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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 00:41 Uhr

Gute Laune im Falsett

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„The Italian Bee Gees“ begeistern das Publikum im Theater mit dem Musical „Massachusetts“

Eine unterhaltsame Wiederauferstehung erlebten die Bee Gees, jene Kultband aus den 70er Jahren, im fast ausverkauften Theater. Die Wiedergänger der Gibb-Brüder verkörperten die drei italienischen Brüder Walter, Davide und Pasquale Egiziano, die im Äußeren, in den Kostümen und vor allem in den Stimmen als gelungene Imitate an den Mikros auf der Bühne standen.

Dort spielte sich eine Rahmenhandlung ab, in der eine Truppe heutiger junger Leute im einsamen Landhaus eines Einsiedlers und Bee-Gees-Zeitgenossen landet, der den im Regen Gestrandeten die schönsten Geschichten über die Gruppe erzählt und die besten Songs vorspielt. Sehr zu deren Vergnügen. Und zum Vergnügen des Publikums vor allem aus der „Generation 50++“, die das Theater praktisch schon mit dem ersten 60er-Jahre-Hit „Spicks And Specks“ in eine Stehtanzhalle verwandelte.

Für die prickelnde Live-Atmosphäre sorgten die Band, die beiden Background-Sängerinnen und die Go-Go-Girl-Tanztruppe – eben jene im „Bee-Gees-Privatarchiv“ des Einsiedlers gestrandeten jungen Leute, die nebenbei noch eine Modenschau aus den 60er und 70er Jahren tanzten, indem sie den Kostümfundus im Keller plünderten. Unter den Tänzern ragte Giovanni Corrado heraus, ein italienischer Beau, der unter dem Johlen des vorwiegend weiblichen Publikums seinen ballettgestählten Oberkörper entblößte.

Natürlich gab es die bekannten Hits wie „Massachusetts“ und „Words“, ebenso die „Night Fever“-Kracher. Aufgelockert wurde der Spaziergang durch die Nostalgie-Charts mit den Gastauftritten von Blue Weaver (Keyboards) und Dennis Bryon (Schlagzeug), die einst mit den Original Bee Gees musiziert hatten. Ganz nett kamen auch die Background-Sängerinnen mit ihren Soli an, etwa mit der unverwüstlichen Wimmer-Schnulze „We Don’t Say Goodbye“, mit der Barry Gibb den Weltruhm von Sängerin Celine Dion begründete.

Immer wieder brachten die drei Italo-Bee-Gees das Publikum im Wallung. Denn sie beherrschen diesen typischen Falsett-Gesang mit dem eingängigen Emotionsvibrato. Da wurde mitgeklatscht, mitgetanzt und mitgesungen, und das mit großer Textsicherheit. So fühlt sich das eben an, wenn die „Beat Club“-Generation abrockt. Fazit: gute Laune und ein bebender Saal!

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