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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 12:07 Uhr

Asylbewerber : Grüne: Menschen in Not helfen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Christine von Bargen und Uwe Mertens wollen sich im Kreis und in der Stadt stark machen für die Erstaufnahme von Asylbewerbern

von
erstellt am 15.Aug.2015 | 16:30 Uhr

Die Grünen begrüßen die Pläne von Jens Lange, auf dem ehemaligen Kasernengelände ein Erstaufnahmelager für Flüchtlinge einzurichten. „Es ist richtig, Menschen in Not zu helfen“, sagt Christine von Bargen. Die Kreistagsabgeordnete will sich im Kreistag stark machen für das Projekt. Gleiches gilt für Stadtvertreter Uwe Mertens, der sich im Stadtparlament dafür einsetzen will. Wobei er hier keine Probleme sieht, nach seiner Information stehen dem Projekt auch die anderen Parteien positiv gegenüber.

Beide würde es freuen, wenn auch die Bevölkerung Unterstützung leistet. „Glückstadt ist eine Stadt mit historischer Willkommenskultur“, wissen die Grünen-Politiker. Seit Gründung Glückstadts seien Fremde und Verfolgte anderer Nationen hier freundlich aufgenommen worden. „Und durften sogar – und das war ungewöhnlich und etwas ganz Besonderes – die Bürgerrechte erwerben“, sagt Christine von Bargen.

Was an der Kasernenanlage positiv sei: „Familien mit Kindern hätten dort in den Räumen ihre Privatsphäre. Anders als in Turnhallen oder Großzelten“, so von Bargen. Händeringend werde überall nach Wohnraum gesucht für Tausende von Menschen, die „verzweifelt vor Krieg und Terror in ihren Heimatländern flüchten“ würden. Und das sich mehrere Personen ein Zimmer teilen würden, das sei nach dem Zweiten Weltkrieg normal gewesen, sagt die 65-Jährige. Sie selbst engagiert sich schon jetzt im Willkommens-Team für Flüchtlinge in Glückstadt und will das, sollte es ein Erstaufnahmelager geben, auch weiterhin tun.

Auch auf einen weiteren Aspekt weist sie hin: „Gleichzeitig werden Arbeitsplätze für Glückstädter geschaffen, und erforderliche Behördenmitarbeiter benötigen Unterkünfte. Wir gehen davon aus, dass zusätzlich zu der zu leistenden humanitären Unterstützung für die Asylsuchenden auch der Wirtschaftskreislauf Glückstadts angekurbelt wird.“ Ihr persönlich liegt am Herzen, dass es dann auf dem Gelände ein Geschäft geben sollte, wo spezielle Lebensmittel verkauft werden: „Ein Halal-Laden.“

Von Bargen und Mertens begrüßen es auch, dass es mit den Flüchtlingen endlich eine Nutzung für die leerstehende Kasernenanlage geben würde. Sämtliche Kosten für ein Erstaufnahmelager werden von Land und Bund getragen, informieren sie. Auch für begleitende Dienste wie Ärzte, Psychologen, Behördenmitarbeiter und Sicherheitsdienste. Die Grünen haben diesbezüglich auch bereits Gespräche mit ihrem Landtagsabgeordneten Bernd Voß geführt, der das Projekt in Kiel forcieren soll.

Der Besitzer der Kasernenanlage, Jens Lange, ist nach eigener Aussage bereits in Kontakt mit dem Kieler Innenministerium in Kiel. Dort hat er sein Projekt vorgestellt. Der Bauunternehmer würde die Investitionen für den Ausbau übernehmen, will es aber nicht selbst betrieben. In einer Erstaufnahmeeinrichtung werden Flüchtlinge und Asylbewerber nur kurzfristig betreut und dann auf andere Kommunen verteilt, die sie bisher in Wohnungen untergebracht haben. Inzwischen sind Wohnungen so knapp, dass weitere Asylbewerber in Glückstadt künftig in Containern untergebracht werden müssen. Dies ist in Großstädten schon seit längerem gängige Praxis.




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