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Kreisjägerschaft : „Grünes Abitur“ für 21 Jungjäger

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Jäger im Kreis Steinburg haben eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit und kaum Probleme mit Wildschweinen. Sorgen bereiten hingegen Gänse und Marderhund.

Steinburgs Jäger blicken zufrieden auf das abgelaufene Jahr zurück. „Wir haben einiges bewegt und wichtige Weichen gestellt“, sagte Matthias Sagebiel, Vorsitzender der Kreisjägerschaft und Kreisjägermeister während der Jahresversammlung der Waidleute im Colosseum in Wilster. In seinem Bericht hob Sagebiel besonders die erfolgreiche Nachwuchsarbeit lobend hervor. Im Mai werden voraussichtlich 21 Jungjäger das „grüne Abitur“ ablegen. „Ein starker Jahrgang“, so Sagebiel.

Erfreut zeigte sich der Vorsitzende auch darüber, dass die Bestandszahlen bei den Wildschweinen im Kreisgebiet seit Jahren stabil gehalten werden konnten: „Man hört ja viel von massiven Problemen mit Schwarzwild in der Landwirtschaft in anderen Regionen. Das haben wir hier gut im Griff.“ Zunehmend Schäden auf Äckern und an Gewässern verursachen dagegen Gänseschwärme, die aus den Küstenregionen ins Binnenland vordringen. Maren Uecker-Rohweder, Kreisobfrau für Niederwild und Naturschutz, forderte die versammelten Jäger auf, dort stärker regulierend einzugreifen. Mehr schonen wollen die Jäger dagegen künftig den Feldhasen. Dessen Zahl hat in einigen Gebieten stark abgenommen. Uecker-Rohweder: „Wir sollten auf die eine oder andere Treibjagd verzichten, damit sich der Bestand erholen kann.“

Mitverantwortlich für den Rückgang der Feldhasen könnte der Marderhund sein, der sich zunehmend im Kreis Steinburg ausbreitet. „Die Streckenzahlen beim Marderhund von 2013 sind vor allem in der Marsch überraschend hoch. Das ist eine Gefahr für die Junghasen. Da müssen wir ein Auge drauf haben“, fasste Sagebiel die Entwicklung zusammen.

Sorgen bereitet den Jägern das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg zur möglichen „Befriedung“ von Grundeigentum aus Gewissensgründen. Im Kreis Steinburg ist bereits auf einem 6,4 Hektar großen Grundstück die Jagd auf Wunsch des Eigentümers verboten. Weitere Anträge sind gestellt (wir berichteten). Matthias Sagebiel: „Wir hoffen sehr, dass es die einzige Fläche bleibt.“ Um das potenzielle „Pulverfass“ zu entschärften, appellierte Sagebiel an die Jägerschaft kooperativ mit den Grundeigentümern zusammenzuarbeiten und Aufklärungsarbeit über Sinn und Nutzen der Jagd zu leisten.

Ein Beispiel für die gesellschaftliche Bedeutung der jagdlichen Tätigkeit lieferte Kreisveterinär Dr. Hans Treinies, der die Jahresversammlung der Waidleute mit einem ernsten Anliegen besuchte: Treinies bat die Jäger als eine Art Frühwarnsystem in der Tierseuchenbekämpfung zu fungieren. Aktuell sind amtliche Stellen beunruhigt über die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa. Die Seuche ist zwar für Menschen ungefährlich, kann aber wirtschaftlich immense Schäden verursachen und könnte durch Wildschweine nach Deutschland eingeschleppt werden. Treinies: „Es ist enorm wichtig, dass wir sehr frühzeitig von einem Ausbruch erfahren.“ Der Veterinär möchte daher von jedem erlegten oder tot aufgefundenen Wildschwein Proben untersuchen, um die Krankheit zu entdecken, bevor Nutztierbestände befallen sind. „Das geht nur mit Ihrer Mithilfe“, bat er die Jäger um Unterstützung.

 

>Wahlen: Vorsitz: Matthias Sagebiel; Kassenprüfer: Reinhold Tutat; Kreishundeobmann: Volker Randschau; Kreisobfrau für Niederwild und Naturschutz: Maren Uecker-Rohweder; Beisitzer im Vorstand: Sönke Kühl.

 

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