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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 10:06 Uhr

BRandschaden : Grünes Licht für neue Turnhallen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Verwaltung in Heide soll mit der Planung für den Wiederaufbau beginnen. Die Stadt geht finanziell in Vorleistung, Versicherungsfragen sind noch zu klären.

Einstimmig haben Heides Kommunalpolitiker die ersten Schritte für neue Sporthallen eingeläutet, wollen das Verfahren mit einem beschleunigten Verfahren auf den Weg bringen. In trockenen Tüchern ist aber noch nichts. Es werden noch Jahre vergehen, bevor die Schüler am Schulzentrum Heide-Ost wieder vor Ort Sport treiben können. Wie viele Jahre, hängt vor allem von der Versicherung und den Gutachtern ab. Aus eigenen finanziellen Kräften neue Sporthallen zu bauen, ist unwahrscheinlich. Dennoch haben die Mitglieder des Bau- und des Sportausschusses sich dazu entschieden, für 2016 und 2017 eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von jeweils drei Millionen Euro für den Neubau einer Sportstätte mit insgesamt sechs Spielfeldern und einem Zuschauerbereich von 300 Personen im Haushalt bereitzustellen. Die Verwaltung wurde beauftragt, mit den Planungen zu beginnen, Details sollen im ersten Halbjahr 2015 geklärt sein.

In der Nacht auf den 9. Oktober sind durch einen Brand die Sporthalle für die Gemeinschaftsschule Heide-Ost und der Kabinen- und Sanitärtrakt vollständig vernichtet worden. Die zweite Halle ist durch Ruß, Löschwasser und Hitzeeinwirkung stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Ob das Gebäude noch zu retten ist, wird zwar gerade untersucht. Bürgermeister Ulf Stecher hat jedoch seine Zweifel. Zum einen ist die Statik aus den 80er Jahren alles andere als zeitgemäß. Zum anderen haben mehrere tausend Liter kontaminiertes Löschwasser den Boden und die Wände in Mitleidenschaft gezogen. Nach einer ersten Grobeinschätzung müssten selbst, wenn Teile der Halle noch zu nutzen sind, Maßnahmen zur Verbesserung der Statik getroffen werden. Aus Sicht von Bauamtsleiter Georg Jahnsen sollte daher aus wirtschaftlichen Gründen neu gebaut werden. Ob die Versicherung da mitspielt, ist ungewiss.

„Wir arbeiten im Notfallmodus“, macht Jahnsen deutlich. Denn die Mittel im Haushalt fehlen. Bevor die Versicherung endlich zahlt, steht der Stadt noch ein langes gutachterliches Verfahren ins Haus. Jahnsen: „Das kann bis zu fünf Jahre dauern.“ Eigentlich kann die Stadt erst dann mit den Bauarbeiten beginnen, die wiederum drei Jahre in Anspruch nehmen. Im schlimmsten Fall bedeutet das für die Schüler acht Jahre eine Notlösung.

Zurzeit werden sie mit Bussen zu anderen Sporthallen in Heide und Nachbargemeinden gefahren. Einige Sportlehrer unterrichten zeitweise auf der Bowlingbahn oder auf der Tennisanlage. An der Gemeinschaftsschule Heide-Ost werden derzeit 548 Schüler, am Gymnasium Heide-Ost 747 unterrichtet. Zwei bis drei Mal die Woche Sport ist vorgeschrieben. Bei den Profilkursen in der Oberstufe des Gymnasiums sogar bis zu vier Mal pro Woche. Aber auch Vereine sind betroffen.

Um den Zeitverlust so gering wie möglich zu halten, empfiehlt Jahnsen daher, das Gutachterverfahren und die Baupläne parallel laufen zu lassen. „Das ist ein Risikobeschluss, da wir nicht wissen, was es am Ende des Tages kostet“, macht Stecher deutlich.

Die Planung der neuen Sporthallen soll im Rahmen eines Architektenwettbewerbes durchgeführt werden, den Stadt und Kommunalpolitik begleitet wollen. Ein Entwurf für eine Turnhalle wird frühestens Ende 2015 vorliegen.

Zurzeit werden die zu entsorgenden Brandlasten sortiert. Ob der Boden aufgrund des kontaminierten Löschwassers ausgetauscht werden muss, ist noch nicht geklärt. Der Bauamtsleiter rechnet nicht damit, dass die Brandstelle vor Jahresende geräumt ist.

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