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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 08:43 Uhr

Zeugnisse : Grundschulen halten an Noten fest

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ziffernzeugnis oder Kompetenzraster: Darüber entscheiden die Itzehoer Lehrer und Eltern derzeit. Die Tendenz geht in Richtung Noten und Bericht.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Itzehoe | Soll das Notenzeugnis in Klasse drei und vier wegfallen? Mit dieser Frage beschäftigen sich gerade die Eltern der Fehrs-Schule. Zum Schuljahreswechsel im Januar wurden in der Fehrs-Schule und auch in allen anderen Itzehoer Grundschulen Notenzeugnisse ausgeteilt − doch das könnte sich ändern. „Die neue Grundschulverordnung schreibt vor, dass es keine Ziffernzeugnisse mehr gibt, es sei denn die Schulkonferenz entscheidet sich dagegen“, so Schulrat Arnold Rehder.

Grundschulen können sich demnach frei entscheiden, ob das Notenzeugnis beibehalten werden soll und eigene Lösungen dafür finden, wie die Leistungsbewertung am Schuljahresende zukünftig abgebildet werden soll. Die Ernst-Moritz-Arndt-Schule und die Grundschulen in Sude-West, Wellendorf und Edendorf haben das bereits getan. Sie halten an der Notenvergabe fest. „Wir geben Notenzeugnisse wie bisher ab dem dritten Schuljahr und haben nicht vor, das zu ändern“, erklärt Schulleiterin Gudrun Kullik von der Grundschule Sude-West gegenüber unserer Zeitung. Ihrer Ansicht nach brauchen Schüler eine klare Aussage. Für Waltraud Arbeiter von der Grundschule Wellenkamp wäre die ideale Lösung eine Kombination aus Noten und Ankreuzzeugnis, das den Entwicklungsstand wiedergibt.

An der Fehrs-Schule hingegen ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Um sich über bestehende Möglichkeiten zu informieren, luden die Elternbeiratsvorsitzende Gesche Meyer-Stäcker und ihre Stellvertreterin Katrin Magatzki deshalb Dienstag zu einem Elterninformationsabend ein. Dabei wagten die Eltern den Blick über den Tellerrand, denn es waren Elternvertreter der Grundschule Horst zu Gast. Dort wird schon seit geraumer Zeit auf das Notenzeugnis verzichtet.

„Wir machen Kompetenzraster seit 2008“, sagt die Schulleiterin der Grundschule Op de Host, Aenne Thurau, und betont: „Wir haben das von Anfang an nicht ohne Eltern gemacht.“ Diese hätten mitgeholfen, die Aussagen sprachlich so anzupassen, dass sie für Eltern verständlich sind. Denn Verständlichkeit und Vergleichbarkeit von Noten − das sind zwei der tragenden Argumente, die die übrigen Grundschulen in Itzehoe an den Noten festhalten lassen.

In dem Kompetenzraster, wie es in Horst verteilt wird, werden die Lerninhalte hingegen in Lernerfolge aufgeteilt. Zum Beispiel steht dann dort: „Das Kind kann die Buchstaben lesen.“ Wann immer ein Kind eine Kompetenz erreicht hat, wird diese mit einem Datum versehen. Die Anforderungen steigen stufenweise. „Wir wollen uns ja auf den Weg zur Inklusion begeben“, erklärt Thurau, warum sie für das Kompetenzraster ist. „Wenn ich Kinder habe, die lange üben müssen, müsste ich lange Zeit eine negative Rückmeldung geben“, beschreibt sie das Prinzip der positiven Bestätigung.

Auch an der Fehrs-Schule gibt es neben dem Notenzeugnis einen Entwicklungsbogen, der vom Ministerium gestaltet wurde, jedoch für Eltern schwer verständlich sein soll. Von Elternvertreter Sven Hustedt von der Grundschule Horst ließen sich die Eltern deshalb inspirieren, wie sich das schon bestehende Kompetenzraster ausbauen ließe. Auch das Notenzeugnis ist noch nicht vom Tisch. Zunächst gehe es darum, das Stimmungsbild der Eltern einzufangen bis im Sommer auf der Schulkonferenz eine Entscheidung fallen kann. Bislang seien die Meinungen zum bestehenden Entwicklungsbericht durchmischt, so Elternbeiratsvorsitzende Gesche Meyer-Stäcker.

Gleich nach Einführung der neuen Regelung hat sich übrigens die Grundschule in Wrist als einzige Schule im Kreis Steinburg direkt für eine Umstellung der Zeugnisart entschieden. „Wir sind diesen Schritt gegangen, weil wir meinen, dass man Schüler so besser beurteilen kann“, so die stellvertretende Schulleiterin Karin Hohmann. Stärken und Schwächen der Kinder seien deutlich erkennbarer. „Wir haben frühzeitig die Eltern informiert und konnten sie überzeugen“ so Karin Hohmann.

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