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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 09:02 Uhr

Grundstein für neues Konzept gelegt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Integration: 50 Bürger sammeln Ideen / Bis Ende November wird in Arbeitsgruppen weiter beraten

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 17:15 Uhr

Rund 50 Glückstädter, darunter einige Migranten, kamen am Donnerstagabend im Theater am Neuendeich zusammen, um gemeinsam ein Integrationskonzept für die Stadt zu erstellen. Ein solches Papier sei notwendig, um das Miteinander der 71 Nationen in Glückstadt zu verbessern, erläuterte die Integrations-Beauftragte Katharina Schmidt: „Es geht um Chancengleichheit und Teilhabe.“

Evelyn Jäger aus dem Innenministerium lobte in ihrem Impuls-Vortrag das Anliegen, ein Integrationskonzept für eine Kommune zu erstellen: „In den Kommunen leben die Menschen und dort werden die Bedingungen für Integration gesetzt.“

Ziel dieses ersten Treffens war es, grobe Ideen für das Konzept zusammenzutragen, das bis Ende November vorliegen soll. Die Teilnehmer zögerten nicht lange, ihre Vorschläge einzubringen. „Die Grundvoraussetzung für Integration ist ein generelles Interesse aneinander“, sagte eine Teilnehmerin. Zuhören auf Augenhöhe, geschwisterliches Miteinander und Respekt lauteten weitere Vorschläge für allgemeine Leitgedanken des Konzepts. „Statt Vorurteile zu haben, müssen wir Gemeinsamkeiten betonen“, sagte eine Migrantin.

Um konkretere Vorschläge zu sammeln, tauschen sich die Teilnehmer an mehreren Tischen im lockeren Gespräch aus. Viele Glückstädter hatten sich bereits konkrete Vorschläge überlegt, die sie jetzt ins Gespräch brachten. Am Tisch „Kinder und Schule“ regte Elena Petersen (17) beispielsweise an, Patenschaften an den Schulen für zugezogene Kinder einzurichten: „Es ist traurig zu sehen, wenn Migranten-Kinder ganz alleine auf dem Schulhof sitzen.“

In der Runde „Ausbildung und Arbeit“ wurde vorgeschlagen, in Unternehmen spezielle Praktika für Migranten anzubieten, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Ein Teilnehmer gab zu bedenken: „Aber wir müssen den Unternehmen dazu auch Hilfen geben.“

Viele Einfälle auch im Themenfeld „Wohnen und Zusammenleben“: Ein Fest der Völker für Schüler und Eltern, Straßenfeste, interkulturelle Kochkurse, Konzerte oder Lesungen könnten organisiert werden, um sich untereinander besser kennen zu lernen. Dr. Sibylle Lindenberg regte an, einen interkulturellen Garten auf der Docke einzurichten. „Bei der Pflege der Beete könnten Menschen aus verschiedenen Nationen miteinander ins Gespräch kommen.“

Immer wieder ging es in den Diskussionen um das Problem Sprachbarriere. Ob in der Schule, bei Behörden, bei Pflegediensten und im Sportverein scheitere ein Miteinander oft an der Sprache. Sena Sahin (16) hatte die Idee, eine ehrenamtliche Dolmetscher-Gruppe zu gründen.

Katharina Schmidt mahnte, bei allen Vorschlägen auch festzulegen, wer für die Umsetzung verantwortlich sein solle. „Uns nützt die schönste Idee nichts, wenn wir nicht wissen wer sie umsetzen soll.“ Alle Ideen des Abends wurden auf Plakaten festgehalten. Die Integrations-Beauftragte wird eine Übersicht erstellen. Die Arbeit an dem Konzept geht nun in kleineren Arbeitsgruppen weiter, die sich bis Ende November regelmäßig treffen werden. Jeder kann zu den Treffen der Gruppe hinzukommen.

>Termine für die Treffen der Arbeitsgruppen: Gruppe Kinder und Schule: Dienstag, 30. September, Familienbildungsstätte, Am Burggraben 1, Moderation: Herbert Frauen; Gruppe Ausbildung und Arbeit, Mittwoch, 1. Oktober, Detlefsengymnasium, Moderation: Astrid Nielsen und Jasper Kock; Gruppe Wohnen und Zusammenleben in der Stadt, Donnerstag, 25. September, AWO Integrations-Zentrum, Am Kirchplatz 6, Moderation: Katharina Schmidt; Gruppe Gesundheit und Alter, Mittwoch, 24. September, Café der Bücherstube, Am Fleth 30, Moderation: Dr. Sibylle Lindenberg. Alle Gruppen treffen sich jeweils um 19 Uhr und sind für alle Interessierten offen.



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