz : Gute Nacht Taxi – und keiner fährt mit

Jonas (20), Florian (16), Petra Beselin, Karsten Hanstein sowie Anna,(17) und Jana (18) werben für das „Gute-Nacht-Taxi“.
Jonas (20), Florian (16), Petra Beselin, Karsten Hanstein sowie Anna,(17) und Jana (18) werben für das „Gute-Nacht-Taxi“.

Die günstige Fahrmöglichkeit für Jugendliche ist in der Stadt kaum bekannt. Die Bude will jetzt mehr Werbung machen.

shz.de von
23. November 2013, 16:00 Uhr

Gefahrlos ohne Elternchauffeure per Taxi ins Partygetümmel und wieder zurück – dafür starteten die meisten Gemeinden im Amt sowie die Stadt das „Gute-Nacht-Taxi“. Am 1. Mai dieses Jahres ging es nach aufwendiger Vorbereitung durch die Verwaltung los. Die Bilanz der Aktion nach einem halben Jahr fällt ernüchternd aus: „Das Projekt ist noch nicht so super angelaufen“, stellte Vorsitzender Henning Schlüter (BFK) im Sozialausschuss fest. Die gut gemeinte Aktion für die Jugend steht zumindest in der Störstadt offenkundig nicht im Fokus der Zielgruppe. Dabei ist das Verfahren einfach: Jugendliche im Alter zwischen 16 und 26 Jahre kaufen sich Wertgutscheine im Wert von fünf oder zwei Euro. Dafür zahlen sie an den Ausgabestellen Amt Kellinghusen, Brauerstraße 42, oder im Mehrgenerationenhaus „Die Bude“ in der Schulstraße (dort gibt es auch Bons für die Gemeinde Mühlenbarbek) den halben Preis. Mit den Gutscheinen wird dann die Taxifahrt zum gewünschten Veranstaltungsort in der Region bezahlt. Die ergänzende Hälfte des Fahrpreises erhält das jeweilige Taxiunternehmen anschließend von der Wohnortgemeinde der Jugendlichen. In Anspruch nehmen können das Angebot Schüler, Studenten, Azubis sowie Wehr- und Bundesfreiwilligen-Dienstleistende.

Das begrenzte Interesse spiegelt sich auch in den Haushaltszahlen wieder, die jetzt im Ausschuss diskutiert wurden. 4000 Euro hatte die Stadt für die Aktion „Gute-Nacht-Taxi“ im laufenden Etat bereit gestellt. Abgerufen wurden laut Vorlage der Verwaltung bislang insgesamt nur 175 Euro. Die Sozialpolitiker mochten es kaum glauben.

An ihrer Idee, dass eventuell zu geringe Bekanntheit der Grund für die schlappe Resonanz auf das großzügige Angebot sein könnte, scheint jedoch etwas dran sein. „Gute-Nacht-Taxi, was ist da denn“, oder „Nie gehört“, antworten Jugendliche auf Nachfrage in der „Bude“. Klar werde an bekannten Stellen in der Kreisstadt, in Neumünster und auf den Dörfern immer noch kräftig Party gemacht. Dass Feierlustige zu einem gemeindlich geförderten, taschengeldfreundlichen Preis sicher dorthin und wieder zurück gelangen können, quittieren die Befragten mit Unglauben. Anlass genug für das „Buden“-Team und Besucher, für die Gutschein-Aktion die Werbetrommel zu rühren. „Wir werden ein neues Plakat aufhängen“, verspricht Mitarbeitern Petra Beselin. Außerdem will sie das Projekt noch einmal auf der Facebook-Seite der „Bude“ posten. Mehr Werbung müsste auch an den Schulen gemacht werden, regt Jana (18) vom städtischen Kinder- und Jugendparlament an. Wichtig findet sie, dass dabei auch die von Schülern aus dem Amtsbereich besuchten Schulen in der Region berücksichtigt werden.

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