KLINIKUM ITZEHOE : Gute Bedingungen für junge Familien

Probeliegen auf den neuen Möbeln: Lukas, der am 30. März im Klinikum Itzehoe geboren wurde, mit seinen Eltern Lilia und Jan Krause.
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Probeliegen auf den neuen Möbeln: Lukas, der am 30. März im Klinikum Itzehoe geboren wurde, mit seinen Eltern Lilia und Jan Krause.

Umbau für 950000 Euro: Der erste Abschnitt des Perinatalzentrums am Klinikum Itzehoe ist fertig.

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04. April 2014, 05:00 Uhr

Es waren harte Zeiten für alle Beteiligten: Während links und rechts der Klinikbetrieb normal weiterlief, wurde im Perinatalzentrum gemauert, gehämmert und gebohrt. Doch nun haben Patienten, Mitarbeiter und Besucher das Gröbste überstanden – Baulärm und -dreck sind passé, der erste Abschnitt des Perinatalzentrums am Klinikum Itzehoe ist fertig. Sechseinhalb Monate dauerte der Umbau, rund 950 000 Euro wurden investiert. „Und die Geburten sind in der Zeit sogar angestiegen“, sagte Dr. Uwe Heilenkötter, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, bei der Einweihung augenzwinkernd.

Die „Eltern-und-Kind-Etage“ im dritten Stock hat durch den Umbau ein neues Gesicht erhalten. Ein Aufenthaltsraum für die Patienten sowie zwei Arztzimmer wurden geschaffen, außerdem wurden sieben Zwei-Bett-Zimmer saniert. Am Stationszugang entstand ein zentraler Stützpunkt, zudem wurde der Brandschutz am Haupttreppenhaus erneuert. Im nächsten Abschnitt sollen die Neugeborenen-Intensivstation und der Kreißsaal optimiert werden.

Damit wird nicht nur der steigenden Geburtenzahl im Klinikum Rechnung getragen. Es ist auch ein weiterer Schritt, um noch besser auf die Bedürfnisse der jungen Familien einzugehen. Denn der Begriff „familienzentrierte Geburtshilfe“ wird von den Verantwortlichen ernst genommen. Und das längst nicht nur während der Geburt und in den wenigen Tagen danach, betonte Pflegedienstleiterin Heiderose Killmer. Es gehe darum, Begeisterung zu wecken und die Eltern – die heute oft nicht mehr von Familien aufgefangen werden, sondern auf sich alleine gestellt sind – so gut wie möglich auf die neue Situation vorzubereiten, ihnen Alltagskompetenz mitzugeben. Das funktioniere nur über einen längeren Zeitraum, der lange vor dem Entbindungstermin beginnt und das erste Lebensjahr umfasst.

Dabei stehen immer stärker auch die Väter im Fokus. „Es ist ein Alleinstellungsmerkmal des Klinikums Itzehoe, dass wir allen Familien, ob arm oder reich, eine gemeinsame Betreuung ermöglichen“, betonte Dr. Uwe Heilenkötter. Es gebe fast nur Familienzimmer, und das kostenlos. Denn die frühe Bindung an beide Elternteile fördere nicht nur die Entwicklung des Kindes, sondern beuge beispielsweise auch Gewalt in Familien vor.

Nach dem weiteren Umbau wird das „Romming In“, bei dem Eltern und Kind gemeinsam im Zimmer wohnen, auch für Frühgeborene möglich sein, freut sich Dr. Georg Hillebrand, Chefarzt der Kinderklinik. Und wenn es mit dem Start ins Familienleben doch mal ein wenig hapert und nicht alles so kommt wie erhofft, werden die Familien ebenfalls nicht alleine gelassen: In der Schreiambulanz und Mütterbetreuung steht das Team um Heike Brosch, Therapeutin für Emotionelle Erste Hilfe, sowie Diplom-Psychologin Natalie Schütt mit Rat und Hilfe bereit.


> Als vom Sozialministerium ausgewiesenes Perinatalzentrum Level 1 bietet das Klinikum Itzehoe die höchste Versorgungsstufe für Neu- und Frühgeborene. Das gilt für die medizinische Technik ebenso wie für das Personal, das interdisziplinär zusammenarbeitet. Schon 2005 wurde das Krankenhaus zudem mit dem Zertifikat „babyfreundlich“ ausgezeichnet – als erstes Klinikum im Land.

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