Itzehoe : Grünes Licht für neue Bank

Vier für den Vorstand (v. l.): Reiner Schomacker, Stephan Schack, Martin Weber und Manfred Kowalewski.
Vier für den Vorstand (v. l.): Reiner Schomacker, Stephan Schack, Martin Weber und Manfred Kowalewski.

Die Vertreterversammlung der Volksbank Raiffeisenbank genehmigt den Zusammenschluss mit der Norderstedter Bank.

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29. Juni 2018, 05:00 Uhr

Der scharfe Blick der Stimmzähler wird eigentlich nicht gebraucht. Alle Stimmkarten gehen nach oben – eine neue Bank entsteht. Einstimmig segnet die Vertreterversammlung der Volksbank Raiffeisenbank Itzehoe die Übernahme der Norderstedter Bank ab. Dort haben die Genossenschaftler am Abend zuvor zugestimmt. Die Verschmelzung erfolgt rückwirkend zum 1. Januar.

Und sie ist eine „Herzensangelegenheit“, sagt Volksbank-Vorstand Stephan Schack bei der Versammlung im Fraunhofer-Institut Isit. „Wir müssen uns den veränderten Rahmenbedingungen stellen“ – diese reichen von ständig wachsender Regulatorik über eine schwierige Ertragslage durch anhaltend niedrige Zinsen bis zum demografischen Wandel und zur Digitalisierung. „Der Druck lässt nicht nach“, so Schack. In zehn Jahren werde die Arbeit von Banken ganz anders aussehen, deshalb müsse man agil bleiben.

Im Bereich der Genossenschaftsbanken gebe es viele Fusionen, auch große. Das verschiebe Gewichte, die Schere gehe auseinander: Größere Banken nutzten die „Schwungmasse“, sagt der Volksbank-Vorstand. Neue Themen ließen sich besser entwickeln, zugleich seien diese Institute als Arbeitgeber attraktiver. Deshalb sei in Itzehoe die Grundsatz-Entscheidung gefallen, sich nach einem Partner umzusehen.

Mit der Norderstedter Bank werden seit vier Jahren gemeinsam Kreditgeschäfte gemacht. Schnell war klar: „Wir passen menschlich und kulturell gut zusammen“, so Schack. Und erfolgreich sind beide Banken auch: Sein Vorstandskollege Manfred Kowalewski stellte den Jahresabschluss vor mit einer Bilanzsumme von 927 Millionen Euro und einem Überschuss in Höhe von gut 2,5 Millionen Euro, von denen zwei Millionen in die Rücklagen gingen. Erneut wird auf die Geschäftsanteile eine Dividende in Höhe von 7 Prozent ausgeschüttet.

Die neue Bank hat 20 000 Mitglieder, 53 000 Kunden, 240 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 1,3 Milliarden Euro – eine starke Bank im attraktiven Geschäftsgebiet nördlich von Hamburg, so lautet das Ziel. Der Sitz ist Itzehoe, drei Regionen werden gebildet mit Hohenwestedt, Itzehoe und Norderstedt. Schack und Kowalewski führen das Unternehmen gemeinsam mit den Norderstedter Vorständen Reiner Schomacker und Martin Weber, mittelfristig sind zwei Vorstände geplant. Es warte eine Menge Arbeit, sagte Schack. Vieles ist zu entwickeln, zum Beispiel „VR fix“ für das digitale Bankwesen. Eine Hoffnung dabei: Auch Menschen, die die Region verlassen, bleiben als Kunden erhalten. Als Aufsichtsratsmitglieder werden Nina Eskildsen, Verena Schlatter und Paul Rademann bestätigt, von Norderstedter Seite kommen sechs Vertreter hinzu.

„Historische Beschlüsse in einem historischen Jahr“, freut sich Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Kitzmann. Die Volksbank feiert ihr
150-jähriges Bestehen mit vielen Aktionen, über die Kowalewski eingangs berichtet. Und er blickt voraus auf das Open-Air-Konzert von Max Giesinger am 13. Juli auf den Malzmüllerwiesen: „Wir rechnen mit bis zu 15 000 Gästen.“

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