Gute Bildung - in Glückstadt garantiert

Diskutierten vor einem interessierten Publikum (von links):  Ernst-Günther Knudsen, Stefan Goronczy, Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug und Hartmut Appel.  Foto: Reimers
Diskutierten vor einem interessierten Publikum (von links): Ernst-Günther Knudsen, Stefan Goronczy, Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug und Hartmut Appel. Foto: Reimers

Podiumsdiskussion über die Schullandschaft mit Minister Dr. Ekkehard Klug

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07. April 2012, 08:18 Uhr

Glückstadt | Die Glückstädter Schulen sind in einem Topp-Zustand. "Sie sind eine Insel", sagte Ernst-Günther Knudsen während der Podiumsdiskussion "Gute Bildung für unsere Kinder - Perspektiven für die Schulen". Der stellvertretende Schulverbandsvorsteher betonte, dass die Schulen "hervorragend aufgestellt" seien. "Wir haben uns schon vor acht Jahren Gedanken gemacht", sagte er zum heutigen Bildungssystem. Die Schulen seien entsprechend saniert. "Dafür haben wir 2,5 Millionen Euro Schulden." Auf dem Podium diskutierten mit Knudsen Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug und Hartmut Appel, Direktor des Detlefsengymnasiums. Der FDP-Landtagskandidat und Ortsvorsitzende Stefan Goronczy moderierte.

Knudsen erklärte zudem, dass im Schulverband 1200 Kinder betreut werden. 600 in der Regionalschule, 600 in den Grundschulen Glückstadt, Kollmar und Herzhorn. Und er stellte klar, dass er heute für die Einführung des Ganztagsunterrichts - der gebundenen Ganztagsschule - ist. "Sie ist einst am Widerstand der Eltern gescheitert."

Der Bürgermeister der Blomeschen Wildnis dankte zudem Hartmut Appel für seine hervorragende Arbeit am Gymnasium. Und dass er es möglich macht, dass so viele Schüler nach der 10. Klasse auf das Gymnasium wechseln können.

Hartmut Appel provozierte zunächst mit den "Lebenslügen der Deutschen". Dass Schule nur vormittags stattfindet und die Kinder mittags nach Hause gehen, um dort zu essen. Dass die Politik 6,5 Milliarden Euro spart, weil es so viele Ehrenamtler in Sportvereinen gibt. "Überall auf der Welt findet Sport in den Schulen statt", erklärte er das System andernorts. Klar sei auch, dass viele Kinder mittags zu Hause kein Essen bekommen. Für ihn auch ein Grund, dass er das Abitur nach acht Jahren (G8) befürwortete. "Das G8 ist vernünftig eingeführt und führt zu einem normalen Abitur." Diese Schüler seien nur zwei Stunden länger in der Schule und werden gut betreut, einschließlich Mittagessen. Auch er sprach von einer "Insel der Glückseligkeit" in Glückstadt. Von "tollen Schulen" und einem "super Sportverein". "Vorbildlich für Schleswig-Holstein", fasste er zusammen.

Appel stellte fest, dass das Detlefsengymnasium faktisch bereits eine Ganztagsschule sei. Allerdings bezeichnete er einen offenen Ganztagsunterricht als Sackgasse. "Die richtige Ganztagsschule sieht anders aus." Dafür bräuchte er aber acht Lehrer mehr. "Ganztags kostet Geld."

Minister Dr. Klug erläuterte, warum das neue Schulsystem eingeführt wurde. Weil es immer weniger Schüler gibt. 300 000 Schüler gebe es jetzt im Land, 50 000 weniger seien es in acht Jahren. Und er erklärte, das Bildung heute bereits im Kindergarten beginnt. In Bezug auf die gebundene Ganztagsschule hatte Dr. Klug eine andere Meinung als die anderen. "Der Pflichtunterricht am Nachmittag führt zu Kollisionen mit den Vereinen." Er favorisierte eine "Mischform", auch weil es nicht gelungen sei, die Eltern von einer gebundenen Ganztagsschule zu überzeugen.

"Ja" sagte der Minister zum Abitur nach neun Jahren (G9). "Es sollte beide Angebote geben - G8 und G9 ", erklärte er. Dies führte zur Diskussion im Publikum. Dr. Marion Lück, Mutter einer Schülerin des Gymnasiums, mahnte, dass beide Formen zu einem "Flickenteppich" in der Schullandschaft führen. Sie forderte, dass Schulen deutschlandweit einheitliche Standards haben.

Jonas Wolter (15) regte an, begabte Schüler mehr zu fördern. Und zwar auch durch Schüler. Als Beispiel führte er die Mathematik-Olympiade an. Von zehn Schülern aus Schleswig-Holstein, die an der Bundesrunde teilnehmen, kommen fünf allein aus dem Kreis Steinburg. Das läge an einem "total engagiertem Lehrer", der daran arbeitet, Schüler mit einzubeziehen. Er selbst wurde von einem älteren Schüler gefördert, und fördert jetzt auch selbst Jüngere. "Von Schülern für Schüler", sagte Jonas. "Das ist ausbaufähig."

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