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Gut leben in Deutschland – Ideen aus der Störstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wie lebt es sich in Deutschland? Diese Frage konnten Teilnehmer eines Workshops konkret beantworten – und sie der Bundesregierung sogar mitteilen. Der für jeden Einwohner offene Bürgerdialog unter dem Motto „Gut leben in Deutschland. Was uns wichtig ist“ beschäftigte sich im Bürgerhaus mit Fragen des politischen und gesellschaftlichen Lebens. Gastgeber waren der Lebenshilfe-Landesverband Schleswig-Holstein zusammen mit dem Familiennetzwerk in Steinburg.

Die Ergebnisse der an 100 Standorten in Deutschland ausgerichteten Veranstaltung werden wissenschaftlich ausgewertet und sollen in die Regierungsarbeit mit einfließen, wie Moderatorin Cordula Nowotny von der Kommunikationsagentur „Ifok“ aus Berlin betonte.

Auf die allgemeine Frage, was ihnen persönlich wichtig im Leben sei, gab es wenig überraschende Antworten: „gerechter Zugang zur Bildung“, „gesunde unbelastete Natur und Umwelt“, „eine Arbeit, die Spaß macht“. Und – da von der Lebenshilfe veranstaltet – gab es Antworten wie „Mobilität“, „Inklusion behinderter Mitmenschen“, „Barrierefreiheit“und „bessere Betreuung für Behinderte“.

Als es um die konkrete Umsetzung ging, wurden teilweise überraschende und kreative Vorschläge gemacht. So regte eine Diskussionsgruppe ein neues Modell für die Verteilung von Fördermitteln an, in dem ein „Fördergeldverwaltungsparlamant“ Betroffene in die konkrete Entscheidung mit einbezieht. Sie wünschten sich auch neue Prioritäten und Werte bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Und die Arbeit sollte nicht als Gradmesser für soziale Wertschätzung dienen. Beim Thema Naturschutz traten die Teilnehmer für besseren Hochwasserschutz gegen Geschäfte mit dem Wasser ein.

Die Schülersprecher Esther Gerdau und Justin Bührmann von der Gemeinschaftsschule (GMS) Kellinghusen aus dem 10. Jahrgang sagten zum Thema Bildung: „Es darf nicht dazu kommen, dass Bildung von den Schülern bezahlt werden muss. Wir wünschen uns mehr Praxis und Praktika und mehr Ganztagsschulen“, so Esther Gerdau. Und Justin ergänzte: „Fächer wie Erdkunde und Geschichte sollten auch auf Englisch unterrichtet werden, und es sollte eine bundesweite Vereinheitlichung des Schulsystems und kleinere Klassen geben. Neue Medien sollten gefördert werden.“ Insgesamt fanden beide es gut, dass es so eine Veranstaltung gibt. „Denn es ist besonders wichtig, Inhalte nach außen zu tragen“, meinte Esther Gerdau. „Damit kann die Öffentlichkeit mitbekommen, was uns und die anderen Teilnehmer bewegt und interessiert.“

Von Seiten der Bundesregierung nahmen Marie-Claire Senden (Ministerium für Arbeit und Soziales) und Roland Jopp (Gesundheit) teil, ohne in die Diskussion einzugreifen. Sie protokollierten und schrieben eifrig mit. „Bis Sommer soll es nun eine wissenschaftliche Auswertung geben, weiterhin ist eine Online-Beteiligung möglich“, sagte die Moderatorin.

Gastgeberin Antje Hachenberg vom Familiennetzwerk war zufrieden. „Konkrete Ergebnisse wurden erarbeitet. Wir würden uns nun einen Sog wünschen, diese auch umzusetzen.“ Bärbel Brüning, Geschäftsführerin der Lebenshilfe: „Es war eine gute Teilnahme und tolle Mischung vom Schüler bis zum Senioren.“

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erstellt am 29.Apr.2015 | 13:58 Uhr

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