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Pohl-Boskamp : Grundlage für Zusammenarbeit entfallen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In Streit um die Auflösung des Betriebsrates weist Pohl-Boskamp-Geschäftsführerin Marianne Boskamp alle Vorwürfe zurück. Eine Zusammenarbeit sei nicht mehr möglich, das Vertrauen sei zerstört, heißt es in einer Stellungnahme.

Lange hat das Unternehmen Pohl-Boskamp auf die Vorwürfe der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie geschwiegen – gestern gab Firmenchefin Marianne Boskamp jetzt eine schriftliche Stellung ab.

Pohl-Boskamp pflege seit mehr als zwei Jahrzehnten eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Betriebsräten. Noch heute seien die meisten ehemaligen Mitglieder des Betriebsrats im Unternehmen aktiv. Leider sei es in der Amtsperiode des heutigen Betriebsrates vermehrt zu Auseinandersetzungen sowohl im Betriebsrat selbst als auch mit der Unternehmensleitung gekommen. Aufgrund dieser Querelen hätten ungewöhnlich viele Betriebsräte ihr Amt aufgegeben. Es rückten acht neue, mit deutlich weniger Stimmen gewählte Vertreter in den Betriebsrat nach. Von den ursprünglich gewählten neun Mitgliedern des Betriebsrats seien nur noch vier im Amt.

Nach einzelnen Konflikten kam es laut Mitteilung im Mai bei Gesprächen rund um die Einhaltung einer seit langem bestehenden Arbeitszeitregelung zu einem gerichtlichen Verfahren, das der Betriebsrats überraschend gegen die Firma angestrengt habe. In der Folge gab es einen Aushang des Betriebsrats, der für die Firmenleitung, so die Geschäftsführerin des Unternehmens, Marianne Boskamp, „das Fass zum Überlaufen brachte. Allein der Vorwurf, dass wir Straftaten begangen hätten, ist ungeheuerlich! Diese Verleumdungen brachten uns dazu, dem Betriebsrat das Misstrauen auszusprechen und Kündigungen anzustreben.“

Die Unternehmerin weiter: „Das Unternehmen beachtet das Betriebsverfassungsgesetz und achtet das darin vorgesehene Organ des Betriebsrates. Für mich ist es in diesem Zusammenhang normal, dass man in bestimmten Fragen im Unternehmen nicht übereinstimmt – aber bisher stand für mich das persönliche Gespräch und die Suche nach einer Lösung im Betrieb immer im Vordergrund. Durch die Ausweitung des Konflikts durch den Betriebsrat über Medien und Facebook eskaliert die Auseinandersetzung unnötig.“

In einer Unterschriftensammlung im Juni habe sich mehr als die Hälfte der Mitarbeiter mit der Arbeit des Betriebsrats unzufrieden gezeigt und ihm das Misstrauen ausgesprochen. Inzwischen sei sogar vor Gericht ein Verfahren der Belegschaft auf Auflösung des jetzigen Betriebsrats anhängig.

Marianne Boskamp appelliert an die Gewerkschaft IG BCE, auf die Mitglieder des Betriebsrats mäßigend einzuwirken. „Schließlich geht es hier um einen wichtigen mittelständischen Arbeitgeber der Region, der sich im internationalen Wettbewerb behaupten muss. Das Unternehmen steht zudem in seinen freiwilligen Leistungen in großen Teilen über dem vergleichbaren Tarif und es gibt keinen Grund, das zu ändern, auch wenn der Betriebsrat das nach wie vor behauptet.“ Die Geschäftsleitung habe nach wie vor großes Interesse daran, mit einem Betriebsrat zusammen zu arbeiten, „der das breite Vertrauen unserer Mitarbeiter genießt. Ich will weiter in einer Firma arbeiten, in der wir offen und ehrlich miteinander umgehen. Und da müssen wir wieder hin. Für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit diesem Betriebsrat ist allerdings die Grundlage entfallen. Er kommt seinen rechtlichen Pflichten nicht nach und stellt unwahre Behauptungen in den Raum. Selbst wenn daher eine Kündigung aus formellen Gründen nicht möglich sein sollte, halten wir an der Auflösung des aktuellen Betriebsratsgremiums fest“.

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erstellt am 29.Aug.2013 | 00:50 Uhr

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