zur Navigation springen

Verkehrsproblem : Grünes Licht für Engpass-Ampel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wenn die dicken Dinger kommen, wird’s in der Rathausstraße eng – eine Baustellenampel soll in Wilster Abhilfe schaffen.

Das Problem ist 317 Meter lang, aber nur 5,50 Meter breit: Weil sich begegnende Lkw, Busse und vor allem landwirtschaftliche Fahrzeuge immer wieder auf den Bürgersteig ausweichen müssen, soll nun eine intelligente Ampelregelung für Entlastung der durch den Schwerlastverkehr arg gebeutelten Anwohner der Rathausstraße sorgen. Der Landesbetrieb für Straßenbau stellte das Projekt jetzt der Ratsversammlung vor. Die nickte eine Probephase während der Erntezeit im September und Oktober ab. Danach sollen die Ergebnisse erneut beraten werden. Ziel bleibt eine endgültige Lösung, die für März nächsten Jahres angestrebt wird.

Nach Verkehrszählungen wird die Rathausstraße täglich von 3400 Fahrzeugen aller Art frequentiert. Nur zwei Prozent – also im Schnitt 68 – werden dem Schwerlastverkehr zugeordnet. „An einigen Tagen sind es aber auch mehrere hundert“, warf CDU-Ratsherr und Anwohner Thies Wilckens ein.

Die einfachste Variante für eine Lösung des Problems mit der Engstelle: eine Art Baustellenampel. Favorisiert wird allerdings eine sehr viel intelligentere Lösung. Damit könnten jeweils drei Sensoren schon im Bereich der Zufahrten herannahende Fahrzeuge mit Überbreite (mehr als 2,55 Meter) frühzeitig erfassen. Steuern diese dann auch tatsächlich die Rathausstraße an, würde für den Gegenverkehr eine Ampel erst einmal auf Rot springen. Damit wäre eine reibungslose Durchfahrt gewährleistet. Gerechnet wird jeweils mit einem durchschnittlichen Rückstau von etwa 60 Metern. Sind von keiner Seite her große Fahrzeuge im Blickfeld der Sensoren haben alle Verkehrsteilnehmer Dauergrün. Einziges Problem: Die Anlieger der Rathausstraße können beim Verlassen ihre Zufahrten nicht erkennen, in welcher Richtung gerade Einbahnstraße gilt. Nach Einschätzung des Landesbetriebs ist das bei entsprechender Vorsicht aber vernachlässigbar.

Als Vertreter der Landwirte rund um Wilster wies Peter Hellerich darauf hin, dass die Durchfahrtszeiten für Erntewagen nicht zu knapp bemessen sein sollten. „Es ist ja auch nicht Sinn der Übung, dass einer hier anfangen muss, Rennen zu fahren.“ Dass Landwirte und Lohnunternehmer sich überhaupt durch die Altstadt von Wilster quälen müssen, liegt übrigens auch an strengen Regeln der jeweiligen Straßenbaulastträger. Ein Ausweichen auf die Bundesstraße 5 als eine Art Ortsumgehung ist nämlich nicht möglich, weil diese Trasse für Schlepper tabu ist. Für die Testphase im Herbst gab Hellerich noch einen kleinen Tipp: „Wenn es zwei Tage regnet, brauchen wir die Ampel nicht.“ Für den Probebetrieb werden nämlich noch keine Sensoren oder andere Steuerungsmöglichkeiten installiert. Eingerichtet wird lediglich eine Art Baustellenampel, vor allem auch um die Auswirkungen auf den fließenden Verkehr zu testen. Vom Landesbetrieb kam daher schon die Bitte an die Wilsteraner, die Verkehrsabläufe in dieser Zeit genau zu beobachten, damit anschließend entsprechende Schlüsse gezogen werden können. Ohnehin dürfte der Teufel im Detail stecken. SPD-Ratsherr Holger Stamm wies zum Beispiel auf Müllfahrzeuge hin, die wohl kaum in der vorausberechneten Zeit wieder aus der Rathausstraße herauskommen dürften. Sein Fraktionskollege und Anwohner Horst Langer mahnte allerdings: Wir können nicht schon jetzt alle Wenns und Abers durchkaspern.“ Für Peter Hellerich steht ohnehin fest, dass „ alles besser ist als gar nichts zu tun“. Er sagte insbesondere für den Testlauf eine enge Abstimmung mit der Landwirtschaft zu.

Wenn am Ende die intelligente Ampellösung steht, wäre das die teuerste Lösung. Die geschätzten Kosten liegen beim Einsatz von Wärmebildtechnik bei knapp 150  000 Euro. Mit Laser-Scannern wäre es noch einmal gut 25  000 Euro teurer. In jedem Fall müssen sich Autofahrer in dem Bereich auf Wartezeiten einstellen.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Mai.2017 | 07:57 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen